Bramstedter Werkstatt wurde am "Tag der offenen Töpferei" gut besucht Rotierende Töpferscheibe

Bramstedt. Erst ist es nur ein Klumpen Ton. Unter den Händen von Keramikermeisterin Brigitte Böhm nimmt er auf der rotierenden Töpferscheibe Form an. Zum Tag der offenen Töpferei konnten die Besucher eines der ältesten Handwerksberufe aus nächster Nähe betrachten und selbst Hand anlegen.
17.03.2011, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Luise Bär

Bramstedt. Erst ist es nur ein Klumpen Ton. Unter den Händen von Keramikermeisterin Brigitte Böhm nimmt er auf der rotierenden Töpferscheibe Form an. Zum Tag der offenen Töpferei konnten die Besucher eines der ältesten Handwerksberufe aus nächster Nähe betrachten und selbst Hand anlegen.

Viele Freunde der Tonkunst nutzten die Gelegenheit zu einem Besuch in der Bramstedter Werkstatt. In einer Ausstellung präsentierte Böhm eine große Vielfalt von Schalen, Vasen, Essgeschirr oder Kunstobjekten für Wohnung und Garten. Der Werdegang vom Rohstoff Ton bis zur Formung, Trocknung, dem Brennen und Glasieren ließ sich in der Werkstatt betrachten. Auf den Regalen standen Tonobjekte zur Lufttrocknung, einige hatten ihren sogenannten Rohbrand bereits hinter sich und warteten auf die Glasur, bevor sie zum richtigen Brand in den über 1200 Grad heißen Ofen geschoben werden. "Die hohe Temperatur macht Töpfe und Gartenkeramik frostsicher", erklärt Böhm.

Elastischer Werkstoff

Wenn sich Brigitte Böhm an ihr Arbeitsgerät setzte, schauten ihr die Gäste interessiert über die Schulter und manche folgten der Einladung, selber Platz zu nehmen und Hand anzulegen. Mit ein wenig Wasser wurde der Ton zu einer elastischen Masse, Hände und Finger gaben ihr die Form. Wie von Zauberhand ließ sich der Ton nach oben ziehen, der geringste Fingerdruck von der Mitte aus erzeugte bauchige Wände oder ausladende Ränder. Die Töpferscheibe stand den ganzen Tag nicht still. Erwachsene wie Kinder probierten das Töpfern aus.

Den Werkstoff bezieht Böhm aus einer Tongrube im Westerwald. "Das ist eine gute Qualität für Geschirr", erklärte sie. Fein wie Puder fühlt sich der Ton an und doch war dieses Mineral einst in der Erdgeschichte ein fester Granitfels, nachdem der aus dem glühenden Erdinneren kommend an der Oberfläche erstarrte. Die Kräfte der Verwitterung machten daraus aus Millionen von Jahren die Masse, die die Menschheit seit Jahrtausend benutzt, um Gebrauchsgegenstände oder Ziegel herzu stellen. Brigitte Böhm wusste viel über ihr Handwerksmaterial und die Töpferei zu erzählen. Seit über 40 Jahren ist sie in ihrem Beruf tätig und schätzt daran besonders, dass sich Handarbeit und Kreativität verbinden lassen.

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