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Ausschuss für Sport und Kultur
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Sanierung oder Neubau?

Stephen Kraut 07.11.2018 0 Kommentare

Drei Varianten, wie es mit der Zentralsportanlage weitergehen soll, stehen im Raum.
Drei Varianten, wie es mit der Zentralsportanlage weitergehen soll, stehen im Raum. (Michael Braunschädel)

Weyhe. Fast genau ein Jahr ist es her, dass sich der Weyher Ausschuss für Sport und Kultur erstmals mit dem Antrag der SPD-Fraktion zur Sanierung der Zentralsportanlage beschäftigt hat. Am Dienstag präsentierte die Verwaltung dem selben Ausschuss drei Varianten, wie das aussehen könnte (wir berichteten). CDU und Grüne sahen die Vorschläge jedoch skeptisch.

„Alle drei Varianten haben gemeinsam, dass der Innenbereich grundlegend saniert wird“, erklärte Meike Schriefer vom Fachbereich Bau und Liegenschaften. Dazu gehört demnach neben der Sanierung der Sanitärbereiche auch die der Böden, der Austausch der Fenster, die Instandsetzung des Schichtmauerwerks und der technischen Anlagen sowie der Innen- und Außentüranlagen. Um sich selbst ein Bild von der Notwendigkeit zu machen, besuchten die Ausschussmitglieder die Anlage im Vorfeld.

In der ersten dann vorgestellten Variante sollen, wie berichtet, unter anderem von außen zugängliche Toiletten-Anlagen und insgesamt elf Umkleidekabinen entstehen sowie ein abgetrennter Damen-Bereich. Die Kosten liegen dabei laut Schriefer bei rund 1,2 Millionen Euro.

In der zweiten Variante entstehen neben 14 Umkleidekabinen auch ein Clubraum. Platz für die Gastronomie Stadis Inn ist bei diesen Überlegungen nicht mehr vorgesehen. Für den Plan sind rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Bei Option drei entstehen zwei Anbauten und 15 Umkleidekabinen. Auch dort gebe es von außen zugängliche WC-Anlagen. Die Kosten dabei: circa 1,8 Millionen Euro. Auch über einen Neubau habe man in der Verwaltung gesprochen, teilte Schriefer weiter mit. „Das würde etwa 3,3 Millionen Euro kosten“, schätzte sie. 15 Umkleidekabinen seien dabei möglich.

Marko Röpke, Vorsitzender des TSV Weyhe-Lahausen und an diesem Abend Zuhörer der Sitzung, beschrieb noch einmal die Situation in der ZSA und sprach sich in dem Zusammenhang eindringlich dafür aus, dass „etwas gemacht wird“. „Das Bestmögliche muss dabei herumkommen“, sagte er. Diese Auffassung teilten die Ausschussmitglieder, nur über die Frage, wie das aussehen soll, gab es verschiedene Meinungen. „Eine Sanierung kommt für uns nicht in Frage“, sagte Dietrich Struthoff im Namen der CDU-Fraktion und erklärte: „Wir möchten einen Neubau.“ Sollte das finanziell derzeit nicht möglich sein, käme für die Weyher Christdemokraten nur eine Instandsetzung in Frage. „Streichen, neue Türen, neue Elektrik“, zählte Struthoff einige Punkte auf, die seiner Meinung nach dazu gehören. „Das Gebäude ist es nicht wert, mehr zu investieren.“

Ähnlich sah das auch Annika Bruck (Grüne). „Dass die ZSA saniert werden muss, ist völlig unstrittig“, stellte sie klar, zeigte sich aber skeptisch ob der hohen Zahl an Umkleidekabinen. „Meistens sind dort nicht mehr als ein bis drei Mannschaften gleichzeitig“, berichtete Bruck, die sich selbst als „Fußballmutter“ bezeichnete und die Anlage deshalb häufig besuche. Ihre Kritik zielte besonders auf die Variante drei ab, für die bereits Förderanträge gestellt wurden. Weyhes Bürgermeister Andreas Bovenschulte erklärte: „Diese Variante ist nur mit Fördergeldern umzusetzen.“ Gleichzeitig sehe er die Chancen, an dem Bundesprogramm zu partizipieren, rein statistisch nicht als besonders hoch an. „Es werden sehr viele Projekte eingereicht“, informierte er. Trotzdem müsse man es versuchen. Ansonsten, so der Bürgermeister, halte er die Umsetzung dieser Option nicht für darstellbar. „Andere Töpfe haben eine geringere Förderquote“, erklärte er.

Bruck sprach sich zudem ebenfalls für einen Neubau aus, der ihrer Meinung nach auch günstiger ausfällt, wenn die Kabinenzahl reduziert wird. Weiter regte sie ein Sportstättenkonzept für Weyhe an, da es auch andere Projekte gebe, die begutachtet werden müssten. Als Beispiel nannte sie unter anderem den Sportplatz des SV Dreye, der laut Verwaltung eine neue Entwässerungsanlage benötigt, um weiter genutzt werden zu können.

Ein „bisschen überrascht“ war Frank Seidel (SPD) von den Äußerungen der Ausschusskollegen. „Nach anderthalb Jahren haben wir die Möglichkeit, heute einen großen Pflock einzuschlagen, jetzt wird gesagt, dass wir einen Neubau und ein Sportstättenkonzept brauchen“, formulierte er seine Verwunderung. Seidel erinnerte außerdem daran, dass eine Flexibilität in der Frage der Varianten auch noch nach dieser Sitzung möglich sei. Am Dienstagabend ging es lediglich um den Bericht von Schriefer zur Kenntnisnahme, auf Sicht sollen Planungskosten in Höhe von 150 000 Euro eingestellt werden, um das Projekt weiter zu verfolgen. Deshalb ergänzte Seidel auch: „Die SPD-Fraktion wird sich heute nicht auf eine Variante festlegen, aber es ist wichtig, dass nicht wieder ein halbes oder ein ganzes Jahr ins Land geht, ohne, dass etwas gemacht wird.“ Die Planungskosten einzustellen, war dann auch ein Punkt, den alle Fraktionen befürworteten. Struthoff bat in Richtung der Verwaltung noch darum, eine vierte Variante – einen Neubau – auszuarbeiten.

Mit Blick auf Brucks Vorschlag eines Sportstättenkonzeptes sagte Bovenschulte, dass an vielen Plätzen schon etwas gemacht werde. Das andere, über den Spielbetrieb entscheidende, Projekt sei in Dreye. „Und das gehen wir an“, so der Bürgermeister.

Der Sportplatz war dann auch Thema bei dem nächsten Tagesordnungspunkt. Dabei ging es um die Haushaltssatzung für den Fachbereich Bildung und Freizeit. Den dort vorgeschlagenen Projekten wurde so zugestimmt, mit drei Ausnahmen jedoch: Neben den Arbeiten am Sportplatz waren noch die Sanierung von Umkleidekabinen beim SV Dreye sowie die Erweiterung des Ballfangzauns und die Erneuerung des Flutlichts durch LED-Technik auf der Liste. „Das ist nicht zwingend 2019 zu erledigen“, sagte Seidel, die übrigen Fraktionen schlossen sich an. Die Posten wurden einstimmig auf 100 Euro für Planungen reduziert, ansonsten stimmten alle Mitglieder dem Haushaltsentwurf so zu.


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Leserkommentare
Gissmo am 23.10.2019 09:36
Danke für die konstruktive Antwort, man kann sich scheinbar ja doch noch ohne Beleidigungen hier im Kommentarbereich austoben, so machts doch allen ...
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...