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GS Agri verschwindet aus Ortskern
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Türme in Leeste fallen nach und nach

Sebastian Kelm 07.10.2019 0 Kommentare

Auch von der Ladestraße aus ist das baldige Ende der Anlage inzwischen erkennbar.
Auch von der Ladestraße aus ist das baldige Ende der Anlage inzwischen erkennbar. (Sebastian Kelm)

Weyhe-Leeste. Aggressiv gegen GS Agri: Unerbittlich krallt sich der Greifer am Ende des langen Baggerarms ein Stück roter Klinkerfassade, reißt es heraus aus der Wand. Langsam, aber unaufhaltsam wird so abgetragen, was zuvor jahrzehntelang das Ortsbild von Leeste prägte wie kaum ein anderes Bauwerk. Bis Jahresende aber, so der Plan, soll von den alten Futtermitteltürmen beim alten Bahnhof nichts mehr übrig sein. Es knallt und knarzt, quietscht und ratscht. Nur gut, dass die direkt an die ehemalige Lagerhalle angrenzende Grundschule derzeit Ferien macht.

Ein wenig werden die Kinder aber mit dem Lärm leben müssen. Denn wie Vorarbeiter Enrik Behrensen schätzt, dürfte es bis Ende Oktober dauern, bis die beiden Turmteile – der steinerne und der mit Blechverkleidung und einer Höhe von stolzen 32 Metern – komplett abgerissen sind. „Wir gehen etagenweise vor“, erklärt der Polier von der Bremer Sandhandels GmbH (BSG) aus Brinkum. Die hat schon die Bremer Landesbank dem Erdboden gleich gemacht. Nun lässt sie ein Leester Wahrzeichen, bislang in Besitz des Futtermittelherstellers GS Agri, verschwinden.

Er selbst habe sich auch noch drinnen ein Bild gemacht, erzählt Behrensen. Zumindest so weit es ging: „Das Meiste ist einsturzgefährdet, überall konnten wir nicht hin.“ Während er und sein Team somit aber einen ganz guten Eindruck davon gewinnen konnten, was in dem Gemäuer von außen freigelegt wird, ist der Boden für die Firma eine Wundertüte. „Wir wissen nicht, was uns da erwartet. Das könnte noch interessant werden“, spielt Behrensen auf mögliche Altlasten an. So richtig habe ihm keiner sagen können, was unter der Erdoberfläche schlummert. Bisher aber, sagt er, habe es während der Arbeiten keine bösen Überraschungen gegeben.

Kommende Woche schon soll von den Büros, dem Laden und dem Lager nichts mehr übrig sein. Zwei weitere Bagger stoßen dann zum Aufräumen hinzu, um die Gesamtzahl auf sechs zu erhöhen, wie der BSG-Mitarbeiter ausführt. Am 30. Dezember sei „Deadline“, um auf der Seite südlich der Trasse der Bremen-Thedinghauser Eisenbahn (BTE) alles soweit abgeschlossen zu haben. Denn bekanntlich will Famila damit beginnen, seinen neuen Verbrauchermarkt an der Ladestraße zu errichten.

Bereits gebaut hat GS Agri seinen neuen Standort an der Ristedter Straße in Melchiorshausen. Der ist zwar prinzipiell schon bezogen (wir berichteten), das Geschäft befindet sich aktuell aber noch an Zum Irrgarten 15 in Leeste, jenseits der Gleise also. „Da bieten wir das Notwendigste an, was der Landwirt so braucht“, sagt Jürgen Focke, Sprecher von GS Agri. Nördlich der Schienen steht zudem die andere Lagerstelle mit den zwei gelblichen Türmen, die ab Anfang 2020 fallen sollen. Unabhängig davon will das Unternehmen den Betrieb bei der Melchiorshauser Außenstelle weiterhin Mitte November komplett laufen haben. Wann offiziell Einweihung gefeiert wird, ist laut Focke indes nicht klar: „Die Tendenz geht Richtung nächstes Jahr.“

Obwohl hier brachial vorangegangen wird auf der Baustelle, kann von Unordnung keine Rede sein. Die einzelnen Materialien, die einst den Komplex bildeten, werden sortiert aufgehäuft. „Beton zum Beispiel wird gebrochen und zerbröselt“, erklärt Behrensen. Und in den Stahlträgern werden die Futtermitteltürme auch noch weiterleben: Sie werden eingeschmolzen und so weiterverwendet.


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Leserkommentare
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...
HB-Maennchen am 23.10.2019 09:23
Da möchte man als schlichter Leser des Weser-Kuriers der jetzt wieder doch etwas deutlicher wahrnehmbaren schreibenden Stimme der Chefredakteurin ...