Der TV Oyten wird vom Landessportbund für sein Engagement gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet Sportverein mit Courage

Der TV Oyten ist jetzt vom Landessportbund Niedersachsen für herausragendes Engagement im Kampf gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Sportverein mit Courage“ belegte der Verein den ersten Platz.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Julian Rabe

Der TV Oyten ist jetzt vom Landessportbund Niedersachsen für herausragendes Engagement im Kampf gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Sportverein mit Courage“ belegte der Verein den ersten Platz.

„Es ist gar nicht so lange her, dass wir uns in der Gemeinde und auch hier im Verein mit Vorfällen rechtsextremer Natur auseinandersetzen mussten“, erzählte Berta Manthey, Kassenwartin des TV Oyten. „Oyten war mal ein Treffpunkt für Anhänger der rechten Szene“.

Nun herrscht, was diese Problematik angeht, aber Funkstille. Dass das der Fall ist, hat durchaus auch mit dem Engagement des TV Oyten zutun. Der Verein kämpft seit Jahren auf verschiedenen Ebenen gegen rechtsextreme Einflüsse in der Region und wurde dafür jüngst vom Landessportbund Niedersachsen geehrt.

Jährlich zeichnet der Sportbund Vereine aus, die sich nachhaltig gegen Fremdenhass und für mehr Toleranz im Sport engagieren. Dabei setzten sich nun die Oytener unter 25 Bewerbern durch und konnten sich als „Sportverein mit Courage“ über ein Preisgeld von immerhin 2500 Euro freuen.

Nach einigen Zwischenfällen, bei denen Vereinsmitglieder durch rechtsextreme Handlungen negativ aufgefallen waren, sahen sich die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Die Täter wurden als Mitgliedschaft ausgeschlossen und im Rahmen der Möglichkeiten sanktioniert. Zudem schloss sich der TV Oyten im Jahre 2010 dem Bündnis für Demokratie und Toleranz an, das unter dem Namen „Oyten ist bunt“ antritt. „Wir wollten uns klar gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus positionieren und auch aktiv dagegen vorgehen“ erklärte Detlef Meyer, Vorsitzender des TVO. In Kooperation mit dem Bündnis wurden Info-Veranstaltungen organisiert, zudem organisierte der Verein Aktionen, um die rechte Einflüsse unter Kontrolle zu bekommen.

2012 gelang es dem Verein, eine besonders wichtige Initiative umzusetzen: Auf der Mitgliederversammlung wurde eine Satzungsänderung beschlossen, die es dem Verein ermöglicht, sofort und unverzüglich auf Anzeichen von rechtsextremen Einflüssen im Verein zu reagieren. „Vereine sind für die Instrumentalisierung durch ’rechte’ Gruppierungen geradezu prädestiniert“, erläuterte Meyer, „besonders hier versuchen Rechtsextreme, die Strukturen zu unterwandern, um so aus dem Inneren heraus handeln zu können.“

Detlef Meyer ist jedenfalls zuversichtlich, er sieht den TV Oyten jetzt gut gerüstet: „Dank der überarbeiteten Satzung und der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde sind wir im Moment in der Hinsicht gut aufgestellt.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+