Hans Mestemacher ist tot

Sozialdemokrat war seit 1988 im Rat

Ganderkesee. Der Ganderkeseer Ratsherr und Kreistagsabgeordnete Johannes 'Hans' Mestemacher ist in der Nacht zu Sonnabend überraschend gestorben. Das hat der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Ganderkesee, Andreas Kowitz, am Sonntag mitgeteilt.
27.06.2010, 21:20
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Von Ute Winsemann

Ganderkesee. Der Ganderkeseer Ratsherr und Kreistagsabgeordnete Johannes 'Hans' Mestemacher ist in der Nacht zu Sonnabend überraschend gestorben. Das hat der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Ganderkesee, Andreas Kowitz, gestern mitgeteilt. Nach seiner Schilderung hatte sich der 70-Jährige gerade erst von einem Krebsleiden erholt 'und war voller Lebensfreude und Energie'. Für alle, die ihn in der vorigen Woche erlebt hätten, sei sein Tod unfassbar.

Geboren wurde Johannes Mestemacher am 29. Oktober 1939 in der Gemeinde Neuenkirchen im Landkreis Vechta. Nach der Volksschule absolvierte er eine kaufmännische Lehre im Eisenwareneinzelhandel. Auf dem zweiten Bildungsweg machte er 1964 das Abitur. Zunächst studierte Johannes Mestemacher Theologie in einem Kloster. Dann ging er an die Universität Göttingen und schloss 1971 sein Studium als Diplom-Sozialwirt ab.

Sein Arbeitsleben brachte ihn zunächst an die Gesamtschule Paderborn. Ab 1975 war Johannes Mestemacher beim Arbeitsamt Bremen beschäftigt, wo er sich bis zu seiner Pensionierung um die Zusammenarbeit mit den Bremer Hochschulen kümmerte.

1969 trat Mestemacher in die SPD ein, 1988 wurde er zum ersten Mal in den Rat der Gemeinde Ganderkesee gewählt, wo er Umwelt- und Sozialpolitik zu seinen Schwerpunkten machte. Zehn Jahre später wurde er Vorsitzender der SPD-Fraktion im Gemeinderat, dieses Amt hatte er bis 2009 inne. Seit 2001 war Mestemacher auch Mitglied des Kreistags, seit 2006 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. 'Seine besonderen Fähigkeiten, zu moderieren und Kompromisse zu finden, brachten ihm auch ein hohes Ansehen beim politischen Gegner ein', schreibt Kowitz.

Ihren Dank für Mestemachers Wirken drückte die SPD im September 2009 mit der Verleihung der Willy-Brandt-Medaille für sein aktives politisches Leben. Neben der Politik begleitete Mestemacher auch viele soziale Projekte, engagierte sich in der Kirche und warb für die Ökumene.

'Die Ganderkeseer Sozialdemokraten haben die Nachricht über den Tod von Johannes Mestemacher schockiert und mit großer Trauer aufgenommen', erklärte Kowitz. Er hinterlasse eine große Lücke in der Ganderkeseer Rats- und Landkreispolitik. 'Wir haben einen großen Sozialdemokraten verloren.'

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