Türkischer Elternverein Streiter für Chancengleichheit

Der Türkische Elternverein lud am vergangenen Sonntag zu seinem neunten Neujahrsfrühstück. Neben einem Rückblick auf die Arbeit des vorigen Jahren zeichneten sich besonders zwei Themen als zukunftsweisend ab.
22.01.2019, 17:37
Lesedauer: 2 Min
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Von Lukas Warnecke

In der Mensa der Grundschule am Sachsenhain begrüßen Banner in mehreren Sprachen die Gäste und wünschen einen guten Appetit. Beim neunten Neujahrsfrühstück des türkischen Elternbundes Verden (TEV) in Verden ging es wie gewohnt offen und interkulturell zu. Mehr als 120 Gäste kamen und ließen sich die Köstlichkeiten schmecken. Darunter auch bekannte Kommunalpolitiker wie Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann und der Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt. Den größten Teil der Gäste machten jedoch Mitglieder und Freunde des TEV aus.

Organisiert worden war der größte Teil der Veranstaltung von Bülent Ucan Bruder von Ismet Ucan, Vorstandsmitglied des TEV. Dieser begrüßte auch stolz, zusammen mit seinem Kollegen, jeden der nach und nach eintreffenden Gäste. Ziel des bereits traditionellen Neujahrsfrühstück war es, wie auch in den Jahren zuvor, wieder in einen Dialog mit Politikern und Mitgliedern des Vereines zu kommen. Ein großer Aufsteller wies dabei auf das Motto des TEV in deutsch-türkischer Übersetzung hin: „Chancengleichheit – Mehrsprachigkeit – Partizipation.“

Nach einer kleinen Verspätung von rund zehn Minuten konnte Ismet Ucan mit der Eröffnungsrede beginnen. „Letztes Mal hat man uns vorgeworfen einen Neujahrsbrunch zu veranstalten“, scherzte Ucan über die Überlänge der Reden im vergangenen Jahr. Nach einem Dankeschön an die unterstützenden Schulen ergriff der Vorsitzende Behcet Üzgün das Wort. „Es ist wichtig, mit den Schulen möglichst viel in Kontakt zu bleiben“, stellte er fest. Im Zuge dieser Erkenntnis sprach Üzgün über einige Studien, die bewiesen haben sollen, dass Kinder mit Migrationsgeschichten immer noch im Nachteil seien. „Der Bildungserfolg ist in Deutschland viel zu stark an die Herkunft gekoppelt.“ Gerade gegen diese Probleme wolle der TEV mithilfe des Bundes arbeiten.

Bereits 2018 habe der Verein viel dafür getan. Zum einen habe es ein Seminar mit dem Thema „Mobbing an Schulen“ in türkischer Sprache gegeben. Ein weiteres Thema des TEV sei im vorherigen Jahr das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Türkei und Deutschland gewesen. Behcet Üzgün gab aber auch Ausblicke für das Jahr 2019 in seiner Rede. So soll es schon sehr bald einen Besuch des TEV, mithilfe des Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt, im Deutschen Bundestag geben. Dort möchte der Verein weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergründen.

Nach der Eröffnungsrede folgte die zweite Vorsitzende Filiz Köprülüoglu mit ihrer Ansprache, die sie vollständig auf Türkisch hielt. Abschließend war es Zeit für Grußworte der anwesenden Politiker. Bürgermeister Lutz Brockmann (SPD) machte den Anfang. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte er. Jedoch müsse man weiterhin an Bildung und an der Integration arbeiten. „Ich glaube, der Weg ist noch nicht zu Ende“, sagte das Stadtoberhaupt mit Blick auf die Zukunft.

Der Landrat Peter Bohlmann (SPD) sagte ebenfalls noch viel Arbeit voraus. „Ein Anker wird immer das Heimatland bleiben, aber wir haben die Pflicht weitere Anker zu schaffen“, beschrieb er die Ziele der Migrationspolitik. Andreas Mattfeldt (CDU) hatte hingegen nur Lob für den Verein übrig: „Es ist toll, dass es diesen türkischen Elternbund gibt“. Als letztes sprach die Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth (SPD) ihre Grußworte. Dabei lud sie den TEV auch gleich ein, bei der niedersächsischen Initiative „Bildung 2040“ mitzuarbeiten.

Nach den Ansprachen wurde das große Büfett eröffnet. Bei türkischen Spezialitäten waren die Gäste aufgerufen, in Gespräche zu treten und die vorher angesprochenen Themen weiter zu diskutieren. Ausklang fand der Morgen mit türkischer Gitarrenmusik des Musikers Bora Mehmetoğlu.

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