Stadtradeln

Zeichen setzen für den Umweltschutz

Erstmals traten Bassum, Stuhr, Syke, Twistringen und Weyhe gemeinsam als Win-Region beim Stadtradeln an. Alle Kommunen ziehen eine positive Bilanz und freuen sich bereits auf eine Fortführung im nächsten Jahr.
30.06.2020, 16:51
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Sarah Essing
Zeichen setzen für den Umweltschutz

Die Bürgermeister und Starradler aus der Win-Region ziehen ein positives Fazit der Stadtradel-Aktion.

Sarah Essing

Syke. Das erste Stadtradeln gemeinsam als Win-Region sei „ziemlich erfolgreich“ gewesen, zogen die Oberhäupter der beteiligten Kommunen Bassum, Stuhr, Syke, Twistringen und Weyhe Bilanz. „Wir wollten zeigen, dass man Alternativen hat“, sagte Sykes Bürgermeisterin Suse Laue bei der Abschlussveranstaltung vor dem Rathaus der Hachestadt. Und das sei gelungen. Vor allem wenn man die Menge des eingesparten Kohlendioxids anschaue. Diese sei mit insgesamt 54 Tonnen „sehr, sehr beträchtlich“, freute sich Laue gemeinsam mit ihren Amtskollegen Frank Seidel (Bürgermeister Weyhe), Christian Porsch (Bürgermeister Bassum), Jens Bley (Bürgermeister Twistringen) und Stephan Korte (Bürgermeister von Stuhr), der sich durch Stuhrs Starradler Christian Strauß vertreten ließ.

Als Stadtradel-Debütant setzte Twistringen beim Wettbewerb gleich neue Maßstäbe. Mit 558 Radlern, die gemeinsam 148 971 Kilometer zurücklegten, ließen sie die übrigen Teilnehmer aus der Win-Region deutlich hinter sich. In Bassum erradelten 218 Menschen 57 701 Kilometer; in Stuhr 134 Radler 32 816 Kilometer; in Syke 307 Radler 82 617 Kilometer und in Weyhe 177 Radler 44 653 Kilometer. Dafür gab es nicht nur Lob und Gratulation von allen, sondern auch einen kleinen Bonus. 100 Euro warf jede Stadt in den Topf, die Jens Bley nun einer gemeinnützigen Einrichtung in Twistringen zukommen lässt.

Er sei ja zunächst „skeptisch“ gewesen, ob man am Stadtradeln teilnehmen sollte, räumte das Oberhaupt der Delme-Stadt ein. Mitten in der Corona-Zeit sei er nicht sicher gewesen, ob sich genügend Menschen zur Teilnahme finden würden. Nun sagt er: „Das war genau richtig!“ Denn dadurch sei in Twistringen ein neues „Wir-Gefühl“ entstanden. „Da hat man mal wieder was gehabt, was man gemeinsam tun konnte.“ Dieses Wir-Gefühl hob auch Christian Porsch hervor. Rund ein Drittel mehr Teilnehmer seien in diesem Jahr in der Lindenstadt dabei gewesen. „Wir haben ein Zeichen gesetzt“, ist er überzeugt. „Auch in Corona-Zeiten kann man so eine Aktion machen.“ „Gerade auch in Corona-Zeiten“, ergänzte Daniel Unsworth, Stadtradeln-Koordinator in Stuhr.

In Weyhe sei man getreu dem Motto „Einmal um die ganze Welt“ in die Pedale getreten. „Das hat geklappt“, freute sich Bürgermeister Frank Seidel, auch wenn die Teilnehmerzahl noch steigerungsfähig sei. Über das gesparte Kohlendioxid hinaus habe man aber auch viel Werbung für den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad gemacht. „Das geht viel häufiger als man denkt“, ist er wie seine Amtskollegen überzeugt. Alle wollen im nächsten Jahr wieder beim Stadtradeln antreten, auch wieder gemeinsam als Win-Region.

In Syke, immerhin schon seit mehreren Jahren beim Stadtradeln dabei, kommen ebenfalls immer wieder neue Teilnehmer hinzu, freute sich Suse Laue. Ein besonderes Lob hatte sie zudem für Sykes Starradler Andreas Schmidt. Er radelte ganz allein 1413 Kilometer und landete damit auf Platz fünf aller Starradler Deutschlands. Der Kriminalhauptkommissar hatte sich 750 Kilometer als Ziel gesetzt. Diese Zahl hat er fast verdoppelt. Am 16. Tag habe er die 1000 Kilometer-Grenze erreicht. „Und dann entwickelt man Ehrgeiz“, bekannte er. Das Ganze habe Spaß gemacht und eine Eigendynamik entwickelt. Dabei stand aber nicht der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund, wie sein persönlicher Abschluss der Aktion zeigt: Gemeinsam mit Twistringens Starradler Harm-Dirk Hüppe, der bundesweit mit 724 Kilometern auf Platz 19 landete, ging es auf eine Fahrradtour.

Abschließend hatte Weyhes Starradler Holger Opitz als Mitglied des ADFC noch eine Bitte. Es sei gut und wichtig, dass so viele Mitarbeiter aus den Rathäusern an der Aktion teilnehmen, fand er. Dadurch würden sie selbst sehen, dass es noch eine Menge für die Radler zu tun gibt. Um dafür Lösungen zu finden, stünden die Mitglieder des ADFC gern mit ihrer Erfahrung und Expertise zur Verfügung.

Info

Zur Sache

Ergebnisse

Bassum: 218 Radelnde, 21 Teams, 57 701 Kilometer, rund 8 Tonnen CO2 eingespart, Platz 43 Deutschland, Platz 18 Niedersachsen

Stuhr: 134 Radelnde, 21 Teams, 32 816 Kilometer, rund 5 Tonnen CO2 eingespart, Platz 85 Deutschland; Platz 23 Niedersachsen

Syke: 307 Radelnde, 21 Teams, 82 617 Kilometer, rund 12 Tonnen CO2 eingespart, Platz 27 Deutschland, Platz 12 Niedersachsen

Twistringen: 558 Radelnde, 41 Teams, 148 971 Kilometer, rund 22 Tonnen CO2 eingespart, Platz 3 Deutschland, Platz 2 Niedersachsen

Weyhe: 177 Radelnde, 31 Teams, 44 653 Kilometer, rund 7 Tonnen eingespart, Platz 67 Deutschland, Platz 22 Niedersachsen

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+