Fußball-Kreisliga Rose hat den Ehrgeiz heruntergeschraubt

Syke. Etwas ungewohnt ist die Situation für Matthias Rose immer noch. Der Ex-Profi, der einst für den Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga spielte, kümmert sich nun um die Belange des TuS Syke in der Kreisliga. 'Mittlerweile bin ich deutlich ruhiger geworden', so Rose.
10.09.2010, 01:00
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Rose hat den Ehrgeiz heruntergeschraubt
Von Malte Bürger

Syke. Ein wenig ungewohnt ist die Situation für Matthias Rose immer noch. Der 39-jährige Ex-Profi, der einst für den Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga spielte, kümmert sich nun um die Belange des TuS Syke in der Kreisliga.

'Da muss man sich dann auch einfach mal daran gewöhnen, dass andere Dinge - beispielsweise berufliche oder private Angelegenheiten - bei einigen Spielern wichtiger sind', erklärt Rose. 'Vor einigen Jahren hätte mich so etwas noch richtig aufgeregt, dafür bin ich einfach zu ehrgeizig. Aber mittlerweile bin ich deutlich ruhiger geworden.'

Denn auch dem Syker Spielertrainer ist natürlich klar, dass die Uhren ein paar Klassen tiefer anders ticken. 'Ich habe den Ehrgeiz heruntergeschraubt und merke, dass meine Motivation der Spaß mit der Mannschaft ist und die Freude daran, dass die Jungs gerne zum Training kommen', verrät der gelernte Abwehrrecke. 'Aber dennoch will ich natürlich jedes Spiel gewinnen und am Ende bestenfalls aufsteigen.'

Gut gelungen

Derzeit ist seine Mannschaft auf einem guten Weg. Nach fünf Spieltagen liegt der TuS auf dem zweiten Rang. 'Der Start ist uns ganz gut gelungen, damit konnte man vorher nicht unbedingt rechnen', erzählt Rose. 'Im Nachhinein lässt sich allerdings auch sagen, dass wir durchaus noch mehr Punkte hätten holen können.'

Doch dann sind sie manchmal eben da - diese Probleme und Sorgen, die es im bezahlten Profi-Fußball nicht so häufig gibt. Da fehlen aus Urlaubs- oder anderen Gründen ein paar Akteure, doch um diese Ausfälle gewinnbringend auffangen zu können, mangelt es den Sykern derzeit noch am Material. 'Wir sind sehr dünn besetzt', weiß der 39-Jährige, der auch zu Zweitliga-Zeiten für den SV Meppen und den VfL Osnabrück sowie in der Regionalliga für Holstein Kiel und Preußen Münster auflief.

'Im Winter kommt ein richtiger Kracher hinzu'

'Doch wir arbeiten bereits intensiv daran. Mit zwei Spielern stehen wir in Kontakt, einer davon könnte bereits in der kommenden Woche zu uns stoßen. Und im Winter kommt dann mit Walid Sabehaioun nach seiner Wechselsperre natürlich noch ein richtiger Kracher hinzu.'

Spätestens dann hat Matthias Rose das, was er sich am sehnlichsten wünscht: einen großen Kader. Auch gern mit allen Begleiterscheinungen. 'Noch kam es glücklicherweise nicht vor, dass ich einen befreundeten Mitspieler bezüglich der Aufstellung enttäuschen musste. Aber ich weiß, dass ich irgendwann unbequeme Entscheidungen treffen muss, hoffe dann aber auf die passende Reaktion.'

Momentan sei die Stimmung jedenfalls bestens, 'auch weil ich ganz gut weiß, welchem Spieler ich in welcher Situation mal einen Spruch drücken kann', erzählt Rose schmunzelnd. Insbesondere in Zeiten, in denen Fußball-Schuhe längst nicht mehr nur schwarz sind und nach einem Kopfball gern mal die Cristiano-Ronaldo-Gedächtnisfrisur gerichtet wird, ist das nicht unwichtig. 'Es kommt schon vor, dass Spieler über eine vergebene Chance aus einem Bundesliga-Spiel lästern, dann aber keinen Pass über zehn Meter spielen können. Klar, dass ich dann einen Spruch raushaue', meint Rose lachend. Dafür kennt er das Profi-Geschäft einfach zu gut.

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