Polizei beschlagnahmt Handtaschen Riesen-Flohmarkt mit mehr als 500 Ständen

Verden. Auf rund 15000 Quadratmetern veranstalteten die Verdener einen Flohmarkt mit über 500 Ständen. Ärger gab es für eine Ausstellerin, die gegen den Artenschutz verstieß: Die Polizei konfiszierte Handtaschen aus Reptilienleder.
17.05.2010, 09:11
Lesedauer: 2 Min
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Von Angelika Siepmann

Verden. Als Druck oder in Öl, mit prächtigem Goldrahmen oder schlichter Holzleiste drumherum - der röhrende Hirsch überm Sofa scheint in Deutschlands guten Wohnstuben ausgedient zu haben. Oder warum sonst wurden auf dem Verdener Frühlingsflohmarkt so viele Darstellungen brüllender Geweihträger zur Brunftzeit angeboten?

Gudrun Huck hatte ein besonders prächtiges Exemplar im Sortiment. 'Ist nicht von van Gogh, aber ganz gediegen und günstig', erklärte sie schmunzelnd. Schon zum fünften Mal offerierte sie das idyllische Bildnis des kapitalen 'König des Waldes' auf einem Flohmarkt - vergeblich. 'Kaufen will´s keiner', sagte Huck und zeigte Verständnis für eine Frau, die mit dem Machwerk zwar liebäugelte, das Portemonnaie aber lieber stecken ließ: 'Wenn ich damit nach Hause komme, gibt´s Ärger'.

Verstoß gegen den Artenschutz

Richtig Ärger bereitete Margit Rückert aus Bergen der ungebetene Besuch an ihrem Stand am Rande des rund 15 000 Quadratmeter großen Marktareals auf dem Gelände der Kreisverwaltung. Polizeibeamte in Zivil und eine Mitarbeiterin des Amtes für Wasser, Abfall und Naturschutz des Landkreises konfiszierten drei Handtaschen aus Reptilienleder.

Sie habe keinen Nachweis über die ursprüngliche Herkunft vorlegen können, räumte die ältere Dame ein. Sie habe die Taschen auf einem Flohmarkt und bei einer Haushaltsauflösung erworben. 'Aber ich wusste doch überhaupt nicht, dass ich die hier nicht anbieten darf. Woher denn?' Die Inspektoren hätten auch als erstes ihr Autokennzeichen notiert. 'Ich kam mir fast vor wie eine Diebin'.

Derlei Aufregungen blieben den übrigen rund 550 Marktbeschickern erspart. Diese hatten vielmehr zu kämpfen, sich während der mehr oder weniger starken Besucherströme gegen Petrus´ Beigaben zu stemmen. Wetterfeste, wärmende Kleidung und belebende Heißgetränke waren ein Muss für all diejenigen, die schon vor dem Morgengrauen mit Krims, Krams und Klamotten auf dem Trödelmarkt eintrudelten. Rund 420 Beschicker hatten sich im Vorfeld einen Platz reservieren lassen.

Auch für kurzentschlossene Nachzügler fand der veranstaltende Förderverein der Fußballjugend des TSV Dauelsen nach exaktem Organisationsplan noch ein abgestecktes Revier. Ab 4 Uhr durfte aufgebaut werden, um 8 Uhr begann der Verkauf offiziell. Erfahrene Schnäppchenjäger mit Taschenlampe waren zu diesem Zeitpunkt schon längst wieder auf dem Rückzug...

Das rund 25-köpfige Team des Fördervereins habe 'exzellente Arbeit geleistet', lobte TSV-Chef Wolf-Rüdiger Schlarmann. Wenn die Stadt einverstanden sei, werde man den Kraftakt auch im kommenden Jahr wieder auf sich nehmen. Es wäre das fünfte Mal.

Ayla (6) wird den Flohmarkt bestimmt in guter Erinnerung behalten. Mutter Sonja hat einen eleganten, hervorragend erhaltenen Puppenkinderwagen für nur zwei Euro ergattert. Puppen transportierte Ayla darin allerdings nicht. Eine plüschige Diddle-Maus, die das doppelte des Gefährts kostete, durfte darin Platz nehmen.

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