DLRG-Landesverbandstagung in Achim Rettungsschwimmer haben kreative Ideen

Achim. Bei der Landesverbandstagung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind an diesem Wochenende Rettungsschwimmer aus ganz Niedersachsen zusammen gekommen.
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Von David Rosengart

Achim. Der neongelbe Schriftzug DLRG steht für ehrenamtliches Engagement in der Wasserrettung und schnelles Eingreifen von professionell ausgebildeten Helfern im Ernstfall. Ob beim Bahnen ziehen im Oyter See oder beim Planschen in der Weser: Die Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) haben ein wachsames Auge auf die Schwimmer, die sich in dem nassen Element gefährden oder schlicht überschätzen. Am vergangenen Sonnabend traf sich der Niedersächsische Landesverband in Achim, um über neue Projekte oder die neuen, "sich ins Stadtbild integrierende" Altkleidercontainer zu debattieren. Und natürlich auch, um das vergangene Jahr zu resümieren.

Unter Leitung des Landesverbandsvorstands, inklusive des Niedersächsischen Landesverbandspräsidenten Hans-Jürgen Müller, kamen die Leiter aus den 18 niedersächsischen DLRG-Bezirken zusammen. "Auf der jährlichen Landesverbandsratstagung kanalisieren wir unsere Impulse, besprechen anstehende Beschlüsse und beraten über neue Projekte der DLRG", erklärte Müller die Tagesagenda.

Mit rund 90000 Mitgliedern ist der Niedersächsische DLRG-Verband der größte bundesweit. In 300 Ortsgruppen unterteilt agiert die gemeinnützige und selbstständige Wasserrettungs- und Hilfsorganisation an allen Stränden und Ufern des Bundeslandes. "Eine unserer Hauptaufgaben ist es, Kindern eine vernünftige Schwimmausbildung zu gewährleisten. Das darf man neben all den anderen Tätigkeiten nie außer Acht lassen", betonte Tagungsleiter Müller. In Kooperation mit der Niedersächsischen Sparkasse hat die DLRG das Projekt "Vom Frühschwimmer zum Rettungsschwimmer" ins Leben gerufen. Circa 280 neue Schwimmkurse konnten demnach mit den "erheblichen finanziellen Mitteln" der Sparkasse von den Ortsgruppen veranstaltet werden.

"Die Schwimmtätigkeit bei Kindern und Jugendlichen lässt immer mehr nach. Jedes zweite Kind kann nicht mehr richtig schwimmen", zeigte sich Pressesprecher Ralf Zimmermann besorgt. Solche Zahlen seien ein wichtiges Indiz für die Notwendigkeit einer grundständigen Schwimmausbildung durch erfahrene Trainer. Schirmherr des Projektes ist Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister.

Ein weiterer wichtiger Tätigkeitsbereich der Hilfsorganisation ist außerdem der Katastrophenschutz, der eine aufwendige Ausbildung und ein professionelles technisches Equipment voraussetzt. Aus einem vom Bund erstellten und über die Bundesländer verteilten Budget für den Katastrophenschutz hat die Niedersächsische DLRG Gelder für zwei neue Spezialfahrzeuge bewilligt bekommen. Die großen Lastwagen sind mit Sanitäts- und Taucherausrüstung, einem mobilen Boot und einem Kran zur Bergung ausgestattet. Die Kosten für ein solches Spezialgefährt belaufen sich auf 360 000 Euro. Bis 2013/2014 sollen die Fahrzeuge der speziell ausgebildeten Katastrophensparte des DRLG zugeteilt werden.

Ein weiteres großes Vorhaben ist das Altkleidercontainerprojekt der Organisation. "Wir finanzieren uns aus Mitgliederbeiträgen und natürlich auch zu einem großen Teil aus Spenden, die wir zum Beispiel aus der Altkleidersammlung erzielen", erklärte Hans-Jürgen Müller. Die DLRG stellt Container in Konkurrenz zu Kommunen oder anderen Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz auf, und verkauft die gesammelten Kleidungsstücke an ein Unternehmen. Die daraus erzielten Gewinne kommen neuer Ausrüstung oder weiteren Schwimmkursen zu gute.

"Wir fanden die bisherigen Altkleidercontainer immer zu grau und langweilig, da haben wir uns etwas einfallen lassen", sagte Pressesprecher Zimmermann. In Kooperation mit der Bremer Hochschule für Künste hat die DLRG farbenfrohe, mit kreativen Geschichten beschriftete Container im strahlendem orange und maritimem dunkelblau konzipiert. Die künstlerische Gestaltung übernahmen Studenten und Professorinnen der Hochschule. Mit diesem neuen, "schicken" Design sollen die Sammelboxen konkurrenzfähiger werden. "Wichtig ist natürlich, dass die Kommunen mit uns zusammenarbeiten und uns Stellflächen zur Verfügung stellen", so Zimmermann weiter.

Weiterhin nimmt die DLRG an einem Austauschprogramm von Rettungsschwimmern zwischen Südafrika und dem Bundesland Niedersachsen teil. Der Landesportbund und das Innenministerium sind Paten des Projektes. Im Sommer des kommenden Jahres werden drei südafrikanische Schwimmer auf Borkum oder Cuxhaven eingesetzt.

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