Stadt verbaut mehrere Millionen Euro

Schulen und Kindergärten werden renoviert

Achim. Über den Winter reden mitten im Sommer? Man kommt nicht drum herum, befragt man Steffen Zorn nach den Baustellen der Stadt Achim in diesen Sommerferien. Die mit Abstand größte ist die Astrid-Lindgren-Grundschule.
13.07.2010, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Schulen und Kindergärten werden renoviert
Von Ralf Michel
Schulen und Kindergärten werden renoviert

Abgeschlossen werden soll in den Ferien die Sanierung des Hallendaches an der Schulturnhalle in Bierden. Wie vom Ortsaus

CHRISTIAN BUTT

Achim. Über den Winter reden mitten im Sommer? Man kommt nicht drum herum, befragt man Steffen Zorn nach den Baustellen der Stadt Achim in diesen Sommerferien. Die mit Abstand größte ist die Astrid-Lindgren-Grundschule. Und sie wird es noch eine ganze Weile bleiben, auch wenn die Schule wieder begonnen hat, bedauert der Chef der städtischen Grundstücks- und Gebäudeverwaltung (GGA). Schuld daran ist der lange Winter.

Eine Mensa und weitere zusätzliche Räume für die Ganztagsschule, die Dachsanierung, die komplette Erneuerung der Regenentwässerung, nicht zu vergessen die Sanierung des feuchten Werkraumes und der neue Notausgang im Keller - 'in der Astrid-Lindgren-Grundschule wird an allen Ecken und Enden gekloppt', beschreibt Zorn die Lage an der Schule.

Rund 1,5 Millionen Euro werden hier in kürzester Zeit verbaut, größtenteils Geld aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. 'Wir geben alles, damit die Handwerker raus sind, wenn die Kinder nach den Ferien wieder in die Schule kommen', betont Zorn. Überschneidungen seien aber wohl nicht zu vermeiden. 'Hier fehlt uns einfach die lange Winterzeit, in der wir nicht anfangen konnten.'

Zumal es nach Abschluss der genannten Arbeiten gleich weiter geht: Weitere 1,3 Millionen Euro fließen in die energetische Sanierung des Hauptgebäudes der Schule. Unter anderem werden die Fensterfassaden komplett erneuert. 'Das wird zum Teil während des laufenden Schulbetriebs geschehen', kündigt der GGA-Chef an und hat wenig erbauliche Nachrichten für Kinder und Kollegium. 'Die Schule hat schon ein schwieriges Jahr hinter sich, und es wird wohl noch ein weiteres werden.'

Trotzdem sollte aus Zorns Sicht hierbei ein positiver Faktor nicht außer Acht gelassen werden - dass die Stadt dank der Zuschüsse von Bund und Europäischer Union ('Soziale Stadt') überhaupt in der Lage sei, in schwierigen finanziellen Zeiten so viel Geld in Anbauten und Sanierung zu stecken. 'Besser so, als wenn wir später noch viel größere Probleme mit der Bausubstanz der Schule hätten.'

Die Astrid-Lindgren-Grundschule ist ohne Frage die größte Sanierungsmaßnahme der Stadt, aber bei weitem nicht die einzige. Wie immer, nutzt die GGA die Sommerferien, um Schulen und Kindergärten in vielerlei Hinsicht auf Vordermann zu bringen. In der Grundschule Uphusen werden eine Mädchen-Toilette und das Behinderten-WC saniert, außerdem ein zusätzlich benötigter Klassenraum hergestellt. Kostenrahmen insgesamt: 30000 Euro. In der gleichen finanziellen Größenordnung bewegt sich die Sanierung der maroden Schmutzwasserkanäle in der Grundschule am Paulsberg.

Umfangreicher sind die Arbeiten in Bierden. Auch hier wird die Entwässerung verbessert, allerdings geht es nicht um Schmutz-, sondern um Regenwasser. 'Die Schule liegt sehr tief, deshalb bauen wir einen neuen Pumpensumpf ein.' Um den Schulhof vor Überschwemmungen zu bewahren, wird außerdem die Böschung mit Baumstämmen abgesichert. 'Darunter legen wir eine Kiesschicht, damit möglichst wenig von dem Wasser, das die Stämme aufhalten, noch runterfließt', erklärt Zorn, und hat in diesem Fall mal eine gute Nachricht für die Schulkinder. 'Die Baumstämme können von den Schülern beim Spielen genutzt werden.'

Auch in der Aula der Grundschule wird gewerkelt. Sie bekommt eine neue Decke und eine neue Beleuchtung. Insgesamt 70000 Euro veranschlagt Zorn für die Bauarbeiten an der Schule. Hinzu kommen 200000 Euro für die Sanierung des Turnhallendaches, die in den Sommerferien abgeschlossen werden soll. 'Wie vom Ortsausschuss beschlossen, werden wir anschließend eine Raumluftmessung durchführen', berichtet Zorn, der in diesem Zusammenhang bedauert, dass die Sanierung der sanitären Anlagen der Grundschule wegen der klammen Haushaltslage der Stadt verschoben wurde.

Wie ohnehin der GGA im Zuge des allgemeinen Sparzwangs die Mittel arg gestutzt worden seien. 'Eigentlich sollte an allen Grundschulen die Elektro-Sanierung und die der Sanitärbereiche fortgesetzt werden, aber das wurde nun erstmal zurückgestellt.' Lediglich kleinere Arbeiten in den Grundschulen Uesen und Baden waren noch möglich. Hinzu kommen die Dach- und Deckensanierung an der Realschul-Turnhalle (50000 Euro) sowie neue Sanitäranlagen in der Kindertagesstätte Baden (30000 Euro) und Kanalreinigungsmaßnahmen an der Kita Bierden (10000 Euro).

Entwarnung gibt Steffen Zorn in einem anderen Bereich und ist damit wieder beim Thema Winter: Die vielen Löcher, die dieser in den Straßen der Stadt hinterlassen hatte, sind zu 99 Prozent repariert. 'Und sie waren nicht so groß wie befürchtet.' Rund 40000 Euro waren hierfür zu berappen.

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