Bürgermeisterwahl in Bassum

Schorling und Porsch wollen es wissen

Bassum. Aus zwei mach vier: Nach Bernadette Nadermann und Claus Marx haben jetzt auch Christian Porsch und Cathleen Schorling ihre Bewerbung für die Bürgermeisterkandidatur in Bassum bekanntgegeben.
04.02.2014, 08:00
Lesedauer: 4 Min
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Schorling und Porsch wollen es wissen
Von Christoph Starke

Aus zwei mach vier: Nach Bernadette Nadermann und Claus Marx haben jetzt auch Christian Porsch und Cathleen Schorling ihre Bewerbung für die Bürgermeisterkandidatur in Bassum bekanntgegeben. CDU-Fraktionsvorsitzende Schorling will sich am 11. Februar auf der Mitgliederversammlung ihrer Partei aufstellen lassen, Bürger-Block-Fraktionschef Porsch will dagegen als Einzelbewerber antreten.

Die Bassumer CDU hat nun auch eine Bewerberin für die Bürgermeisterkandidatur. „Cathleen Schorling ist einstimmig vom Stadtverbandsvorstand nominiert worden“, teilte Volker Meyer, der dem Stadtverband der CDU in Bassum vorsteht, mit. Offiziell muss sich die CDU-Fraktionsvorsitzende am 11. Februar bei der Mitgliederversammlung ihrer Partei zur Wahl stellen. Einen weiteren CDU-Kandidaten gibt es bisher nicht. „Ich traue ihr das zu“, sagte Meyer. Cathleen Schorling hätte eine große Integrationskraft und habe sich im Laufe ihrer kommunalpolitischen Tätigkeit Verwaltungsfachwissen angeeignet. Ursprünglich suchte die Partei auch nach externen Fachleuten für das höchste Amt der Stadt, wurde aber nicht fündig, wie Meyer mitteilte. Auch das Bassumer CDU-Eigengewächs Michael Gillner sah trotz Interesses von einer Kandidatur ab.

Und ab diesem Zeitpunkt überlegte sich Cathleen Schorling (47), für das Amt zu kandidieren. Zuspruch erhielt sie von vielen Bürgern der Stadt, erzählt sie. „Ich habe keine Verwaltungserfahrung. Ich möchte aus Sicht einer selbstständigen Unternehmerin einen anderen Blickwinkel in das Bürgermeisteramt bringen“, erläutert sie ihre Motivation. Einen Schwerpunkt will sie auf die Förderung der Seniorenarbeit legen. Ihr schweben Projekte zu neuen Wohnformen vor. Auch wünscht sie sich eine personelle Stärkung der frühkindlichen Erziehung. Außerdem will sie Gewerbetreibende nach Bassum locken. „Wir haben hier noch so viel Potenzial“, findet die Mutter einer erwachsenen Tochter. Obwohl sie die CDU im Rücken hat, hält sie fest: „Ich bin offen für Gespräche mit anderen Fraktionen.“

Cathleen Schorling ist nicht nur Fraktionsvorsitzende, sondern bereits stellvertretende Bürgermeisterin auf Ehrenamtsbasis und Ortsvorsteherin Bassums. Davor bekleidete sie auch das Amt der Stadtverbandsvorsitzenden. 2008 streckte sie bereits ihre Fühler in die höhere Politik aus, als sie sich CDU-intern für die Bundestagskandidatur bewarb. Sie unterlag allerdings Axel Knoerig, der dann 2009 das Ticket nach Berlin löste. Die gebürtige Bassumerin arbeitet als selbstständige Direktvermarkterin.

Auch Christian Porsch will es nun wissen, dabei winkte der Fraktionsvorsitzende des Bürger-Blocks im Herbst 2013 noch ab. „Das Nein war damals ernst gemeint“, behauptet er. Doch mehrere Bürger hätten ihn darauf angesprochen, ihm eine Kandidatur nahegelegt. Darunter seien Menschen gewesen, „deren Meinung ich schon ernst nehme“. Lange hätte er nun darüber nachgedacht. Am Wochenende sei seine Entscheidung gefallen, nicht ohne mit seiner Familie darüber zu sprechen, „ein ganz wichtiger Posten“, wie der 54-Jährige es ausdrückt.

Sein oberstes Ziel lautet: „Bassum nach vorne bringen.“ Als wichtige Themen sieht er die Zukunft des Rathauses an, die Umsetzung der Inklusion, die Förderung von Gewerbegebieten und die Energieversorgung. Die Stadtverwaltung würde er gerne als „modernen Dienstleistungsbetrieb“ sehen, in der vielleicht noch die eine oder andere Stelle eingerichtet werden könnte, für die der Bassumer sonst nach Syke oder Diepholz müsste. Als Beispiel nannte Porsch die Kfz-Zulassung.

Gerne würde Porsch sich mit den Fraktionen über seine Kandidatur unterhalten. Auf dem Ticket seiner Fraktion beziehungsweise seiner politischen Gruppe, dem Bürger-Block, fährt Porsch allerdings nicht. Stattdessen will er als Einzelbewerber antreten. „Ich bin für alle offen“, sagt er. Außerdem nehme er Rücksicht auf die Kandidatur von Claus Marx. Das Bürger-Block-Mitglied will ebenfalls Bürgermeister werden, aber auch als Einzelbewerber antreten. Beide sowie Bernadette Nadermann, die ebenfalls Bürgermeisterin werden will, müssen 160 Unterschriften sammeln, um für die Wahl am 25. Mai zugelassen zu werden. Das muss Schorling als Parteinominierte nicht.

Porsch sitzt nicht nur im Stadtrat, sondern auch im Diepholzer Kreistag als Mitglied der Freien Wähler. Der gelernte Landwirt und Agrarwissenschaftler arbeitet bei der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) als Außendienstler im Vertrieb. Christian Porsch ist verheiratet, zweifacher Vater und in der Lindenstadt geboren, er bezeichnet sich selbst als „verwurzelten Bassumer“.

„Der Bürger hat eine echte Wahl“

Helga Alves, Vorsitzende des Bürger-Blocks, freut sich nach Claus Marx’ Bewerbung nun über Porschs Ziel. „Das ist doch toll, dass man zwei fähige Leute hat.“ Andererseits mache das die Wahl nicht leichter. Eine Wahlempfehlung will die freie Wählergemeinschaft nicht aussprechen. Helga Alves: „Das passt auch gar nicht zu unserem Selbstverständnis.“ SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Lanzendörfer hält sich noch bedenkt: „Wir haben uns noch keine Meinung zu den beiden Bewerbungen gemacht.“ Dem Gesprächsangebot beider wolle sich die SPD aber nicht verschließen.

„Je mehr Bewerber, desto besser“, kommentiert Rainer Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, die Ambitionen von Schorling und Porsch. „Und das Bild wird immer breiter“, sagt er angesichts der mittlerweile vier Bewerber. „Nun hat der Bürger eine echte Wahl.“ Mit den Bewerbern wolle seine Partei sprechen. Ob sich die Grünen überhaupt für einen Kandidaten aussprechen, müsse die Fraktion noch entscheiden. Hartmann glaubt aber nicht, dass aus den Reihen der Grünen noch ein Bewerber auftaucht.

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