A2O will Projekt starten

Startschuss mit deutlicher Verzögerung

Die A2O-Gesellschaft von Achim, Oyten und Ottersberg strebt nach sieben Jahren ihr erstes Projekt an. Dabei handelt es sich um ein Konzept, das Radfahrer in den drei Gemeinden mit Service-Hubs versorgt.
11.09.2019, 16:26
Lesedauer: 2 Min
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Startschuss mit deutlicher Verzögerung
Von Kai Purschke
Startschuss mit deutlicher Verzögerung

So oder so ähnlich könnte eines der größeren Aufbewahrungsmodule für Fahrräder aussehen.

Robin van Lonkhusen/dpa

Seit nunmehr sieben Jahren existiert sie, die gemeinsame Gesellschaft der Nachbarn Achim, Oyten und Ottersberg mit dem klangvollen Namen A2O. Ihr Ziel: die gemeinsame Stromerzeugung durch Windkraft und Sonnenenergie, möglicherweise ein größeres Kraftwerk, in dem aus Biomasse Energie für den Nordkreis gewonnen wird sowie eine gemeinsame Nutzung der Infrastruktur im Bereich der Abwasserbeseitigung. Ihr Erfolg: nicht vorhanden. Bisher hat die Gesellschaft kein Projekt auf die Beine gestellt, je 100 000 Euro hatte jeder Gesellschafter als Startkapital bereitgestellt. Und bereits im Januar 2018 hatten die drei Bürgermeister erklärt, das Thema E-Mobilität für sich entdeckt zu haben. Nun soll es damit losgehen, denn die A2O hat ein Förderprogramm auserkoren, mit dem sich ein Konzept für eine „Mobilitätsregion“ entwickeln und bezahlen lässt, das sich zunächst auf den Radverkehr in den drei Gemeinden konzentrieren soll.

Weil aber die A2O selbst keinen Antrag auf Förderung stellen kann, soll die Stadt Achim dies mit entsprechender Legitimation aus Oyten und Ottersberg tun und das Geld für den Eigenanteil aus der A2O-Kasse nehmen. Der Verwaltungsrat, die drei Bürgermeister und je ein Ratsmitglied, wird am kommenden Montag darüber sprechen, der Achimer Ausschuss für Stadtentwicklung hat dies bereits am Dienstagabend getan, nachdem Stefanie Schleef von der Wirtschaftsförderung viele Ideen zum Konzept vorgestellt hatte. Vorweggenommen: Es waren den meisten Ausschussmitgliedern zu viele Ideen auf einmal. Mit den Stimmen von CDU, FDP und WGA wurde das Projekt abgelehnt, das Thema geht aber noch in den Achimer Rat.

Stefanie Schleef hatte eine ganze Menge aufgefahren: Bilder, die futuristische Module zeigen, wie sie von den Größen XS bis XXL irgendwann in Achim, Oyten oder Ottersberg stehen könnten. Angefangen von einfachen Säulen am Straßenrand, an denen ein Rad aufgehängt, repariert, aufgepumpt oder im Falle eines E-Bikes dessen Akku in einem abschließbaren Fach aufgeladen werden kann. Bis hin zu großen Bauten, in denen ganze Sammelanlagen für Fahrräder Platz finden. Dazu erwähnte sie Solardächer, Windenergie und sogar Kühlschränke, in denen regionale Landwirte Eier und Milch anbieten könnten.

Diese „digitalen Mobilitäts-Hubs“, wie Schleef die Säulen nannte, sollen zudem den Radfahrer mit Wasser und Informationen versorgen, sodass etwa Verkehrsanbieter wie die Deutsche Bahn oder der Achimer Bürgerbus ihre Daten dort bündeln können und der Reisende gleich eine passende Route präsentiert bekommt. „Der Hub als soziale Begegnungsstätte“, sagte Stefanie Schleef. Sie sprach sogar von einem Bonuspunkte-Programm, an dem Unternehmen Interesse haben könnten.

Für Karl-Heinz Lichter und Volker Wrede von der CDU, die in diesem Zusammenhang die Sinnhaftigkeit der A20 in Frage stellten und eine Auflösung sowie Aufteilung der bisher eingezahlten Gelder erwähnten, ist es schwer nachvollziehbar, „dass wir auf jeden Fördertopf, der aufgeht, draufspringen müssen“. Und da ja trotz Förderung auch Achim womöglich später Geld bezahlen muss, wenn das Konzept umgesetzt werden soll, sei das Projekt sehr wohl haushaltsrelevant.

Achims Verkehrsplaner Stefan Schuster erinnerte daran, dass die Stadt eben gerade wegen ihrer Haushaltslage auf solche Fördermittel angewiesen sei, um gewisse Dinge realisieren zu können. Das könne Achim gar nicht selbst zahlen. Für Peter Bartram (Grüne) ist Stefanie Schleef „bereits Meilen voraus, auch wenn Visionen etwas Gutes sind“. Man könne das Konzept erstellen und dann schauen, ob man es umsetzt und Geld ausgibt. Herfried Meyer (SPD) mahnte,„erstmal die Basics“ auf die Reihe zu bekommen und nicht schon „fünf Schritte zu weit zu gehen“. Bereits vor zwei Jahren habe er eine Rad-Abstellanlage für den Achimer Bahnhof beantragt, „die hat es bisher noch nicht mal hier in die Beratung geschafft“.

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