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Brunnenwasser in Weyhe
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Teils deutlich über Nitrat-Grenzwert

Alexandra Penth 08.10.2019 0 Kommentare

Fragt die Weyher, die ihre Proben vorbei bringen, wofür sie ihr Wasser verwenden, um es dementsprechend zu testen: Harald Gülzow (rechts) vom VSR-Gewässerschutz.
Fragt die Weyher, die ihre Proben vorbei bringen, wofür sie ihr Wasser verwenden, um es dementsprechend zu testen: Harald Gülzow (rechts) vom VSR-Gewässerschutz. (Vasil Dinev)

Weyhe-Kirchweyhe. Etliche Menschen stehen am Nachmittag auf dem Kirchweyher Marktplatz an. Nicht etwa, um etwas zu bekommen, sondern vielmehr um etwas loszuwerden. Genauer gesagt eine mit Wasser gefüllte Halbliterflasche. Die stellt Harald Gülzow erst einmal in leere Getränkekisten im gelben Labormobil. Mit dem war der Sprecher des Vereins VSR-Gewässerschutz am Dienstag wieder in der Gemeinde, um Weyhes Brunnen auf den Prüfstand zu stellen.

An einem Stehtisch unter der Markise füllen diejenigen, die eine Probe mitgebracht haben, Zettel mit ihren Daten aus. Gülzow wird ihnen später mitteilen, wie es um die Wasserqualität in ihrem Garten bestellt ist. Was die Erfahrungen aus Weyhe sagen? Harald Gülzow deutet wortlos auf eine aufgestellte Karte. Beinahe der komplette Norden Deutschlands ist auf ihr in Rottönen dargestellt. Weyhe, erklärt Gülzow nun, steht sehr schlecht da. Die Ergebnisse der letzten Prüfungen zeigten, „dass jeder dritte Brunnen mit Nitrat belastet ist“. Eine alarmierende Zahl, an der die Landwirtschaft keinen unwesentlichen Anteil hat, sagt der Diplom-Physiker. „Wir sind hier noch nah an den großen Viehställen“, erklärt er. Bedarfsgerecht aufgeschlüsselt können die Gartenbesitzer bei Gülzow testen lassen, ob sich ihr Wasser für eine Tier-Tränke eignet, bedenkenlos in ein Schwimmbecken geleitet oder eben für Obst- und Gemüsepflanzen verwendet werden kann. 

Anhand zwei bisheriger Proben konnten Sascha und Gabriele Paysen aus Kirchweyhe eine Steigerung der Nitratbelastung ihres Brunnenwassers feststellen. Nun wollen sie wissen, ob sich die Werte abermals zum Schlechten verändert haben. Immerhin sprengen sie im Sommer die Pflanzen mit dem Wasser – und wollen das am liebsten beibehalten. Auch ihren Pool möchten sie weiterhin mit Grundwasser befüllen. „Schon deswegen lassen wir das testen. Wenn man darin im Sommer planscht“, sagt Gabriele Paysen. Ihr Ehemann hat eine Befürchtung: „Jetzt, wo es so trocken war, gehen wir von einer höheren Belastung aus, weil das Wasser weniger verdünnt worden ist.“

„Wir benutzen unser Brunnenwasser zum Gießen und wollen gucken, ob es noch in Ordnung ist“, sagt ein Mann aus Lahausen, der sein Enkelkind auf dem Arm trägt. Den Brunnen des alten Hauses hatten er und seine Ehefrau einmal testen lassen. Nun wollen sie wissen, ob sie auch das Wasser des aktuellen Zuhauses für Gemüsepflanzen nutzen können. Der Lahauser fragt sich, ob es etwas mit dem Wasser zu tun hat, dass einige neue Pflanzen in diesem Jahr eingegangen sind. Erfahren wird er es in circa zwei Wochen. Umfangreichere Proben wie seine, bei denen zum Beispiel nach Bakterien geschaut wird, werden ins Labor geschickt. Die kleine Untersuchung mit Nitrat-, Säure- und Salzgehalt hingegen wertet Harald Gülzow vor Ort im Mobil aus.

Zwischen 50 und 100 Proben nimmt der VSR-Gewässerschutz in zwei Stunden etwa an. Auch ein Kirchweyher möchte Klarheit haben, ob er das Wasser aus seinem Garten weiterhin benutzen kann. 16 Jahre benutzt er den Brunnen, allzu viele Gedanken über die Qualität des Wassers hat er sich zuvor nicht gemacht, sagt der Kirchweyher. 

Das Labormobil ist zwischen Oder, Bodensee und Maas unterwegs, wie Harald Gülzow beschreibt. Der Experte rät, das Brunnenwasser alle drei Jahre testen zu lassen. Immer auch bei gravierenden Veränderungen im Boden. Gülzow nennt ein Beispiel: „Wenn es eine größere Baumaßnahme gab, selbst wenn sie 500 Meter weit weg war.“ 16 von 85 Proben hat Harald Gülzow vor Ort am Abend ausgewertet. Was ihm besonders aufgefallen ist: „Wir haben eine ganze Menge Proben dabei, die knapp über 50 Milligramm Nitrat pro Liter sind.“ Und damit liegen sie gering über dem Schwellenwert der EU-Nitratrichtlinie von 1991. Gülzow bereitet der bisherige Spitzenwert dagegen Sorgen: 144 Milligramm Nitrat pro Liter, also dreifach über dem Grenzwert. Um Vergleiche anstellen zu können, müssen die Proben erst noch restlos ausgewertet sein. 


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Leserkommentare
Gissmo am 23.10.2019 09:36
Danke für die konstruktive Antwort, man kann sich scheinbar ja doch noch ohne Beleidigungen hier im Kommentarbereich austoben, so machts doch allen ...
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...