Schießstand Waakhausen Gutachter nimmt Arbeit auf

Die Ergebnisse eines Gutachtens zur Belastung von Boden und Wasser durch den Waakhauser Schießstand wird für Herbst erwartet
14.06.2020, 19:57
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Gutachter nimmt Arbeit auf
Von Bernhard Komesker

Worpswede/Osterholz-Scharmbeck. Die Abschätzung, welche Gefahren von den Altlasten im Bereich des Schießstands Waakhausen für Wasser und Boden ausgehen, gestaltet sich teurer und umfangreicher als zunächst angenommen. Wie berichtet, hatte der Kreis Osterholz die bewilligten Haushaltsmittel für das Gutachten im März von 60 000 auf 85 000 Euro aufgestockt. Eine Zuhörerin erkundigte sich jetzt im Kreistagsausschuss für Abfallwirtschaft nach den Einzelheiten. Demnach sei der Auftrag inzwischen vergeben worden, das Leistungsverzeichnis umfasste nach Angaben von Dezernent Werner Schauer 22 Seiten; der Ausschreibungsinhalt sei mit der Koordinationsstelle für naturschutzfachliche Verbandsbeteiligung abgestimmt worden.

Die Bürgerin bedauerte, dass die Dokumente nicht öffentlich einsehbar seien wie sonst bei öffentlichen Ausschreibungen üblich. Nach Sitzungsschluss teilte die Verwaltung auf Nachfrage der Redaktion mit, dies liege an der sogenannten Unterschwellenvergabeordnung. Dabei wird mit fünf Anbietern verhandelt, die zu einem Angebot aufgefordert werden. Da es bei der anstehenden Datenerfassung um die Beurteilung des Ist-Zustands gehe, sei eine Beteiligung von Nutzern, Betreiber oder Öffentlichkeit auch nicht vorgesehen. Untersucht werde die gesamte Anlage des Waakhauser Schießstands sowie teilweise auch angrenzende Flächen und Gewässerränder, so Schauer weiter.

Den Zuschlag bei der Ausschreibung hat die Bremer Geo- und Umwelttechnik-Firma Umtec erhalten, die bereits früher auf dem Areal gutachterlich tätig war. Mit Ergebnissen der Waakhauser Untersuchungen ist nach den Worten des Kreis-Dezernenten im Herbst dieses Jahres zu rechnen. Anwohner und Naturschützer drängen seit einiger Zeit auf eine Sanierung der Anlage; aus ihrer Sicht ist wegen der verwendeten Bleimunition Gefahr im Verzug. Der Betreiber sieht das anders, hat aber nach einigem Hin und Her mit Nachbarn und der Kreisbehörde den Betrieb teilweise und vorübergehend eingeschränkt.

Gegenüber der Redaktion ließ der Landkreis wissen, dass mit dem Gefährdungsgutachten noch keine Schätzung möglicher Sanierungsvarianten und -kosten möglich sein werde. Es sei vielmehr „die Basis für alle weiteren Überlegungen und Schritte“. Dörte Gedat (Grüne) hatte ihrerseits im Ausschuss nachgefragt, wann die Abgeordneten über die Ergebnisse informiert würden. Der Dezernent erwiderte, die nächste turnusmäßige Ausschusssitzung finde am 3. November statt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+