Sex-Skandal? Abgeordneter löscht ominösen Facebook-Eintrag

Langwedel. War der Langwedeler CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt (41) oder eine Büro-Mitarbeiterin vielleicht leichtfertig? Hat er nicht gewusst, dass, wenn er irgendwo im Internet den Facebook-Button "Gefällt mir" anklickt, er einen direkten Link in sein Profil befördert? Oder ist er gar das Opfer eines Internet-Hackers, der ihm übel mitspielen wollte? Fest steht: Auf der Facebook-Seite des Abgeordneten stand, dass ihm, wie 919 anderen Personen, die Website "Poppen.de - Kostenlose Sex-Kontakte mit Video Chat und Erotik-Forum" gefällt.
01.07.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Sex-Skandal? Abgeordneter löscht ominösen Facebook-Eintrag
Von Peter Voith

Langwedel. War der Langwedeler CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt (41) oder eine Büro-Mitarbeiterin vielleicht leichtfertig? Hat er nicht gewusst, dass, wenn er irgendwo im Internet den Facebook-Button "Gefällt mir" anklickt, er einen direkten Link in sein Profil befördert? Oder ist er gar das Opfer eines Internet-Hackers, der ihm übel mitspielen wollte? Fest steht: Auf der Facebook-Seite des Abgeordneten stand, dass ihm, wie 919 anderen Personen, die Website "Poppen.de - Kostenlose Sex-Kontakte mit Video Chat und Erotik-Forum" gefällt.

Wohlgemerkt: stand! Denn nachdem unsere Zeitung den CDU-Politiker gestern Vormittag im Bundestag angerufen und ihn auf den Eintrag aufmerksam gemacht hatte, lief er sofort in sein Büro zurück, um das zu überprüfen. Und fiel aus allen Wolken: "Ein Hammer." Sofort veranlasste er die Löschung.

Mattfeldt versicherte, er könne sich diesen Eintrag "nicht erklären". Und weiter: "Mit Sicherheit hab ich das nicht gemacht. Das kann nur Spam (übersetzt: unerwünschte Massen-E-Mail / Müll) gewesen sein." Um noch mit einer Mischung aus Humor und Schockstarre anzufügen: "Ist ja lustig."

Lustig? Das fand ein Leser unserer Zeitung, der uns gestern auf den, wie er per E-Mail schrieb "Internetsexskandal des verheirateten Bundestagspolitikers Andreas Mattfeldt" aufmerksam machte, überhaupt nicht. Er finde den Eintrag Mattfeldts "unangemessen und skandalös. Vor allem, da er in unserer Region so etwas wie ein Vorbild und Freund für viele Menschen und Jugendliche ist".

Mattfeldt indes beteuerte, nie auf dieser "Poppen.de"-Seite gewesen zu sein. Er bekomme am Tag etwa "50 bis 60 Seitenvorschläge" von Facebook-Nutzern, die darauf setzen, dass er auf den "Gefällt mir"-Button klickt. Die Betreuung des Internet-Auftritts mache zwar eine Menge Arbeit, sagt Andreas Mattfeldt, sei aber auch wichtig, um auch junge Leute zu erreichen und um so auch der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken.

Auch eine seiner Büro-Mitarbeiterinnen, die für ihn die Seite betreut, sei das "garantiert nicht gewesen". Wobei er natürlich nicht hundertprozentig ausschließen könne, dass sie womöglich "versehentlich auf den Button geklickt" habe. Mattfeldt: "Kein Politiker ist doch so blöd, auf so eine Seite zu gehen, es sei denn, er möchte gern tagelang durch die Gazetten geistern."

Tatsächlich fällt das "Gefällt mir" für die Erotik-Seite mit nach eigener Auskunft über 2,7 Millionen Mitgliedern aus dem Rahmen des sonstigen Facebook-Profils von Mattfeldt. Denn die weiteren Seiten, die ihm angeblich gefallen, sind unter anderem die über die Deutsche Schützenjugend, über Konrad Adenauer, die CDU Niedersachsen oder über den Kreisfeuerwehrverband Osterholz.

Indes gibt es noch zwei weitere Verlinkungen in seinem Profil, für die der Bundestagsabgeordnete ebenfalls "keine Erklärung" hat. Dabei handelt es sich um den Facebook-Auftritt der Rieder Textil- und Schuhrecyclingfirma "myshoebox" und den von Oral B - wobei es sich hier um eine Marke für Zahnbürsten handelt.

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