Röhrender Hirsch trifft afrikanisches Totem

Syke. Der alte Spruch "Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen", gilt vielleicht bei Sommergewittern, jedoch nicht bei Holzbildhauersymposien. Die Zeit der Skulpturen, welche die Künstler beim ersten Syker Bildhauersymposium 2003 gefertigt haben, läuft langsam ab. Buche halte einfach nicht so lange, wissen Nicole Giese, Kuratorin des Syker Vorwerks, und Ralf Vogeding, Leiter des Syker Kreismuseums. Also haben sie das Material für das nächste Bildhauersymposium, was vom 6. bis 26. Juni anlässlich der Straße der Kunst im Garten des Vorwerks über die Bühne geht, vorgegeben: Eiche und Douglasie. Aus 60 Bewerbern haben Nicole Giese und Ralf Vogeding gemeinsam mit Kunstprofessor Fritz Vehring drei Teilnehmer für das Symposium ausgewählt: Detlef Voges aus Syke, Reinhard Osiander aus Bremen sowie Emmanuel Eni aus Berlin. Unterstützt wird das Symposium von der Sparkassenstiftung und dem Landschaftsverband Weser-Hunte.
07.06.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von JörN Dirk Zweibrock

Syke. Der alte Spruch "Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen", gilt vielleicht bei Sommergewittern, jedoch nicht bei Holzbildhauersymposien. Die Zeit der Skulpturen, welche die Künstler beim ersten Syker Bildhauersymposium 2003 gefertigt haben, läuft langsam ab. Buche halte einfach nicht so lange, wissen Nicole Giese, Kuratorin des Syker Vorwerks, und Ralf Vogeding, Leiter des Syker Kreismuseums. Also haben sie das Material für das nächste Bildhauersymposium, was vom 6. bis 26. Juni anlässlich der Straße der Kunst im Garten des Vorwerks über die Bühne geht, vorgegeben: Eiche und Douglasie. Aus 60 Bewerbern haben Nicole Giese und Ralf Vogeding gemeinsam mit Kunstprofessor Fritz Vehring drei Teilnehmer für das Symposium ausgewählt: Detlef Voges aus Syke, Reinhard Osiander aus Bremen sowie Emmanuel Eni aus Berlin. Unterstützt wird das Symposium von der Sparkassenstiftung und dem Landschaftsverband Weser-Hunte.

Drei Wochen Zeit bleibt den Künstlern nun, um aus ihren Zeichnungen und Modellen eine Skulptur zu formen. Da das Thema völlig frei war, bewegen sich ihre Skulpturen irgendwo zwischen röhrendem Hirsch und Totem. Während Eni seine afrikanischen Wurzeln in Form eines Totems samt Terrakotta-Masken ausdrückt, schnitzt Osiander aus Baumstämmen einen zweieinhalb Meter hohen Hirsch, der auf einem Sockel thront. Voges setzt sich in seinem Werk mit der Geschichte des Syker Vorwerks auseinander. Den einstigen Sitz der Amtmänner und Oberkreisdirektoren verewigt er "mit einem Augenzwinkern" in seiner Amtmannsfigur.

Jeweils dienstags, mittwochs, donnerstags, sonnabends, sonntags sowie Pfingstmontag von 9 bis 18 Uhr können Interessierte den Künstlern im Garten des Syker Vorwerks bei der Arbeit über die Schulter schauen. Bis zur Finissage am Sonntag, 26. Juni, um 15 Uhr, finden diese Schautage statt. Bei der Präsentation der entstandenen Objekte wird Emmanuel Eni außerdem seine Musikperformance "Black Man in European Kitchen" vorführen.

Im Garten des Vorwerks, auf den Fundamenten der Objekte vom ersten Bildhauersymposium, werden später die Skulpturen von Detlef Voges und Emmanuel Eni ihren Platz finden. Der röhrende Hirsch von Reinhard Osiander ziert künftig den Eingang der Waldwegezeichen an der Bundesstraße 6. Übrigens: Die Nachbarn des Vorwerks wissen Bescheid, dass dort in den nächsten drei Wochen öfter mal die Säge rotiert. Wo gesägt wird, entsteht eben Kunst.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+