Erstmals seit Ende der 1970er-Jahre wieder Vögel auf dem Dach

Storchenpaar nistet in Osterholz

Osterholz. Viele Osterholzer Augen sind in diesen Tagen auf das Dach des Hofes von Bernhard Wendt gerichtet: Plötzlich ist das Storchennest auf dem hoch oben angebrachten Wagenrad wieder bewohnt.
24.04.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von NINA HEINRICH

Viele Osterholzer Augen sind in diesen Tagen auf das Dach des Hofes von Bernhard Wendt gerichtet: Plötzlich ist das Storchennest auf dem hoch oben angebrachten Wagenrad wieder bewohnt.

Vor etwa zwei Wochen wurde er zum ersten Mal gesichtet und kehrt seitdem regelmäßig wieder: Ein Storch baut sein Nest auf dem Dach des Hofs von Bernhard Wendt in Osterholz. Unsere Leserin Lieselotte Grönemeier, die seit ihrer Geburt in Osterholz lebt, hat den Stadtteil-Kurier auf den neuen Nachbarn aufmerksam gemacht. Sie geht jeden Tag mehrmals mit ihrem Hund Danny spazieren und sieht dabei immer wieder den Storch: „Morgens ist er meistens da, dann fliegt er weg und werkelt nachmittags wieder.“

Seit 40 Jahren befindet sich auf dem Dach des Hofs bereits ein Wagenrad – allerdings hat dort seit etwa 35 Jahren kein Storch mehr genistet: „Vor einigen Jahren, als mein Vater 70 Jahre alt wurde, haben wir ein neues Rad draufgesetzt“, erzählt Bernhard Wendt, „das ist richtig fest verschraubt. So ein Storchennest kann ja gut anderthalb oder zwei Tonnen wiegen. Vor zwei Jahren haben wir am Wagenrad Reisigbesen montiert, damit es etwas einladender ist.“ Und Wendt sagt, es sei „ein schönes Gefühl“, jetzt wieder einen Storch zu haben.

Lautes Geklapper

Auch Rüdiger Nagel, ein Nachbar von Wendt und früher als Grafiker beim WESER–KURIER tätig, freut sich über den Besucher. Er hat mit Fotografien dokumentiert, wie der Storch sein neues Zuhause bezieht. Und der hat bereits einen Namen.

Lieselotte Grönemeier ist die Namensgeberin: „Der Name Emil kam einfach so. Und ich finde, Emilie passt so gut dazu. Er braucht doch noch eine Frau.“ In diesem Fall hat das Wünschen wohl geholfen: An Ostern wurde Emilie zur ersten Besichtigung der neuen Wohnung gesehen. Am vergangenen Dienstag brachte Emil nachmittags wieder weibliche Begleitung mit. „Sie ist ein ganzes Teil kleiner als Emil“, berichtet Lieselotte Grönemeier. „Sie sitzt jetzt im Nest, und er klappert um sie rum. Das ist ganz drollig.“

Bernhard Wendt, der den Hof in der dritten Generation führt, sieht gute Chancen, den Storch jetzt öfter beobachten zu können: „Wenn erst mal Nachwuchs da ist, muss ja immer einer Wache schieben.“ Der 47-Jährige, der auf seinem Hof das Fahrsportzentrum Nord betreibt und dort Pferde und Fahrer ausbildet, hat sich schon informiert: Ende April beginnt normalerweise die Brutzeit bei Störchen. Diese dauert vier Wochen, darauf folgen 53 Tage Zucht. „Und dann geht es schon Richtung Nordafrika zum Überwintern“, weiß Wendt. Bis dahin wird es aber wohl noch viele Gelegenheiten geben, den Storch und seine Gefährtin zu sehen – beim Besuch des Teams vom Stadtteil-Kurier war er allerdings nicht anzutreffen. „Das Nest ist ja auch noch gar nicht fertig“, hat Rüdiger Nagel beobachtet, „die Matratze fehlt noch.“ Da gibt es wohl noch einiges zu tun für Emil und Emilie in Osterholz.

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