Weservertiefung: Klagen angedroht Salzbelastung sorgt Verbände

Wesermarsch. Die erwartete zunehmende Salzbelastung in der Weser und damit im Grabensystem der nördlichen Wesermarsch und Auswirkungen auf den Küstenschutz sind die zentralen Kritikpunkte des Landvolks, der Entwässerungsverbände und der Deichbände in der Wesermarsch. Frank Hentschel, Sprecher der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest in Aurich, die als Planfeststellungsbehörde fungiert, hat auf Anfrage mitgeteilt, dass das Thema Salzbelastung im Planfeststellungsbeschluss "abgearbeitet" sei. Will heißen: Es soll eine Lösung geben. Zu Details wollte er sich nicht äußern.
03.01.2011, 05:00
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Von Ulla UDEN

Wesermarsch. Die erwartete zunehmende Salzbelastung in der Weser und damit im Grabensystem der nördlichen Wesermarsch und Auswirkungen auf den Küstenschutz sind die zentralen Kritikpunkte des Landvolks, der Entwässerungsverbände und der Deichbände in der Wesermarsch. Frank Hentschel, Sprecher der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest in Aurich, die als Planfeststellungsbehörde fungiert, hat auf Anfrage mitgeteilt, dass das Thema Salzbelastung im Planfeststellungsbeschluss "abgearbeitet" sei. Will heißen: Es soll eine Lösung geben. Zu Details wollte er sich nicht äußern.

Der Entwurf für den Planfeststellungsbeschluss liegt dem Entwässerungsverband Butjadingen zwar noch nicht vor, aber Verbandsvorsteher Jan Dunkhase geht davon aus, dass er den Lösungsansatz kennt. "Die Deiche der Kanäle in Butjadingen sollen erhöht werden, damit vor Hochwasser mehr gering salzbelastetes Wasser in die Gräben gedrückt werden kann", erläutert er. Dieser Vorschlag war dem Verband vorgestellt worden.

Doch die Erhöhung der Deiche werde nicht ausreichen, betont Jan Dunkhase. Damit lasse sich die erwartete zusätzliche Salzbelastung von 0,5 Gramm pro Liter Wasser ausgleichen, aber nicht die Salzbelastung insgesamt. Am Siel in Beckum misst der Verband im Sommer mitunter Salzwerte von mehr als 10 Gramm.

"Wir brauchen eine große Lösung", betont der Verbandsvorsteher. Große Lösung bedeutet die Versorgung des Zuwässerungssystems in der nördlichen Wesermarsch mit unbelastetem Wasser. Eine entsprechende Studie ist bereits erstellt. Von Käseburg aus soll Wasser über bestehende und zum Teil neu zu bauende Kanalabschnitte in den Norden gepumpt werden. Die betroffenen Entwässerungsverbände und das Landvolk pochen darauf, dass Zusagen für die Finanzierung dieser großen Lösung vertraglich festgeschrieben werden. "Ansonsten können wir den Planfeststellungsbeschluss nicht akzeptieren", sagt Jan Dunkhase. Eine Klage wäre dann aus seiner Sicht unausweichlich.

Auch die Fischer könnten klagen. Um das Verfahren abzukürzen, werden die Klagen gleich vor der höchsten Instanz verhandelt: dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Das kann trotzdem Monate dauern. Ob parallel dazu bereits gebaggert wird - auch auf die Gefahr hin, die Rinne wieder zuschütten zu müssen -, steht noch nicht fest.

"Das Risiko müssen wir abwägen", sagt Frank Hentschel, Sprecher der Wasser- und Schifffahrtdirektion (WSD) Nordwest. Er rechnet mit dem Beginn der Baggerarbeiten zur Jahresmitte 2011. Unterdessen begrüßt der Wirtschaftsverband Weser die Ankündigung des Planfeststellungsbeschlusses. Die Länder Niedersachsen und Bremen seien nun aufgefordert, den Entwürfen der Planfeststellungsbeschlüsse zügig zuzustimmen, meint dessen Präsident Klaus Wedemeier.

Und so sehen die Pläne aus: Außen- und Unterweser sollen auf einer Strecke von 100 Kilometern vertieft werden, damit Schiffe mit mehr Ladung sowie größere Schiffe die Weserhäfen anlaufen können. In der Außenweser soll der Tiefgang der Weser - bei mittlerem Tideniedrigwasser - von 12,80 auf 13,80 Meter vertieft werden, vor Brake tideabhängig von 11,90 auf 12,80 Meter und in Bremen von 10,70 auf 11,10 Meter.

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