Tarmstedter Seniorenbeirat prüft Geschäfte auf Seniorenfreundlichkeit Sorgenfrei im Supermarkt

Tarmstedt. Wenn ein Kunde mit dem Rollator durch das Drehkreuz muss oder wenn er im zu engen Gang nicht an den Waren vorbei kommt, wird der Einkauf ungemütlich. Der Tarmstedter Seniorenbeirat will das ändern. Er prüft Einzelhandelsunternehmen auf Seniorenfreundlichkeit.
27.02.2010, 08:23
Lesedauer: 2 Min
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Von Sandra Binkenstein

Tarmstedt. Der Kunde ist König. Manchmal ist der Kunde aber auch ein älterer Monarch. Und wenn der mit dem Rollator durch das Drehkreuz muss oder wenn er im zu engen Gang nicht an den Waren vorbei kommt, wird der Einkauf denkbar ungemütlich. Der Tarmstedter Seniorenbeirat will das ändern. Er prüft nun auf Wunsch Einzelhandelsunternehmen auf Seniorenfreundlichkeit.

'Generationenfreundliches Einkaufen' ist ein Projekt der Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag (LINGA) und wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit - kurz: vom Sozialministerium. Für das Projekt wurde ein Fragebogen mit sechs Kategorien entwickelt, die nach den Begebenheiten im Laden fragen. Wenn die Unternehmen den freiwilligen Test bestehen, bekommen sie ein Zertifikat mit dem Titel 'Seniorenfreundlicher Service'.

'Mit diesem Titel können die Einzelhandelsunternehmen werben', weiß Christa Ruschmeyer, Vorsitzende des Seniorenbeirates. Der Beirat hat Einladungen an die meisten Einzelhandelsunternehmen in der Samtgemeinde Tarmstedt verschickt. Die Teilnahme an der Umfrage ist natürlich freiwillig. Jedes Unternehmen, das nicht angeschrieben wurde, sich aber trotzdem auf Seniorenfreundlichkeit prüfen lassen will, kann sich nach Ruschmeyers Worten gern beim Seniorenbeirat melden,

Die Aktion besteht darin, dass Vorstandsmitglieder des Seniorenbeirats die Geschäfte besuchen und hier die Punkte auf dem Fragebogen durchgehen. Die Geschäftsleute können vorab einen Blick auf den Fragebogen werfen. Gerhard Schwenzfeier hat den Bogen auf seiner Internetseite unter www.gerhard.schwenzfeier-tarmstedt.de veröffentlicht.

Wichtige Punkte bei der Seniorenfreundlichkeit sind ein gut erreichbarer und passierbarer Eingang sowie eine angemessene Ladengestaltung. Dazu gehört zum Beispiel, dass keine Waren in den Gängen stehen und so den Durchgang für Rollatoren und Rollstühle blockieren. Die Beleuchtung darf nicht zu grell und die Hintergrundmusik nicht zu laut sein. Auch eine gute Erreichbarkeit der Ware in den oberen Regalen ist bei diesem Projekt wichtig. Damit auch ältere Menschen ihren Einkauf im Supermarkt oder in der Drogerie sorgenfrei erledigen können, kommt es auch mal auf Kleinigkeiten an. Gut lesbare Preisschilder und leichtläufige Einkaufswagen gehören dazu.

Selbst wenn sich die Inhaber mancher Einzelhandelsunternehmen in der Samtgemeinde nicht hundertprozentig sicher sind, ob sie die Prüfung bestehen können, ermuntert sie der Beirat, an der Aktion teilzunehmen: So könnten die Unternehmer Schwachstellen in ihren Geschäften erkennen und manchmal auch ohne großen Kostenaufwand etwas verbessern. Die Seniorenbeiratsmitglieder Gerhard Schwenzfeier und Marianne Grabau wollen heute die ersten Geschäfte besichtigen.

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