Ermittlungen wegen Missbrauchs

Staatsanwaltschaft leitet Verfahren ein

Hannover. Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche hat die Staatsanwaltschaft ­Hildesheim sechs Ermittlungsverfahren eingeleitet. In einem weiteren Verfahren werde ein Anfangsverdacht geprüft, teilte das Justizministerium am Freitag nach einem Gespräch zwischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU), dem Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer und weiteren Kirchenvertretern mit.
17.11.2018, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Helen Hoffmann

Hannover. Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche hat die Staatsanwaltschaft ­Hildesheim sechs Ermittlungsverfahren eingeleitet. In einem weiteren Verfahren werde ein Anfangsverdacht geprüft, teilte das Justizministerium am Freitag nach einem Gespräch zwischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU), dem Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer und weiteren Kirchenvertretern mit. Dem Ministerium zufolge beruhen die neuen Ermittlungen auf Unterlagen, die das Bistum Hildesheim Ende Oktober der Anklagebehörde übergeben hat. Das Bistum habe zugesagt, weitere Akten zu übersenden. Auch die Bistümer Osnabrück und Münster stehen demnach im intensiven Austausch mit den Staatsanwaltschaften und wollen die für Ermittlungen nötigen Unterlagen herausgeben.

„Die juristische Aufarbeitung der Studie muss vorangehen“, sagte Havliza nach dem Treffen, an dem neben Wilmer auch der Generalvikar des Bistums Osnabrück, Theo Paul, und der Weihbischof von Vechta, Wilfried Theising, teilnahmen. „Das darf keine kircheninterne Angelegenheit bleiben.“

Im September wurde eine bundesweite Studie im Auftrag der katholischen Kirche bekannt, nach der zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 katholische Kleriker 3677 Minderjährige missbraucht haben sollen. In Niedersachsen und Bremen ging es um mehr als 220 Opfer und 115 Geistliche.

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