Osterholz-Scharmbeck

Stadt will fünf Straßenabschnitte instand setzen

Osterholz-Scharmbeck. Das ursprünglich für einen Radweg eingeplante Etat der Stadt in Höhe von 30.000 Euro wird jetzt dringend benötigt, um Schlaglöcher auf den Straßen zu beseitigen. Der Finanzausschuss stimmte jetzt der Umschichtung der Mittel zu.
14.05.2010, 11:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Lutz Rode
Stadt will fünf Straßenabschnitte instand setzen

Die Asphaltdecke an der Buschhausener Straße weist viele Löcher auf . Die Stadt plant eine Fahrbahnerneuerung.

LUTZ RODE

Osterholz-Scharmbeck. Eigentlich sollte der idyllisch gelegene Verbindungsweg zwischen der Beckstraße und dem Gut Sandbeck in diesem Jahr eine kleine Fahrspur für Fahrräder bekommen. Doch daraus wird nun nichts: Die 30 000 Euro, die dafür im Etat der Stadt eingeplant waren, werden dringend benötigt, um Schlaglöcher auf den Straßen zu beseitigen. Der Finanzausschuss stimmte der Umschichtung der Mittel in dieser Woche zu. Der Radweg am Gut Sandbeck soll dann im nächsten Jahr angepackt werden.

Leere Kassen, löchrige Straßen - diese Kombination bereitet auch den Stadtoberen im Rathaus einiges Kopfzerbrechen: An über 40 Straßen im Stadtgebiet wurden Frostschäden in größerem Umfang festgestellt. Mindestens 370 000 Euro, so schätzt man im Rathaus, dürfte es kosten, diese Schäden an den Asphaltstraßen zu beheben.

Dass diese Summe den finanziellen Rahmen des Kreisstadt-Etats sprengt, dürfte niemanden wirklich wundern, der weiß, wie prekär die Lage der Kreisstadt ist. In der Kämmerei hat man alle Haushaltsposten durchforstet, dennoch wird das Geld nur reichen, um an fünf Straßenabschnitten die Fahrbahndecken zu erneuern. Ohne die 30 000 Euro aus dem Radwege-Topf wäre das nicht möglich gewesen. 'Wir befinden uns in einer Mangelverwaltung', sagt Kämmerer Volker Lütjen.

Bauhof flickt Löcher im Akkord

Bei den restlichen Straßen muss der Baubetriebshof ran, um die Schlaglöcher so gut es geht zu flicken. 'Es geht nicht anders, mangels Masse', sagte Stadtplaner Ulrich Schmidt. Angesichts dieser provisorischen Maßnahmen könne man nur hoffen, dass der kommende Winter nicht noch einmal so streng ausfalle wie der zurückliegende. Denn dann würde auf den Straßen alles noch viel schlimmer, sagte Schmidt.

Zwei Abschnitte des Garlstedter Kirchweges, zwei Abschnitte der Straße 'Alt Heilshorn' sowie die Buschhausener Straße zwischen Wattloge und Heckenweg sollen in Kürze instand gesetzt werden. Ein Auftrag über 70 000 Euro ist nach vorheriger Ausschreibung bereits an die Firma Stehnke vergeben worden, so dass die Arbeiter voraussichtlich in der kommenden Woche anrücken werden. Für den Rest der notwendigen Baumaßnahmen soll die Ausschreibung in Kürze erfolgen.

Herbert Behrens (Die Linke) stimmte ebenso wie Wilfried Pallasch (Bürgerfraktion) der Umschichtung der 30 000 Euro aus dem Radwegebau-Topf nicht zu. Behrens tat dies aus grundsätzlichen Erwägungen - schließlich führten gut ausgebaute Radwege zu einem Rückgang des Autoverkehrs und damit zu weniger Belastungen der Straßen. Pallasch war dagegen sauer, dass sich der Finanzausschuss mit der Angelegenheit befasste, ohne dass sich zuvor der Bauausschuss bei einer Ortsbesichtigung einen Eindruck von der Lage verschaffen konnte. 'Letzte Woche ist der Bauausschuss mangels Themen abgesagt worden. Das hier wäre ein Thema gewesen', meinte Pallasch.

Die Frage, ob es für die Beseitigung der Frostschäden an den Stadtstraßen nicht Zuschüsse vom Land oder Bund gebe, hatte Kämmerer Volker Lütjen zuvor verneint. 'Für uns als Kommune kommt nichts herum', erklärte Lütjen dem SPD-Mann Andreas Motscha, der nachgehakt hatte.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+