In Dörverden entsteht Deutschlands erstes Wolfcenter Schlafen im Tipi - neben einem Wolfsrudel

Verden. Sie gelten als schlau und gefährlich, sind gute Teamplayer und versierte Jäger: die Wölfe. Vor den Toren Verdens können Tierfreunde den Wölfen schon bald ganz nahe sein: In Dörverden entsteht derzeit Deutschlands erstes 'Wolfcenter'. Am 28. April wird es eröffnet.
07.04.2010, 18:10
Lesedauer: 2 Min
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Von Fabian Lenk

Verden. Sie gelten als schlau und gefährlich, sind gute Teamplayer und versierte Jäger: die Wölfe. Vor den Toren Verdens können Tierfreunde den Wölfen schon bald ganz nahe sein: In Dörverden entsteht derzeit Deutschlands erstes 'Wolfcenter'. Am 28. April wird es eröffnet.

Hinter dem Projekt stehen Christine und Frank Faß. Noch vor wenigen Monaten hatte der 35-Jährige einen Job als Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik bei Airbus in Bremen, die 38-Jährige war als Industriekauffrau beschäftigt. Mit ihrer Tochter bewohnten sie ein Reihenhäuschen. Die beiden gaben Jobs und Haus auf, um sich einen Traum zu erfüllen, den Traum von einem Tiergehege, das sie rund 1,5 Millionen Euro kostet. Neben der ehemaligen Bundeswehr-Kaserne in Dörverden baut das Paar zwei 9000 und 11.000 Quadratmeter große Gehege für ihre Wölfe.

Studium im Canis-Zentrum

'Diese Tiere faszinieren mich einfach', sagt der Ingenieur. 'Ihr Sozialverhalten ist beachtlich. Zudem sind sie vorausschauende Jäger. Und schließlich finde ich sie einfach schön.' Fass liebt die Natur, er mag Tiere. Er wuchs mit Hunden auf, wurde wie sein Vater Jäger. Außerdem ist er Falkner. Nach einem dreijährigen Studium im Canis-Zentrum für Kynologie darf sich Fass Hundetrainer und Verhaltensberater nennen - unter dem lateinischen Begriff Canis werden Wildhunde wie Wölfe und Schakale zusammengefasst; Kynologie leitet sich vom griechischen Kyon = Hund ab.

Nachdem Christine und Frank Faß im Mai 2005 während einer Urlaubsreise in Kanada ein 'Wolfcenter' gesehen hatten, sagten sie sich: 'Das muss auch bei uns zu Hause funktionieren.' Natürlich gebe es viele Wolfsgehege in den rund 450 Zoos und Wildparks in Deutschland, sagt Faß. 'Aber was erfährt man dort über diese Tiere?' Eine kleine Tafel am Gehege, das sei es oft auch schon. Doch das ist Frank Fass zu wenig: 'Wir möchten umfassend und objektiv über Verhalten, Lebensraum, soziale Strukturen, Jagd und Schutz der Wölfe informieren.'

Auf dem insgesamt 5,2 Hektar großen Grundstück in Dörverden an der Kasernenstraße hat das Ehepaar neben den beiden Gehegen mit je einem Teich auch Aussichtsplattformen gebaut. Von dort aus können die Besucher die Tiere in Ruhe beobachten. Alle zwei Stunden, so sieht es der Plan der Familie vor, gibt es einen 30-minütigen Vortrag über Biologie und Ökologie der Wölfe. Faß: 'Tägliche Schaufütterungen gehören ebenfalls dazu.'

Außerdem werden Kleintierstreichelzoo, Naturspielplatz und ein Indianerdorf errichtet, in dem Familien auch übernachten können - gleich neben den Wolfsgehegen. Im Restaurant Forstenhof , das die Familie Faß ebenfalls übernimmt und verpachtet, soll es ab Mitte Juni eine große interaktive Dauerausstellung geben, die vom Universum Bremen konzipiert wurde. Zielgruppen sind Schulklassen, Kindergärten, Familien, Hundehalter, Jäger und Reisegruppen.

Geöffnet ist das 'Wolfcenter' ab dem 28. April täglich zwischen 10 und 19 Uhr (außer montags und dienstags). Der Eintritt kostet 7 Euro pro Person (Kinder: 5,50 Euro). Die Wölfe aus dem Institut für Haustierkunde der Christian-Albrechts-Universität Kiel werden dann bereits ihr neues Quartier bezogen haben. Es handelt sich laut Fass um die drei neunjährigen Rüden Oblomow, Pjotr und Gontscharow sowie die siebenjährige Fähe Antoschka. Ab kommender Woche wird das Quartett sein neues Quartier erobern. Im Nachbargehege soll es dann auch schon tierisch zugehen - dort werden vier Wolfswelpen von Hand aufgezogen. Weitere Informationen unter www.wolfcenter.de.

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