Schießanlage in Immer fertig

11 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden

Der Schützenverein Bürstel-Immer wollte in diesem Monat seine frisch renovierte Schießanlage mit einem Bundesschützenfest einweihen. Die Anlage ist zwar fertig, doch Corona zwingt zur Verschiebung.
13.05.2020, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Tobias Hensel
11 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden

Vorsitzender Carsten Wichmann hatte sich auf das Bundesschützenfest Ende des Monats gefreut. Der Schießstand hätte gebührend eingeweiht werden können. Nun kommt es anders, das Fest ist um ein Jahr verschoben, aber Wichmann blickt zuversichtlich in die Zukunft.

INGO MÖLLERS

Ganderkesee-Immer. Eigentlich wollte der Schützenverein Bürstel-Immer bereits im vergangenen Jahr ein großes Bundesschützenfest veranstalten und damit seine neue Schützenhalle einweihen. Doch daraus wurde nichts, die Umbauarbeiten gerieten ins Stocken, als immer mehr gemacht werden musste. „Der Plan für die Modernisierung reifte vor etwa zehn Jahren“, sagt Carsten Wichmann, der Vorsitzende des Vereins, „wir mussten uns also überlegen, wo wir das Geld hernehmen und Förderanträge schreiben.“ Schnell war klar, dass es einer neuen Baugenehmigung bedarf, womit der Aufwand größer wurde und der Zeitplan nicht mehr zu halten war. Denn zwischenzeitlich fiel mit dem Ende des Gasthofs Witte auch die Gastronomie auf dem Gelände weg und der Schützenverein musste nun selbst für genügende Parkplätze und weitere Auflagen des Baurechts sorgen. So kam es, dass der Schießstand, der ursprünglich sogar schon vor drei Jahren fertig sein sollte, wie Wichmann sagt, erst dieser Tage fertiggestellt werden konnte, nachdem die Bauarbeiten am 9. November des vergangenen Jahres begonnen hatten.

Rund 160 000 Euro hat der Verein investiert, davon rund 40 000 Euro aus Eigenmitteln. Die restlichen 120 000 Euro kamen aus Förderungen durch den Landessportbund, den Landkreis und die Gemeinde und entsprechen genau der Summe, die der Verein vorher beantragt hatte: „Darüber sind wir natürlich sehr glücklich, vor allem haben wir einen guten Zeitpunkt erwischt: Vorher waren die Töpfe leer – und was jetzt nach Corona geschieht, kann noch niemand absehen“, sagt Wichmann. Sein Verein hatte gut 11 000 Arbeitsstunden ehrenamtlich eingebracht und die sechsmonatige Bauzeit war weitestgehend kalkuliert. „Sicherlich hat uns die Corona-Krise die Arbeit etwas erschwert, aber wir haben das gut gemeistert“, sagt Wichmann.

Und viel wurde gemacht. Die Außenmauern mussten aufgestemmt und mit neuen Querbalken versehen werden, der Schießstand an sich wurde komplett renoviert mit neuem Fußboden auf neu gegossenem Fundament, neuen Verkleidungen und der notwendigen Möblierung. Auch die Technik wurde auf den neuesten Stand gebracht. „Einst waren wir die ersten in Ganderkesee mit einer Computer-Mess-Anlage, damals noch auf einem C64 und mit MS DOS, jetzt haben wir wieder eine Anlage auf dem neuesten Stand“, sagt Wichmann. Und während die Bleigeschosse früher in den Schießplatten landeten, sich verformten und auf den Boden fielen, werden sie nun durch eine spezielle Membran gebremst und in einem Granulat aufgefangen. „Das senkt den Lärmpegel bedeutend“, erklärt Wichmann.

Der Schießstand entsprach nicht mehr den aktuell geltenden Vorgaben, aber weil der Umbau schon seit ein paar Jahren angekündigt war, wurde Bestandsschutz gewährt. Nun sind die Vorgaben erfüllt, weshalb auch ein Schießplatz entfernt werden musste, was die Gesamtzahl von neun auf acht Plätze bei größeren Abständen reduziert. Ein weiteres Ziel hat der Verein mit seinen gut 430 Mitgliedern aber noch: Die Erneuerung der Technik des Luftgewehrstands, doch dafür sei der Verein auf weitere Spenden durch Mitglieder und Unternehmen angewiesen. Jedoch hält es Wichmann nicht für ausgeschlossen, den Luftgewehrstand bis zum nächsten Jahr fertigzustellen Dann könnte im nächsten Jahr das nun doppelt verschobene Bundesschützenfest in einer vollständig erneuerten Anlage endlich angemessen gefeiert werden.

„Ich bin zuversichtlich, dass unser Verein gestärkt aus dieser Corona-Krise hervorgehen wird“, sagt Wichmann. Sicherlich würden Verluste durch den Ausfall des diesjährigen Schützenfestes zu erwarten, doch würden sich diese im Rahmen halten: „Unser Schützenfest wird nie mit großer Zeltparty gefeiert, entsprechend haben wir generell nicht so hohe Ausgaben und dadurch durch den Ausfall auch keine katastrophalen finanziellen Einbußen“, meint Wichmann. Das jährliche Schützenfest des Vereins fällt in diesem Jahr erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg aus und soll im nächsten Jahr am Himmelfahrtswochenende, 15. und 16. Mai, nachgeholt werden. Der Verein hofft, seine neue Anlage im kleineren Rahmen noch dieses Jahr einzuweihen.

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