DELMENHORSTER KURIER VOR 25 JAHREN

Rückenwind aus der Forschung fürs Museum

Die Gründung der Museen auf der Nordwolle stößt auf viel Interesse, auch bei Privatleuten, wie eine Bedeutung Schenkung bewies. Und vor 25 Jahren besuchte Christian Wulff den Ganderkeseer Fasching.
16.02.2020, 06:00
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Von Volkmar Friedrichs
Rückenwind aus der Forschung fürs Museum

Vor einem Vierteljahrhundert bekam das Museum einen Briefwechsel mit Nordwolle-Gründer Carl Lahusen geschenkt.

Ingo Möllers

Wissenschaftliche Unterstützung bei der Planung und Gestaltung des Fabrikmuseums auf dem Nordwollegelände kommt seit einigen Jahren auch von der Universität Oldenburg. Dort habe laut Museumsleiter Hans-Hermann Precht eine Projektgruppe des Historischen Seminars bereits wertvolle Beiträge erarbeitet. Dazu gehört auch die Dokumentation von Martin Gohlke „Räte von 1918/19 in Delmenhorst“. Die Arbeit ist von der Oldenburger Universitätsgesellschaft mit dem Gerhard-Wachsmann-Preis ausgezeichnet worden – das sei, sagt Precht, ein Beweis für die Qualität der durch das Fabrikmuseum eingeleiteten Forschungsarbeiten. Inzwischen ist auch der Film von Inge Gerstner fertig, in dem ehemalige Mitarbeiter der „Wolle“ von ihren Arbeits- und Lebenserfahrungen berichten. Der Streifen soll künftig den Besuchern als Einführungsfilm in das Museum dienen. Und noch etwas Besonderes: Der frühere niedersächsische Bildungsminister und hamburgische Schulsenator Professor Joist Grolle hat dem Fabrikmuseum einzigartige, bisher unbekannte Dokumente zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um den Schriftwechsel seines Großvaters, des Sozialreformers Friedrich Schomerus, mit dem Unternehmer und Herrscher über das Nordwolle-Imperium, Carl Lahusen. (15. Februar 1995)


Unter den 800 Gästen des letzten Büttenabends der Faschingssaison 1993/94 weilte als Ehrengast auch Christian Wulff, Landesvorsitzender der niedersächsischen CDU und Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Wulff war einer Einladung von Dirk Wieting gefolgt, den er vor zwei Jahren bei der „Wetten, daß ...“-Veranstaltung der Ganderkeseer Landjugend kennengelernt hatte. Eigentlich wollte der Hoffnungsträger der CDU zusammen mit seiner aus Bremen stammenden Frau kommen, „doch in letzter Minute ist der Babysitter ausgefallen, sodass meine Frau auf die Kleine aufpassen muss“. (20. Februar 1995)


Knapp 4350 Aale haben die Mitglieder des Delmenhorster Fischereivereins in der vergangenen Saison in den Gewässern rings um Delmenhorst gefangen. Dabei schwammen ihnen allein im Altarm der Ochtum 1556 Aale in die Reusen, in der Welse fingen die Petrijünger 127 Bach- und 81 Regenbogenforellen und im Hasportsee bissen mit 383 Exemplaren am häufigsten die Rotaugen an, wie aus dem Fangbericht des Fischereivereins hervorgeht. Gefangen wurden aber auch Hechte, Karpfen, Zander und Schleie. Insgesamt holten die Mitglieder des Vereins in der jüngsten Saison 18 191 Fische mit einem Gesamtgewicht von 10 800 Kilogramm aus den Gewässern, wobei mit fast 5100 Fischen der Ochtum-Altarm an der Spitze lag. (17. Februar 1995)


Rollstuhlfahrern soll künftig der Besuch des Kleinen Hauses erleichtert werden. Hatte man zunächst daran gedacht, zehn Sitze in der Nähe der Bühne abzubauen, um Platz für Rollis zu schaffen, so wird jetzt eine andere Lösung verfolgt. Wie Stadtrat Friedrich Hübner dem Kulturausschuss des Delmenhorster Stadtrats mitteilte, sollen nun die infrage kommenden Plätze nur bei Bedarf abgebaut werden. Dazu müssen die Sitze aber entsprechend abbaubar verankert werden. Sollten sich dann bei Veranstaltungen Rollstuhlfahrer melden, werden die Sitze je nach Bedarf abmontiert. (18. Februar 1995)


Sarah und Marcel waren 1994 in Delmenhorst die beliebtesten Namen für Neugeborene. 22 Mal gab es eine Sarah und 26 Mal einen Marcel. Bei den Mädchen lag Jana auf Platz zwei vor Julia, Katharina und Lena, und bei den Jungen Alexander gefolgt von Fabian, Dennis und Tobias. Insgesamt registrierte das Delmenhorster Standesamt im vergangenen Jahr 1190 Geburten. (20. Februar 1995)


Die Gemeinde Ganderkesee will das Aufstellen weiterer Geldspielautomaten verhindern oder zumindest weniger attraktiv machen. Der Ausschuss für Finanzen, Haushalt und Wirtschaft des Gemeinderats hat deshalb beschlossen, mit Wirkung vom 1. April dieses Jahres an die Steuer auf den Betrieb solcher Geräte zu erhöhen und sie der anderer Gemeinden anzugleichen. Kämmerin Anke Fink-Heinemann hat schon mal die Folgen für den Gemeindehaushalt ausgerechnet: Mehreinnahmen von 41 000 Mark. Von der Steuererhöhung ausgenommen sind Musikautomaten, allerdings nur, wenn sie in Gaststätten oder Kantinen stehen. Laut Verwaltungsvorlage sind in der Gemeinde Ganderkesee 64 Geldspielautomaten aufgestellt, 47 davon in Gaststätten. In Spielhallen stehen 17 Geldspielgeräte und neun andere Geldautomaten wie Flipper oder Actionspiele. (18. Februar 1995)


Im vergangenen Jahr sind in Delmenhorst 165 Ausländer eingebürgert worden. Damit liegt die Stadt im Regierungsbezirk Weser-Ems unter allen kreisfreien Städten und Landkreisen hinter Osnabrück auf Platz zwei. Ganz weit vorn rangieren in Delmenhorst mit 128 Einbürgerungen Zugewanderte aus der Türkei. Die übrigen Eingebürgerten kamen aus Indien, Jugoslawien, Vietnam, Tunesien, Marokko, Syrien, Bosnien-Herzegowina, Großbritannien, Österreich, Pakistan, Peru, Philippinen, Polen und Tschechien. Und auch ein bisher Staatenloser war dabei. (21. Februar 1995)


Die abschließende Entscheidung im Delmenhorster Stadtrat fiel einstimmig aus: Das gemeinsame Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) der Stadt Delmenhorst und des Landkreises Oldenburg soll in der ehemaligen Uhrenfabrik in Hollen in Ganderkesee-Grüppenbühren eingerichtet werden. Damit ging eine mehr als zweijährige Diskussion unter den Fraktionen darüber, ob der Standort in Delmenhorst oder im Landkreis Oldenburg liegen sollte, zu Ende. (15. Februar 1995)


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