Grüne wollen auf Blockheizkraftwerke, Windräder und Sonnenstrom umstellen Strategie für die Energiewende

Verden. Der Landkreis Verden soll zu einer 100-Prozent-Erneuerbare-Energie-Region werden. Das ist das Ziel eines Antrags der Grünen, die eine umfassende Strategie für Klimaschutz und den Umstieg auf erneuerbare Energien für den Landkreis fordern. "Nicht nur angesichts der aktuellen energiepolitischen Debatte nach der Katastrophe in Fukushima ist ein strategisches Gesamtkonzept überfällig", so die Kreistagsfraktionsvorsitzende Ulla Schobert.
16.04.2011, 05:00
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Von Johannes Heeg

Verden. Der Landkreis Verden soll zu einer 100-Prozent-Erneuerbare-Energie-Region werden. Das ist das Ziel eines Antrags der Grünen, die eine umfassende Strategie für Klimaschutz und den Umstieg auf erneuerbare Energien für den Landkreis fordern. "Nicht nur angesichts der aktuellen energiepolitischen Debatte nach der Katastrophe in Fukushima ist ein strategisches Gesamtkonzept überfällig", so die Kreistagsfraktionsvorsitzende Ulla Schobert.

Andere Kommunen seien längst auf dem Weg, ihre Energieversorgung nachhaltig umzubauen. Die von den Grünen geforderte Klima- und Energiestrategie für den Landkreis solle konkrete Ziele, geeignete Strategien und wirksame Maßnahmen benennen, deren Umsetzung regelmäßig überprüft wird. Die Kreisverwaltung soll ein Konzept vorlegen, an dem der Kreistag und auch externe Fachleute mitarbeiten sollen.

Die Energiewende im Landkreis brauche breite gesellschaftliche Beteiligung, dementsprechend vielschichtig sollte die Erarbeitung der Klima- und Energiestrategie organisiert werden, erläutert der Achimer Grünen-Kreistagsabgeordnete Axel Eggers. Integriert werden sollten dabei auch die vielen positiven Ansätze, die es im Kreisgebiet bereits gebe. Eggers verweist auf Ottersberg und die Aller-Leine-Tal-Region, die bereits bekundet hätten, dass sie 100-Prozent-Erneuerbare-Energie-Region werden wollen.

Das Ziel müsse sein, als Landkreis Verden die Energieversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken zu können, so Eggers. Dazu seien die Verzahnung einer Reihe von Maßnahmen und die Vernetzung von Akteuren nötig. Damit meint Eggers die Koordination der regionalen Energieversorger, die Einbeziehung von innovativen Akteuren wie dem Netzwerk Nachhaltiges Bauen und auch die möglicherweise erforderliche Neuordnung kommunaler Strukturen.

"Klimaschutz und Energiepolitik sind eine Querschnittsaufgabe und werden auch verwaltungsintern koordiniert werden müssen", gibt Ulla Schobert zu bedenken. Auch laufende Verfahren, wie das Regionale Raumordnungsprogramm, müssten Teil des Strategieentwicklungsprozesses sein. Es gehe jetzt nicht um schnelle Einzellösungen, sondern um ein strategisches Gesamtkonzept, das viele Maßnahmen integriere.

Der Grünen-Kreisverband wolle den öffentlichen Diskurs zum Thema Energiewende mit einer Reihe von Veranstaltungen begleiten. "Es gibt viele gute Beispiele und Erfahrungen, von denen der Landkreis Verden lernen kann", so Rasmus Grobe, Sprecher des Grünen-Kreisvorstands. Er verweist auf vorbildliche Modellprojekte auch im Landkreis, zu denen öffentliche Gebäude auf Passivhaus-Standard, Contracting für Blockheizkraftwerke oder energetische und ökologische Gesamtkonzepte für komplexe Sanierungsvorhaben gehörten. "Der Landkreis Verden hat viel Potential, wir müssen es nur zusammenbringen, damit daraus eine Bewegung für die Energiewende wird", so Grobe.

Unterdessen sind auch die Grünen aus der Stadt Verden aktiv geworden. Um den Umbau der Energieversorgung voranzubringen, haben sie sich an ihre Bundestagsfraktion gewandt, damit diese sich bei der Bundesregierung für die Förderung von Mini-Blockheizkraftwerken einsetzt. Leider habe die Regierung ein bereits vorhandenes Förderprogramm für diese hocheffizienten Anlagen gestoppt, die Strom und Wärme gleichzeitig produzieren.

Durch viele kleine Blockheizkraftwerke (BHKW) werde elektrische Energie dezentral hergestellt, wodurch das überregionale Leitungsnetz entlastet werde. Diese BHKWs könnten mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden. Doch selbst Erdgas betriebene BHKWs seien relativ klimagünstig, zumal dem Erdgas in Zukunft zunehmend Biogas und perspektivisch Wasserstoff zugegeben werden könne.

Zur Finanzierung stehe "ein riesiges Volksvermögen der Bausparerinnen und Bausparer" zur Verfügung, die ihr Geld nicht in spekulativen Finanzprodukten anlegen wollten. Sie investierten dieses Geld lieber in ihr Wohngebäude und erhielten dadurch nachhaltig Werte für ihre Kinder, so die Grünen. Auch zukunftsorientierte Firmen würden sich an einer Ertüchtigung und Optimierung des regionalen Stromnetzes mit großen BHKWs beteiligen.

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