Grundschule Uphusen

„Schulkinder müssen lernen dürfen“

Mit einem offenen Brief haben sich die Verantwortlichen der Grundschule Uphusen an Politik und Verwaltung gewandt, um ihrem Unmut über die geplante Einrichtung einer Kitagruppe im Schulgebäude Luft zu machen.
02.05.2019, 16:52
Lesedauer: 3 Min
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„Schulkinder müssen lernen dürfen“
Von Elina Hoepken
„Schulkinder müssen lernen dürfen“

Kita- und Schulkinder in einem Gebäude – das kann aus Sicht des Schulvorstandes und -elternrates in Uphusen nicht funktionieren.

Braunschädel

Zweieinhalb Seiten lang ist der offene Brief, den der Schulvorstand, der Schulelternrat und die Gesamtkonferenz der Grundschule Uphusen gemeinsam verfasst und an Politik, Verwaltung und den Achimer Bürgermeister geschickt haben. Zweieinhalb Seiten, auf denen die Verantwortlichen all ihren Unmut noch einmal kundtun. Es geht darin um die Pläne der Verwaltung, in einem der beiden Hortgruppenräume eine Kitagruppe für 25 Kinder einzurichten (wir berichteten).

„Die Grundschule Uphusen ist über 100 Jahre alt und für Schulkinder zuständig“, heißt es in dem Schreiben. „Die Entscheidung für eine ,Schule mit Hort' wurde aufgrund der Bedarfe der Eltern bewusst getroffen.“

Dass dieses System nun gerade einmal zwei Jahre, nachdem der Hort eingeführt wurde, wieder verändert werden soll, ist für die Schule selbst unverständlich. Mehr noch, die Verantwortlichen von Schulvorstand und- elternrat haben Sorge, dass die Nutzung des Hortraumes, der Bibliothek und des Foyers durch Kitakinder „Störungen des Unterrichts, der Schulorganisation und des Schulfriedens“ verursachen werden.

Aus der Bücherei sollen Toiletten werden

Die Stadt hat nämlich geplant, einen Teil der Bibliothek zu Sanitäranlagen umzurüsten. Geschätzte Umbaukosten für diese Arbeiten liegen dafür bei rund 35 500 Euro. „Alternativ wurde geprüft, ob eine Toilettenanlage in einem Container an das Haus hinter der Küche angegliedert werden kann“, schreibt die Verwaltung in einer Beschlussvorlage zu dem Vorhaben. Die Bauabteilung rate von dieser Variante allerdings ab, da eine solche nur für zwei Jahre genehmigungsfähig wäre und sich die Betriebskosten für eine Heizung, die im Winter elektrisch betrieben werden muss, unverhältnismäßig erhöhen würden.

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Ein weiteres Problem stellt aus Sicht der Schule allerdings auch die gemeinsame Nutzung des Foyers dar. Dieses müssen die Kitakinder immer durchqueren, wenn sie die Sanitäranlagen erreichen wollen. „Gegenüber der Kita-Toiletten findet Unterricht statt. Das Foyer als Unterrichtsraum und Versammlungsort kann dann nicht mehr genutzt werden“, heißt es in dem offenen Brief. Die Eltern der Kitakinder müssten zudem an der Schultür des Foyers klingen, um ihre Kinder abzugeben. Auch das führe zur Störung des Unterrichts. „Die Schulkinder müssen lernen dürfen. Dies ist unser Auftrag“, fordert die Schule.

280 Kinder ohne Betreuungsplatz

Da jedoch nach jetzigem Stand zum kommenden Kitajahr erneut rund 280 Kinder ohne Betreuungsplatz sein werden, muss die Stadt handeln. Und praktikable Alternativen zu den Horträumen gibt es in Uphusen derzeit aus Verwaltungssicht nicht. Der von der Schule vorgebrachten Idee, statt des Hortraumes die Räume der ebenfalls im Schulgebäude ansässigen Awo zu nutzen, muss die Verwaltung eine Absage erteilen.

„Wegen der baulichen Voraussetzungen könnten in dieser Räumlichkeit nur 20 Kinder aufgenommen werden. Für jeweils zehn Kinder ist eine Toilette nachzuweisen, zwei Toiletten finden nur Platz“, erklärt die Verwaltung. Für einen Umbau dieser Räumlichkeiten samt Ausstattung müssten rund 55 000 Euro in die Hand genommen werden.

Container für Schule?

Und auch ein weiterer Alternativ-Vorschlag der Grundschule ist offenbar nicht realisierbar. So hatte die Schule angeregt, auf dem Gelände des Spielplatzes Morgenland Container aufzustellen, um dort eine Dependance der Kita „Uphuser Deichbande“ einzurichten. „Die Kinder hätten ein Außengelände, könnten jederzeit raus an die frische Luft und jederzeit auf die Toilette. Somit ist das Gelände gut geeignet“, schreibt die Schule.

Die Stadt sieht das aber offenbar anders. „Eine externe Mobilbaulösung auf dem Spielplatz Morgenland scheitert an den dort nicht vorhandenen Baurechten, Finanzierungs- und Planungsressourcen“, informiert sie. In der gemeinsamen Sitzung des Schul- und Sozialausschusses am Montag, 6. Mai, wird das Thema ab 18 Uhr im Ratssaal noch einmal genauer beleuchtet.

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