Gymnasium zeigt Posterausstellung zum rasanten Wandel chinesischer Metropolen

Städte wachsen im Eiltempo

Lilienthal. "Chinas Metropolen im Wandel" heißt eine Plakatausstellung, die bis zu den Weihnachtsferien im Kunsttrakt des Gymnasiums gezeigt wird. 49 großformatige Poster informieren in Bild und Wort über wirtschaftliche und sozio-kulturelle Veränderungen in den Städten des asiatischen Großstaates. Eröffnet wurde die Ausstellung mit einem Vortrag des promovierten Geografen Michael Waibel. Dieser zeichnet für das Forschungsprojekt verantwortlich, in dessen Rahmen das gezeigte Material erstellt wurde.
01.12.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Städte wachsen im Eiltempo
Von Undine Zeidler

Lilienthal. "Chinas Metropolen im Wandel" heißt eine Plakatausstellung, die bis zu den Weihnachtsferien im Kunsttrakt des Gymnasiums gezeigt wird. 49 großformatige Poster informieren in Bild und Wort über wirtschaftliche und sozio-kulturelle Veränderungen in den Städten des asiatischen Großstaates. Eröffnet wurde die Ausstellung mit einem Vortrag des promovierten Geografen Michael Waibel. Dieser zeichnet für das Forschungsprojekt verantwortlich, in dessen Rahmen das gezeigte Material erstellt wurde.

Waibel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am geografischen Institut der Universität Hamburg. Seit 2007 befasst er sich mit Chinesischen Metropolen, betreibt "Megastadtforschung". Er nennt es "High-Speed-Urbanisierung", zu Deutsch Hochgeschwindigkeitsurbanisierung, was in Chinas Wirtschaftszentren abläuft. Was das bedeutet, veranschaulichte er den Gymnasiasten unter anderem mit Landkarten zur Bevölkerungsverteilung in China, zum Pro-Kopf-Einkommen in Asien, mit einem Zeitstrahl und eindrücklichen Fotografien. Er stellte das Land in einen geografischen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kontext.

Akteure städtischen Wandels

Waibels Blick richtet sich nach eigenen Worten auf die Akteure städtischen Wandels. Was der mit sich bringt, ließ er die Schüler etwa am Beispiel der Sonderwirtschaftszone Shenzhen ahnen. Vor 30 Jahren war es eine Stadt mit 30000 Einwohnern, heute leben dort zwölf Millionen Menschen. Waibel zeigte Bilder vom modernen Rathaus der Stadt, mit geschwungenem Dach in alter chinesischer Tradition. Er erzählte von Deng Xiaoping, dem die Stadt alles zu verdanken habe. Über die Rolle des Staatsführers bei der Niederschlagung der Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 sprach er ebenso. China als Land mit Hang zu architektonischen Superlativen, in dem sich die Weltelite der Architektur tummelt, schilderte der Wissenschaftler ebenso, wie das China, wo selbst innerhalb eines Landes die Billiglohnkarawane immer weiter zieht. Plastisch machte Waibel seinen Kompaktvortrag, indem er die Lebensbedingungen der Schüler mit denen Gleichaltriger in China verglich. Er

zeigte Villensiedlungen der "Neuen Reichen", die überall auf der Welt stehen könnten oder das Bild einer kaum 18-jährigen Näherin, die täglich bis zu zwölf Stunden an der Maschine sitzt.

"China ist immer ein Thema, nicht nur in Erdkunde", sagte Erdkundelehrer Matthias Kowasch, der die Ausstellung nach Lilienthal geholt hat. Dass er damit das Interesse seiner Schüler trifft, bestätigt der wirtschaftlich interessierte Simona Lohmann aus dem elften Jahrgang: "Ich habe die Plakate gesehen, deshalb bin ich hier." Laut Kowasch ist die Ausstellung für alle offen: Eltern, Schüler und Interessierte.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+