Schulleiter klagen Kultusminister Bernd Althusmann ihr Leid

Bruchhausen-Vilsen. Oberschule, Mangelfächer, Quereinsteiger, Grundschulsituation, Inklusion - über diese Themen sprach Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) am Donnerstagabend mit Schulleitern aus Bruchhausen-Vilsen. Der Samtgemeindeverband der CDU hatte zu diesem Treffen ins Forsthaus Heiligenberg geladen.
27.08.2011, 05:00
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Schulleiter klagen Kultusminister Bernd Althusmann ihr Leid
Von Christoph Starke

Bruchhausen-Vilsen. Oberschule, Mangelfächer, Quereinsteiger, Grundschulsituation, Inklusion - über diese Themen sprach Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) am Donnerstagabend mit Schulleitern aus Bruchhausen-Vilsen. Der Samtgemeindeverband der CDU hatte zu diesem Treffen ins Forsthaus Heiligenberg geladen.

Althusmann sagte, dass es in Niedersachsen auf ein zweigliedriges Schulsystem hinausläuft: Auf der einen Seite die Gymnasien, auf der anderen Seite die Oberschulen. Er glaubt, dass letztere ein "riesiger Erfolg" werden. Tatjana Pfau, die am 1. September ihre Stelle als Leiterin der Haupt- und Realschule Bruchhausen-Vilsen antritt, vermutet ebenfalls: "Das ist die Schulform der Zukunft." Mittelfristig wäre das auch für ihre Einrichtung denkbar, doch über dieses Thema müssten sich erst einmal die Schulausschüsse auf Samtgemeinde- und Kreisebene unterhalten. Wie gut, dass Wolfgang Griese, Vorsitzender des Schulausschusses im Kreistag und Samtgemeinderat, auch da war. "Wir werden darüber nachdenken, die Haupt- und Realschule in eine Oberschule umzuwandeln", sagte der Christdemokrat.

Vorerst hat Tatjana Pfau, die noch an der Oberschule Kirchdorf arbeitet, andere Sorgen - nämlich den Mangel an Naturwissenschaftslehrern. Stattdessen würden immer mehr Quereinsteiger arbeiten. "In 95 Prozent der Fälle habe ich negative Erfahrungen mit ihnen gemacht." Den Quereinsteigern fehle es einfach an der notwendigen pädagogischen Vorbildung. Althusmann gestand ein: "Es ist nicht das optimale Verfahren herausgekommen." Es müsse ein Weg gefunden werden, Quereinsteiger für die Schule fit zu machen.

Reinhard Heinrichs, Schulleiter des Gymnasiums, klagte darüber, dass ihm ein Lehrer für Latein fehle. Dieses Fach sei ein typisches Mangelfach, sagte Althusmann. Derzeit gebe es das sogenannte 18-monatige Sprintsudium. Absolventen könnten dann die Klassen fünf bis zehn in der alten Sprache unterrichten. Aber auch in diesem Punkt gestand Althusmann ein: "Es ist nicht optimal."

Lutz Hoffmeyer, Leiter der Grundschule Asendorf, und Christine Grimpe, Leiterin der Grundschule Schwarme, bemängelten, dass sie ihre Leitungsaufgaben neben der Lehrertätigkeit nur schwer erfüllen können. "Ich habe aufgehört, meine Arbeitsstunden als Schulleiterin zu zählen." Bei Hoffmeyer sei es mittlerweile so, dass andere Lehrkräfte ihm unter die Arme greifen müssten. Althusmann stellte in Aussicht, dass sich das mit einer neuen Arbeitszeitverordnung ändern könnte.

Wolfgang Griese interessierte das Thema Inklusion - wie und wo Schüler mit Behinderungen künftig unterrichtet werden. Von Minister Althusmann wollte er wissen, wann und wie sie eingeführt wird. "Wir werden Inklusion ab 1. August 2012 umsetzen", antwortete Althusmann, "Schritt für Schritt. Es gibt eine Menge Fragen." Allerdings plane die Landesregierung keinesfalls die Abschaffung aller Förderschulen. Dass der Förderschulbereich Lernen in den Grundschulbereich integriert werden könnte, hält Althusmann allerdings für möglich.

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