Tag des offenen Denkmals Schwarze Zunft und Hochprozentiges

Am „Tag des offenen Denkmals“ haben kulturhistorisch Interessierte im Landkreis Oldenburg gleich sechs Anlaufstellen. Das Spektrum reicht von einer Rathaus-Führung über Kirchen bis hin zu Technikgeschichte.
26.08.2019, 06:43
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Von Jacqueline Schultz

Rund 8000 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten öffnen bundesweit zum „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 8. September, ihre Pforten. Daran beteiligt sind auch sechs Stätten im Landkreis Oldenburg. Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums steht der Aktionstag in diesem Jahr unter dem Motto: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“.

In der Stadt Wildeshausen bieten sich Interessierten gleich drei kulturhistorische Anlaufstellen. So kann das Rathaus aus dem 13. Jahrhundert (Am Markt 1) in der Zeit von 11 bis 17.30 Uhr besichtigt werden. Um 14 Uhr erläutert Gästeführerin Karda Müller bei einem Rundgang durch das Gebäude inklusive Ratssaal und Trauzimmer, wie sich das Haus von der Gründung bis zur Gegenwart verändert hat. Treffpunkt der rund 30-minütigen Führung ist am Hauptportal. Nähere Informationen erteilt der Verkehrsverein Wildeshausen unter Telefon 04431/6564, oder per E-Mail an info@verkehrsverein-wildeshausen.de.

Erstmals beteiligt sich auch die Künstlergemeinschaft aus Wildeshausen und Umgebung am Aktionstag mit einer Ausstellung im historischen Rathaus. „Die Künstler haben sich auf vielfältige Weise mit dem Thema „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ beschäftigt“, kündigt Stadtsprecher Hans Ufferfilge an. So hat Rita Bahrs etwa ihr Elternhaus aus dem Jahr 1945 gemalt, um zu zeigen, wie sich im Laufe der Zeit die Architektur weiterentwickelt hat. Zu den weiteren Künstlern zählen Bernhard Block, Anne Demberg, Sunhild Heinken-Raether, Karola Krüger, Astrid Onnen, Jutta Oldehoff, Renate Overdick, Helmut Schröder, Silke Wenzel (alle Wildeshausen), Heike Luschnat (Ahlhorn) und Wolfgang Rohenkohl (Dötlingen).

Interessante Einblicke gewährt auch das 1857 gegründete Museum der Dampfkornbranntweinbrennerei an der Wittekindstraße 2. Geöffnet ist an diesem Tag von 14 bis 17 Uhr. Das Gebäude der früheren Kornbrennerei Kolloge ist heute technisches Kulturdenkmal auf fünf Etagen. Gebäude und Betriebseinrichtungen bilden eine Einheit, das Herzstück ist eine noch laufende Einkolbendampfmaschine mit Fliehkraftregulator. Auf dem Kornboden ist eine Sonderausstellung geplant, und nach Bedarf werden auch wieder Führungen angeboten.

Eintauchen in die „schwarze Zunft“ der Drucker und Setzer können Besucher des Druckereimuseums an der Bahnhofstraße 13. Gezeigt wird die Entwicklung der Buchdruckerkunst bis zur Einführung des Fotosatzes. Geöffnet ist von 14 bis 16 Uhr, auf Wunsch bietet Gästeführer Joachim Mües auch Führungen an.

In der Gemeinde Ganderkesee stehen am Tag des offenen Denkmals zwei Kirchenbauten im Mittelpunkt. Die 1050 erbaute St. Cyprian und Corneliuskirche (Ring 14) steht Besuchern in der Zeit von 14.30 bis 16 Uhr offen. Im 12. Jahrhundert zunächst erweitert, wurde das Gotteshaus in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zur gotischen Hallenkirche umgebaut. Wie in den Vorjahren erzählt Kreiskantor Thorsten Ahlrichs Wissenswertes zur bekannten Arp-Schnitger-Orgel, die auch zu hören sein wird.

Zur Besichtigung offen steht auch die St.-Katharinen-Kirche an der Schönemoorer Dorfstraße 10. Die Wallfahrtskirche aus dem Jahr 1324 mit historischen Malereien wurde 2014 aufwendig restauriert. Um 10 Uhr steht ein Gottesdienst auf dem Programm, um 14 und 15.30 Uhr führt Rolf Niemeyer Gäste durch die mittelalterliche Dorfkirche. Treffpunkt ist jeweils vor der Kirche.

Historisches auf Schienen präsentieren indes die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde. Derzeit besteht die Sammlung des 1976 gegründeten Vereins aus 31 historischen Eisenbahnfahrzeugen, darunter zwei Dampfloks, Personen- und Güterwaggons sowie Nebenfahrzeuge. Am Denkmaltag ist die Fahrzeughalle von 11 bis 17 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Sachkundige Vereinsmitglieder berichten vor Ort über ihre Arbeit.

Der Tag des offenen Denkmals ist die größte Kulturveranstaltung Deutschlands. Seit 1993 wird sie von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten bundesweit koordiniert. Vor Ort gestaltet wird der Tag von unzähligen Veranstaltern – angefangen bei privaten Denkmaleigentümern, Vereinen und Initiativen bis hin zu den Landesdenkmalpflegern und den Landeskirchen sowie den Kommunen.

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