Islam-Abend im MGH Selbstversuch mit Kopftuch

Es sollte eine Begegnung werden im Brinkumer Mehr-Generationen-Haus – und das war es dann tatsächlich. Aber dieser Abend war noch viel mehr. Unterhaltsam zum Beispiel.
24.08.2018, 17:58
Lesedauer: 2 Min
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Von Dagmar Voss

Stuhr-Brinkum. Es sollte eine Begegnung werden im Brinkumer Mehr-Generationen-Haus (MGH) – und das war es dann tatsächlich am Donnerstagabend in der gut gefüllten Backstube. Kennenlernen, Begegnung und lockere Gespräche zwischen hiesigen Frauen und solchen aus einer anderen Religion. Im Besonderen dem Islam, der hier vor Ort aus dem Blickwinkel der Frauenorganisation Lajna Imaillah der Brinkumer Ahmadiyya-Gemeinde betrachtet und von gut zwei Dutzend Frauen vorgestellt wurde.

Daraus entstand ein unterhaltsamer, bisweilen sogar sehr lustiger Abend mit Henna-Tattoos und Hidschab-Anprobieren, also Selbstversuchen mit Kopftuch. Auch die drei Vortragenden bewiesen Humor bei der Vorstellung ihrer individuellen Lebensläufe. Zuvor gab es eine kurze Information von Mariam Raja über diese Frauenorganisation, die 1922 gegründet wurde und nun in über hundert Ländern vertreten ist. Sie soll die Selbstständigkeit der Frauen fördern und organisiert viele Sport-, Gesundheits- und Wissensveranstaltungen.

Dann ging es an die Berichte. Da war die 18-jährige, in Deutschland geborene Oberstufenschülerin, die beim Präsentieren der Kinderbilder von Unterschieden und „Verflechtungen“ erzählte. Davon, dass sie schon sehr jung ein Hidschab tragen wollte und das auch umsetzte. Im Rahmen der verschiedenen Schulen gab es da auch verschiedene Erlebnisse. „Als ich hier aus der Großstadt nach Brinkum zur KGS kam, war das wie eine andere Welt. Hier gibt es nämlich nur sehr wenige Schülerinnen mit Migrationshintergrund, in meiner Klasse nur mich und meine Cousine.“ Eigentlich sei sie ja schüchtern, aber hier habe sie gelernt sich durchzusetzen. Wichtig war ihr das Lebensmotto: „Liebe für alle, Hass für keinen“, das sie den Gästen erläuterte: „An diesen Satz oft zu denken, bringt einen schon weiter.“

Die Software-Entwicklerin Amatulwaseh Hayat berichtete mit viel Augenzwinkern davon, dass fast immer die Familie dabei ist. Vor allem Geschwister, die mitgenommen werden müssen – und da gab es bei sieben Geschwistern eine große Auswahl. Das Tragen des Kopftuchs nutzte sie immer wieder auf den verschiedenen Schulen zur Typveränderung bei unterschiedlichen Bindeformen. Der Leistungskurs Mathematik habe ihr einst sehr gelegen, heute ist sie neben einem Teilzeitjob als Software-Fachfrau hauptberuflich Mutter eines Sohnes.

Ganz anders der Werdegang von Samira Kareem, die als kleines Kind von Pakistan wegen der Versetzung des Vaters, der als Imam tätig ist, in die Niederlande kam. Mit einem leichten niederländischen Einschlag in ihrem Deutsch erzählte sie: „Ich kann nur positive Sachen berichten, vor allem von meiner Jugend in einer kleinen Gemeinde, umgeben von viel Natur.“

Beeindruckt zeigten sich die Zuhörerinnen von den Hochzeitsfotos der beiden letzteren Vortragenden: „Ein bisschen Tausend-und-eine-Nacht.“ Richtig lecker übrigens die indischen und pakistanischen Kleinigkeiten, die im MGH in der Pause bereit standen. Das kann gern wiederholt werden, waren sich alle Frauen einig.

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