Chor "Kekeli" spendete für Hilfsprojekt in Äthiopien / Die Augenärzte Ulrike und Thomas Hohmann berichten über Einsatz in Afrika Stipendien für äthiopische Frauen

Von Monika Fricke
24.09.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Monika Fricke

Pennigbüttel. 600 Euro aus "ersungenen" Spendengeldern übergab der Chor "Kekeli" im Gemeindehaus der Emmaus-Kirchengemeinde an die Augenärztin Dr. Ulrike Hohmann. Die Fachärztin für Augenkrankheiten reist seit acht Jahren gemeinsam mit ihrem Ehemann Dr. Thomas Hohmann, ebenfalls Facharzt für Augenkrankheiten, jährlich einmal mit anderen Medizinern für zwei Wochen nach Äthiopien.

Die engagierten Ärzte erfuhren, dass süddeutsche Rotarier eine Augenklinik im äthiopischen Hochland errichten ließen und Fachärzte für die Klinik fehlten. Mit befreundeten Medizinern fuhren die Augenärzte nach Äthiopien und behandelten und operierten kurzerhand die bedürftigen Bewohner des äthiopischen Hochlandes. Im Laufe der Jahre entwickelten sich weitere Hilfsprojekte aus diesem ersten Besuch in Äthiopien.

So lag Ulrike Hohmann die Förderung und Betreuung von Kindern mit Augenerkrankungen besonders am Herzen. Außerdem entstand ein Stipendiumprojekt für junge Frauen in Nekemte. Dr. Ulrike Hohmann informierte die Chorsängerinnen des Gospelchores "Kekeli" mit eindrucksvollen Fotos über die bereits erfolgreich angeschobenen und umgesetzten Hilfsprojekte. Zum Beispiel über die Integration von sehbehinderten Kindern in einer äthiopischen Regelschule. Ein Foto zeigt eine Gruppe von glücklichen Jungen und Mädchen. Die Rotarier förderten die Ausbildung der Lehrer für dieses Projekt. In einem Blindenheim mit 80 Kindern und Jugendlichen wurden Förderprogramme zur Ausbildung arrangiert. Zu den jüngsten Hilfsprojekten gehört die Ausbildung von jungen Frauen, die ihre Eltern verloren haben oder die mit schlecht bezahlten Hilfsarbeiten das Überleben der Familie sichern. Ihnen wird ein Studium, zum Beispiel als Krankenpflegerin, ermöglicht. Pastor Kes Alemu aus Nekemte wählt die Frauen sorgfältig aus,

die an der Universität betreut werden. Die Studiengebühren betragen 300 Euro pro Jahr. Das Geld wird direkt ohne Abzüge an die New Generation Universität in Nekemte überwiesen, berichteten die beiden Augenärzte aus der Kreisstadt. Inzwischen gibt es dort über 50 Studentinnen, die die Chance erhalten, ihr Leben selbst zu gestalten. "Sie treten mit einem völlig anderen Selbstbewusstsein ins Leben und sind Keimzelle für Veränderungen im eigenen Land", so Dr. Hohmann. Die Frauen würden viele positive Impulse und neue Chancen erhalten. Durch die Spenden der Chorsängerinnen erhalten nun drei bedürftige junge Äthiopierinnen die Gelegenheit, ein Jahr an der New Generation Universität in Nekemte zu studieren. Die Spendensumme erhöhte sich nämlich noch um 340 Euro, die beim Seniorenfrühstück der Emmaus-Kirchengemeinde zusammenkamen, als Dr. Hohmann auch dort das Hilfsprogramm vorstellte.

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