Für sonderpädagogische Versorgung Schritt auf dem Weg zur Inklusion

Hude. In der Gemeinde Hude soll die Inklusion Wirklichkeit werden. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde am Mittwoch auf der Sitzung des Schulausschusses gemacht, indem das Gremium einstimmig dem Beschluss zustimmte, dass es in den Huder Grundschulen ab dem 1. August 2011 die sogenannte sonderpädagogische Grundversorgung geben soll.
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Schritt auf dem Weg zur Inklusion
Von Florian Cordes

Hude. In der Gemeinde Hude soll die Inklusion Wirklichkeit werden. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde am Mittwoch auf der Sitzung des Schulausschusses gemacht, indem das Gremium einstimmig dem Beschluss zustimmte, dass es in den Huder Grundschulen ab dem 1. August 2011 die sogenannte sonderpädagogische Grundversorgung geben soll.

Diese Grundversorgung sieht vor, dass Förderschullehrer in die Klassen der Grundschulen kommen und dort mit den Kindern arbeiten. 'Und zwar sowohl mit Kindern, die ein auffälliges Verhalten zeigen, wie auch mit den unauffälligen Kindern', erklärte Jörn Werner, Fachberater für Sonderpädagogik im Landkreis Oldenburg und Lehrer an der Förderschule Hude. Das Ziel soll die Prävention und integrative sonderpädagogische Förderung der Schüler sein. Außerdem ist durch die Grundversorgung keine Überweisung von Kindern an Förderschulen mehr vorgesehen. 'Nur bei extrem auffälligen Kindern wäre das noch der Fall. Sie müssten dann für einen bestimmten Zeitraum in eine Förderschule gehen, um dort das richtige Verhalten zu lernen', sagte Werner.

Bisher ist aber nur angedacht, dieses Konzept für die Grundschulen anzuwenden. 'Dass wir ab Klasse fünf noch kein Konzept haben, ist natürlich ein Problem', gestand Werner ein. 'Dort ist auch ein Bedarf vorhanden. Erste Überlegungen für eine Lösung gibt es allerdings schon.'

Die sonderpädagogische Grundversorgung tritt zwar erst mit einer geplanten Änderung im niedersächsischen Schulgesetz zum 1. August 2012 verbindlich in Kraft, Verwaltungsvize Wolfgang Martens erklärte allerdings, dass man in Hude schon zum kommenden Schuljahr mit dem Konzept starten könne. Zudem erklärte die Verwaltung, dass auf die Gemeinde keine Unsummen zukommen würden. Das versicherte auch Mechthild Walk, Rektorin der Grundschule Süd. 'Wir würden sicherlich nicht den Haushalt auf den Kopf stellen', sagte sie. 'Wenn wir das Konzept jetzt nicht angehen, dann machen wir einen Rückschritt.'

Die Ausschussmitglieder sahen dies genauso - auch Michael Grashorn (Die Grünen). Er äußerte dennoch einige Bedenken, dem Konzept so früh zuzustimmen. 'Prinzipiell ist es eine gute Sache und überfällig. Ich sehe allerdings die Gefahr, dass die Grundschullehrer überfordert werden', sagte er. Außerdem kritisierte er, dass in den politischen Gremien die Schwachpunkte nicht ausführlich diskutiert wurden. 'Zurück zum alten Förderschulsystem will natürlich niemand. Aber wir müssen hoffen, dass es durch dieses Konzept am Ende kein böses Erwachen gibt', mahnte er die anderen Politiker.

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