Kinderbetreuung in Dreye in Containern Spielen im Raum auf Zeit

In blechernen aber selbstverständlich beheizten und voll ausgestatteten Räumen werden derzeit sieben Kinder im Alter von einem Jahr in einem Mobilbau betreut, der an der Kita in Dreye steht.
30.01.2020, 18:07
Lesedauer: 3 Min
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Von Maike Plaggenborg

Weyhe-Dreye. Besondere Situationen erfordern besondere Mittel. Das ist in der Gemeinde Weyhe ebenso wie in anderen Kommunen der Fall – beim Thema Kitaplätze beispielsweise. Inzwischen steht auch in Dreye seit Oktober ein Mobilbau als Übergangskita an der „Schatzinsel“, aber eben nicht dauerhaft. Noch bis zum Sommer sollen die Krippenkinder dort untergebracht sein. Im Herbst soll es dort mit dem Anbau an das Bestandsgebäude losgehen und der Kindergartencontainer wieder abgeholt werden.

Mit diesem Begriff zumindest bezeichnet die vermietende Firma die mobile Anlage und bewirbt diese mit einem „Raum auf Zeit“. „Das ist zwar nicht sehr preisgünstig übers Jahr gerechnet“, gesteht die Teamkoordinatorin für Schule, Sport und Kultur und Jugendpflege der Gemeinde Weyhe Susanna Clottey zu, aber eben notwendig, denn „wir wollen die Rechtsansprüche auf Betreuung erfüllen“, sagt Weyhes Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith. Der Übergangsbau musste her, „um kurzfristig auf den gestiegenen Bedarf reagieren zu können.“ In Dreye kostet das die Gemeinde 4000 Euro Miete pro Monat. Dazu kommen weitere einmalige 56 000 Euro für die Anlieferung, Abholung, den Kraneinsatz, die Montage und Demontage sowie die vorbereitenden Arbeiten für zum Beispiel die Strom- und Wasserversorgung, den Umbau der Außenbeleuchtung oder das Errichten der Zaun- und Toranlage und die Nebenkosten, teilt die Gemeinde mit.

Seit etwa vier Monaten also bietet die Anlage Raum für eine Krippengruppe, also maximal 15 Kinder in einem Alter bis zu drei Jahren. Aktuell allerdings besuchen sieben Kinder die Einrichtung regelmäßig, die alle ein Jahr alt sind. Vier weitere sind kurz vor der Eingewöhnung. Bei der Altersgruppe aber begrenzt sich die maximale Zahl der Krippenkinder auf zwölf. So schreibt es der Gesetzgeber vor, erklärt Clottey. „Der Boom zur Krippe ist ungebrochen.“ Und der Grund dafür klar: „Weil die Eltern die Arbeit wieder aufnehmen wollen. Oder müssen.“ Weitere mobile wie zeitlich begrenzte Lösungen gibt es bereits in Lahausen (zwei Krippengruppen) und Melchiorshausen (eine Krippengruppe).

In Dreye werden die Kinder auf knapp 150 Quadratmetern betreut. Den Kindern der Seepferdchengruppe steht ein 42 Quadratmeter großer Gruppenraum zur Verfügung. Ein circa 17 Quadratmeter großer Ruheraum und ein etwa gleich großer Sanitärraum mit Wickeltisch, ein Büro- beziehungsweise Personalraum sowie eine Küche und Nebenräume sind ebenfalls Teil der mobilen Einrichtung. Alle Zimmer werden mit Elektro-Wandkonvektoren beheizt. Personell ist sie mit einer Erzieherin in Vollzeit, einer in Teilzeit und einer Sozialassistentin ausgestattet. Insgesamt kommt die „Schatzinsel“ damit auf 14 Mitarbeiter. Die Kinder kommen aus mehreren Weyher Ortsteilen. Begehrt sind die Plätze in Dreye bei pendelnden Eltern, die ihre Kinder auf dem Weg nach Bremen in der Straße Zweiter Gang absetzen, sagt Kita-Leiterin Gitta Weseloh.

Während die Kinder die blecherne Kita nutzen, laufen im Hintergrund die Pläne für Langfristiges, sagt Clottey. Und langfristig heißt: der Anbau an der Dreyer Einrichtung. In der jüngsten Ratssitzung Ende Dezember 2019 ist dieser mehrheitlich beschlossen worden. Wie der aussehen soll, wo genau er stehen soll, ist noch nicht klar, wie Christina Böttcher-Krützfeld, bei der Gemeinde zuständig für Gebäudewirtschaft, sagt. Der Anbau könnte aber dort platziert werden, wo der jetzige Mobilbau steht. Deshalb müsse dieser dann weichen. Bis zum Sommer soll er dort stehenbleiben. Die Arbeiten für den Anbau, der nach Fertigstellung Raum für eine Kindergartengruppe (mit maximal 25 Plätzen) und zwei Krippengruppen (mit maximal je 15 Plätzen) bieten soll, sollen demnach im Herbst beginnen und die erweiterte Einrichtung zum Kitajahr 2021/2022 öffnen. Während der Arbeiten sollen die Kinder aus dem Container auf andere Einrichtungen verteilt werden, darunter auch die Kita südlich Reinsweg, die zum Sommer fertig werden soll.

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