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Podiumsdiskussion in der Lise-Meitner-Schule
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Viel Interesse an „Politik aus erster Hand“

Claudia Ihmels 21.05.2019 0 Kommentare

Die drei Stuhrer Bürgermeisterkandidaten Stephan Korte, André Uzulis und Frank Holle (von links) beantworteten bei der Podiumsdiskussion die Fragen von zahlreichen Schülern der Lise-Meitner-Schule.
Die drei Stuhrer Bürgermeisterkandidaten Stephan Korte, André Uzulis und Frank Holle (von links) beantworteten bei der Podiumsdiskussion die Fragen von zahlreichen Schülern der Lise-Meitner-Schule. (Claudia Ihmels)

Stuhr-Moordeich. Mit Podiumsdiskussionen kennen sich die drei Kandidaten für das Stuhrer Bürgermeisteramt mittlerweile aus, eine Premiere war am Dienstagmorgen in der Lise-Meitner-Schule aber das Zusammentreffen mit zahlreichen Jungwählern. Die Schüler von drei zehnten Klassen hatten sich im Forum der Moordeicher Schule eingefunden, um Frank Holle (CDU), Stephan Korte (unabhängig, unterstützt von SPD und Grünen) und André Uzulis (FDP) ihre Fragen zu stellen. Dabei ging es viel um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), die Umwelt, aber auch um die Erinnerungen der Kandidaten an ihre eigene Schulzeit.

Die Junge Union und die Jusos hatten die Veranstaltung angeregt und kurzfristig in Kooperation mit der Schule organisiert. „Das ist Politik aus erster Hand“, sagte Schulleiter Jürgen Böckmann zur Begrüßung, bevor er an Schülersprecher Jonas Rosenberg übergab, der die Moderation übernommen hatte. Nach einer Vorstellungsrunde wollte er von Holle, Korte und Uzulis zunächst wissen, wie sie ihre eigene Schulzeit empfunden haben. Holle bekannte, dass er mit Naturwissenschaften gar nichts anfangen konnte. „Aber man kann trotzdem was werden“, ergänzte er und lobte außerdem die Durchlässigkeit der Kooperativen Gesamtschulen, die ihm auch zugute gekommen waren. Uzulis outete sich als schlechter Schüler in Mathe und zeitweise auch in Französisch. Aus letzterem Tal habe er sich aber wieder herausgearbeitet, später sogar Französisch studiert. „Das hat mir gezeigt, es ist alles möglich im Leben“, sagte er. Korte verriet, dass er seine Schulzeit in keiner guten Erinnerung hat. „Ich war ein Spätzünder“, sagte er. Von der Familie her habe er trotz Empfehlung nicht aufs Gymnasium gedurft, dann nach einer schwierigen Phase zunächst einen „mittelmäßigen Realschulabschluss“ erreicht. „Die heutige Durchlässigkeit des Schulsystems ist unschätzbar“, betonte auch er. 

Wie die Kandidaten zu den „Fridays for Future“-Demonstrationen stehen, wollte später eine Schülerin wissen. „Ich finde es gut“, antwortete Frank Holle. In Tarmstedt, wo er derzeit Bürgermeister ist, habe man die Lösung gefunden, mit einzelnen Klassen quasi als Schulveranstaltung an den Demonstrationen teilzunehmen. Und ansonsten müssten die Schüler eben dazu stehen, wenn dann „unentschuldigt gefehlt“ im Zeugnis vermerkt werde. Lob kam auch von Stephan Korte: „Ich finde es absolut begrüßenswert“, sagte er. Würden die Demonstrationen am Wochenende stattfinden, würden sie niemanden interessieren, vermutete er. Das Schwänzen müsse man als Erwachsener etwas gelassener sehen. Das sah André Uzulis anders. „Ich habe ein Problem mit dem Freitag“, sagte er mit Verweis auf die Schulpflicht, betonte aber auch, dass er die Aktion insgesamt gut findet. „Ich habe mich lange gefragt, wo die jungen Leute sind“, so der FDP-Kandidat.

Das Thema ÖPNV trieb gleich zwei Schüler um. Korte betonte, dass er das Projekt „kostenloser ÖPNV für Schüler“ unterstützen möchte, Uzulis sah „deutlichen Verbesserungsbedarf“ beim jetzigen Angebot. Die Linie 8 sei wichtig, aber man müsse auch die Ortsteile im Blick behalten. Holle findet die Idee einer Expressbuslinie sehr interessant, außerdem möchte er, dass der Kauf eines Jugend- und Freizeittickets von der Gemeinde finanziell unterstützt wird.

Als ein Schüler von Uzulis wissen wollte, was er auf seiner Homepage mit „attraktiven Freizeitmöglichkeiten“ meinte, drehte der den Spieß kurzerhand um. „Ich möchte mich mit euch zusammensetzen und herausfinden, welche Wünsche es gibt“, antwortete er, woraufhin mehrere Schüler verrieten, was ihnen in Stuhr fehlt. Für vieles müsse man nach Bremen fahren, etwa zum Schwimmen oder ins Kino, so eine Schülerin. „Man kann in Stuhr nicht tanzen gehen“, sagte eine andere Zehntklässlerin. Sie regte außerdem an, die Partnerschaft der Gemeinde mit Ecommoy in Frankreich zu intensivieren. „Für mich fehlen Aufenthaltsmöglichkeiten draußen“, warf ein Schüler ein. Frank Holle brachte erneut seine Pläne für ein Jugendparlament in Stuhr ins Spiel. Genau solche Ideen könnten dort behandelt werden.

Jürgen Böckmann freute sich über das große Interesse der Schüler. Die der Jugend oft nachgesagte Politikverdrossenheit stelle er nicht fest, so der Schulleiter.


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