Feuerwehr-Zeltlager 2019

Sie sind gelandet

16 Hektar Fläche, rund 2000 Teilnehmer, 57 Jugendfeuerwehren: Beim Kreis-Jugendfeuerwehr-Zeltlager in Barver haben sich die Nachwuchs-Brandbekämpfer zum 39. Mal eine eigene Welt aufgebaut. Das Motto: Weltall.
09.07.2019, 17:49
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek
Sie sind gelandet

Einfach galaktisch: Das Kreis-Jugendfeuerwehr-Zeltlager in Barver steht in diesem Jahr unter dem Motto Weltraum.

Niklas Golitschek

Landkreis Diepholz. Für die Jugendfeuerwehren im Landkreis Diepholz ist es der Höhepunkt des Jahres – und derzeit geht er in Barver über die Bühne: das alljährliche Zeltlager. Seit Sonnabend messen sich die Nachwuchs-Brandbekämpfer aus der Region in verschiedenen Wettbewerben und suchen die besten Teams.

In Zahlen bedeutete das, dass sich auf einer Gesamtfläche von rund 16 Hektar mehr als 1800 Teilnehmer und rund 460 Betreuer von 54 Jugendfeuerwehren aus dem Kreis sowie drei Gastjugendfeuerwehren auf dem Feld in Barver einfanden und das Gelände in einen Ort im Ort verwandelten. Immerhin fanden sich hier mehr Menschen ein, als die Gemeinde selbst Einwohner zählt. Rund 400 Zelte wurden dort aufgeschlagen, schätzten die Zeltlager-Verantwortlichen.

Die weiteste Anreise nahm die Jugendfeuerwehr auf dem französischen Lezay auf sich. „Lezay ist Barvers Partnergemeinde“, erklärte Kreisfeuerwehrsprecher Matthias Thom den naheliegenden Besuch. „Sie sind mit Spaß dabei und machen alles mit, auch die deutschen Wettbewerbe.“ Dabei zeigten die Gäste am Sonntagabend auch mal eine Übung der französischen Jugendfeuerwehr, die es hierzulande in der Form sonst nicht zu sehen gibt. „Das ist ein ganz anderer Schnack“, meinte Thom und runzelte die Stirn, „es geht nur auf Schnelligkeit und ist mit Pumpe und Wasser Marsch.“ Ziel der Übung sei es, auf Zeit die Schläuche anzuschließen und Ziele abzuspritzen, bis sie umfallen. „Das war spannend zu sehen“, fand Thom. Für die hiesigen Jugendfeuerwehren komme eine solche Übung allerdings nicht infrage. Den Grund dafür hat er schnell parat: die Unfallverhütungsvorschriften. „Mit Druck am Strahlrohr ist nicht erlaubt, da muss ein Erwachsener mit dabei stehen“, erläuterte Thom.

Doch auch wenn eine solche Übung für die Jugendlichen nicht auf dem Plan stand, erwartet sie während des Zeltlagers ein vollgepacktes Programm mit zahlreichen Wettbewerben. Am nahegelegenen Anglerteich mussten sie in verschiedenen Bootswettbewerben antreten, auf dem Feld standen am Montag und Dienstag Beachvolleyball und Völkerballturniere an, am Donnerstag sind es Schlagball und Indiaca. Nachdem am Sonntag der erste Teil des Bundeswettbewerbs stattgefunden hat, steht an diesem Mittwoch der zweite auf dem Programm. Hinzu kommen der Nachtorientierungsmarsch, Feuerwehrübungen und ein Zeltplatzwettbewerb.

Das Motto des Zeltlagers in diesem Jahr lautet Weltraum. Besucher sollten also nicht erschrecken, wenn plötzlich ein Alien über den Platz läuft. Wie das Piraten-Thema im Vorjahr wird es auch in diesem Jahr in verschiedene Aufgaben, etwa beim Nachtorientierungsmarsch, integriert. Im Vergleich habe sich am Ablauf selbst nur wenig geändert, meinte Matthias Thom. „Das Programm muss auch gleich sein bei 2000 Leuten“, sagte er. Auch bei den Kindern habe sich das eingebürgert, so würden sie die Strukturen genau kennen.

Die größte Anpassung betraf da in diesem Jahr die Essensausgabe. Sie findet nun über einen Barcode statt, der unter dem Foto auf der Identifikationskarte der Teilnehmer zu finden ist. „So lässt sich das besser auszählen“, begründete Thom. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt sei auch der Ausgabeprozess selbst angepasst worden, sodass die Teilnehmer nicht mehr direkt mit dem Essen in Berührung kommen und alles ausgegeben wird. Das erhöhe die hygienischen Standards. Aus dem Vorjahr seien da auch etwa die Desinfektionsmittel an allen Toiletten übernommen worden. „Im Sani-Bereich gibt es deutlich weniger Fälle als letztes Jahr“, sagte Thom in einer vorläufigen Bilanz. 2018 war es in den ersten Tagen des Zeltlagers zu einer erhöhten Zahl von Magen-Darm-Beschwerden (wir berichteten) gekommen.

Auch bei den Kindern und Jugendlichen selbst kam das Zeltlager bisher gut an. „Der Lagerkoller kommt meist erst am Donnerstag“, sprach Sonja Waßmann, Betreuerin der Jugendfeuerwehr Groß Mackenstedt-Heiligenrode, aus Erfahrung. Doch bislang sei alles gut und ohne Ausfälle oder Krankheiten gelaufen. Gut gelaunt gab sich auch Janina Bitterhof von der Lahauser Jugendwehr. „Hauptsache wir sind zusammen und haben Spaß“, sprach sie von einem bislang rundum gelungenen Zeltlager. Da störe es auch nicht, dass das Handynetz kaum Internetempfang hergebe. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war für ihre Gruppe abseits der Wettbewerbe der Workshop, um selbst Klappstühle mit alten Feuerwehrschläuchen herzustellen. „Wir sind jetzt alle mit Zeltlager-Stühlen ausgestattet, das ist sehr cool.“

Erfolgreich war auch die junge Jungengruppe der Jugendfeuerwehr Gessel-Ristedt – Spitzname Rissel – unterwegs. Sie gewann am Montag das Volleyballturnier. „Alle sind gut drauf, am Sonntag lief auch schon der Bundeswettbewerb gut“, freute sich Jugendwartin Yvonne Klocke. An diesem Mittwoch wollen sie im zweiten Teil des Bundeswettbewerbs die Leistung bestätigen.

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