Gundula und Ralf Brunken üben seit zwölf Jahren eine ehrenamtliche Tätigkeit aus/Gemeinde sucht noch Paten Spielplatzpaten schauen nach dem Rechten

Der Spielplatz im Wohngebiet Langenberger Sand gehört zwar nicht dem Ehepaar Gundula und Ralf Brunken. Dennoch kennen sie ihn wie kaum ein anderer. Denn seit zwölf Jahren sind sie dort Spielplatzpaten. Zu den Aufgaben der beiden Ehrenamtlichen gehört es unter anderem eine soziale Kontrolle auf dem Spielplatz auszuüben. Außerdem geben sie Tipps an die Verwaltung der Gemeinde Hude, was auf der Fläche so verbessert werden kann.
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Von Antje Rickmeier

Der Spielplatz im Wohngebiet Langenberger Sand gehört zwar nicht dem Ehepaar Gundula und Ralf Brunken. Dennoch kennen sie ihn wie kaum ein anderer. Denn seit zwölf Jahren sind sie dort Spielplatzpaten. Zu den Aufgaben der beiden Ehrenamtlichen gehört es unter anderem eine soziale Kontrolle auf dem Spielplatz auszuüben. Außerdem geben sie Tipps an die Verwaltung der Gemeinde Hude, was auf der Fläche so verbessert werden kann.

Hude. Der Stein, der am Eingang zum Spielplatz liegt, fällt Gundula Brunken sofort ins Auge. Sie sieht gleich, dass er nicht von der Fläche im Wohngebiet Langenberger Sand kommt. Gundula Brunken und ihr Mann Ralf kennen den Spielplatz wie kaum jemand sonst. Seit zwölf Jahren sind sie als Paten dafür zuständig. Das Haus der Familie liegt direkt gegenüber. "Wir sehen und hören, wenn auf dem Spielplatz etwas passiert", sagt Gundula Brunken. Zum Glück ist das selten der Fall. Doch die Huderin berichtet, dass vor einigen Jahren ein Junge von der Kletterburg in der Mitte des Spielplatzes gefallen sei. "Ich habe das Weinen gehört und bin sofort hingespurtet." Der Junge sei auf den Rücken gefallen, doch es sei ihm nichts passiert.

Einsätze wie dieser gehören für gewöhnlich nicht zu den Aufgaben der Spielplatzpaten. Viel mehr sollen sie auf dem Gelände von Zeit zu Zeit nach dem Rechten sehen. Und wenn ihnen auffällt, dass etwas repariert, gesäubert oder verändert werden muss, geben sie das an die Gemeindeverwaltung oder den Zweckverband Kommunalservice Nordwest - den früheren Bauhof - weiter. Für die Paten gehe es nicht darum, Müll einzusammeln oder zu harken, sondern um die soziale Kompetenz, sagt Gundula Brunken. "Falls Konflikte zwischen kleineren Kindern und Jugendlichen entstehen, sollte man das Gespräch suchen", fügt Ralf Brunken hinzu. Es kommt auch vor, dass sich Jugendliche abends in der Hütte auf dem Spielplatz treffen. Dagegen gibt es aus Sicht der Spielplatzpaten nichts einzuwenden. "Aber man geht schon mal hin und bittet sie, etwas ruhiger zu sein und keine Scherben zu hinterlassen, weil das für kleine Kinder gefährlich ist", sagt Ralf Brunken.

Spielplatz ist kein Hundeklo

Gelegentlich müssen die Spielplatzpaten auch Hundebesitzer darauf hinweisen, dass das Gelände für ihre Vierbeiner tabu ist. Immer wieder sei die Verunreinigung der Spielplätze durch Hunde feststellbar, teilt auch die Gemeindeverwaltung mit. "Hundehalter werden gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass der Spielplatz nicht als Hundeklo genutzt wird." Und auch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist auf Spielplätzen nicht gestattet, wie die Verwaltung wegen des bevorstehenden Silvestertages erinnert.

Gundula und Ralf Brunken übernahmen die Patenschaft für den Spielplatz, als sie Ende der 1990er Jahre in das Wohngebiet zogen und ihr Sohn Silan noch klein war. "Ihr wohnt gegenüber, wollt ihr nicht einen Blick auf den Spielplatz werfen", habe es geheißen. Die Brunkens machten auch Vorschläge zur Gestaltung: Sie lieferten die Idee für die Kletterburg mit Rutsche, die im Zentrum der Fläche steht. Vor Kurzem hat das Ehepaar angeregt, dass eine Röhre entfernt werden soll, die zum Hindurchkriechen gedacht ist. Der Tunnel werde von den Kindern kaum genutzt, sagt Gundula Brunken - dafür aber von Katzen, die dort ihr Geschäft verrichten.

Von den 27 Spielplätzen in der Gemeinde werden derzeit 15 von Spielplatzpaten betreut. Ein Mal im Jahr treffen sie sich im Rathaus zum Meinungsaustausch. Ihre Funktion sei es, eine soziale Kontrolle auszuüben. Außerdem fungieren sie als Mittler zur Gemeinde. Beim jüngsten Treffen der Spielplatzpaten kurz vor Weihnachten ging es auch um die Zukunft der Spielplätze. "Denkbar sind Ansätze hinsichtlich der Nutzung von Flächen für Seniorenangebote", heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde. Langfristiges Ziel sei eine generationenübergreifende Gestaltung von öffentlichem Gelände.

Auch die Fläche im Wohngebiet Langenberger Sand wird nicht nur von Kindern und Jugendlichen genutzt. Den Jahrtausendwechsel etwa erlebten die Nachbarn gemeinsam auf dem Spielplatz. Damals wurde an Silvester ein Zelt aufgebaut und darin gefeiert. Außerdem haben die Anwohner in Eigeninitiative eine Hütte mit Sitzplatz gebaut.

Für die Pflanzen auf dem Gelände fühlen sich ebenfalls nicht nur die Spielplatzpaten verantwortlich. Während heißer Sommer hätten die Nachbarn von allen Seiten den mit Gras bewachsenen Hügel mit Wasser gesprengt, erzählt Ralf Brunken. Und auch er selbst hat schon das eine oder andere Mal den Gartenschlauch Richtung Spielplatz ausgerollt. Darüber hinaus hat das Ehepaar für einen Neuzugang bei den Spielplatzpaten gesorgt: Vor Kurzem hat Gundula Brunkens Schwester, Esther Kruse, die Patenschaft für den Spielplatz an der Straße Im Obstgarten übernommen. Als Mutter von zwei kleinen Kindern besucht sie den Spielplatz oft. "Seitdem ich Spielplatzpatin bin, gucke ich genauer hin. Man fühlt sich verantwortlich", sagt Esther Kruse. Auf ihre Anregung hin soll auf dem Gelände eine Schaukel errichtet werden. Außerdem teilte sie der Gemeinde mit, dass der Fahrradständer repariert werden müsse. Auch das soll in Kürze geschehen.

Die Gemeindeverwaltung sucht indes noch weitere Spielplatzpaten. Wer sich für dieses Ehrenamt interessiert, kann sich unter der Telefonnummer 04408/ 921332 bei Uwe Schubert melden. Unter Schubert@hude.de ist der Fachbereichsleiter zudem per E-Mail erreichbar.

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