Pläne für Fotovoltaik-Kraftwerk in Bargten Strom für bis zu 1400 Einfamilienhäuser

Osterholz-Scharmbeck. Auf der früheren Hawk-Stellung der Bundeswehr in Bargten soll im großen Stil Solarstrom produziert werden. Bis Ende des Jahres soll auf dem fast elf Hektar großen Gelände eine Fotovoltaik-Anlage errichtet werden, die Strom für bis zu 1400 Einfamilienhäuser liefern kann.
02.04.2010, 18:10
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Von Lutz Rode

Osterholz-Scharmbeck. Auf der früheren Hawk-Stellung der Bundeswehr in Bargten soll im großen Stil Solarstrom produziert werden. Bis Ende des Jahres soll auf dem fast elf Hektar großen Gelände eine Fotovoltaik-Anlage errichtet werden, die so viel Strom liefern kann, dass damit umgerechnet zwischen 700 und 1400 Einfamilienhäuser versorgt werden könnten. Ein Solarkraftwerk dieser Art und Größenordnung gibt es in Niedersachsen noch nicht.

Hinter den Planungen steckt die KTR Solar GbR aus Osterholz-Scharmbeck - eine Gesellschaft, die von Eckhard Kopp aus Hambergen, Fred Tienken aus Osterholz-Scharmbeck und Dieter Rönner aus Pennigbüttel gegründet wurde. Die Drei kennen sich mit der Materie aus: Fred Tienken ist Elektro-Ingenieur und Geschäftsführer der Aukos GmbH im Gewerbegebiet Pennigbüttel, die im Bereich des Industrieanlagen-Baus tätig ist, aber auch Fotovoltaik-Anlagen plant, baut und zum Teil selber betreibt. Tienken und Eckhard Kopp arbeiten seit Jahren zusammen und betreiben gemeinsam Fotovoltaik-Anlagen auf Dächern. Dieter Rönner ist Elektromeister, mit dem Tienken ebenfalls zusammenarbeitet.

Am 15. Februar hatte die KTR Solar GbR den Kauf des früheren Bundeswehr-Geländes von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben unter Dach und Fach gebracht. Fred Tienken kennt das Gelände gut, schließlich ist er nur 1500 Meter Luftlinie davon entfernt aufgewachsen. Nachdem sich der Verkauf an eine in England registrierte Firma zerschlagen hatte, waren Tienken und seine Partner ins Bieterrennen eingestiegen. Das Unternehmer-Trio ist sich sicher, dass sich die Investition rechnen wird. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Preise für Fotovoltaik-Module seit dem vergangenen Jahr kräftig gesunken sind. Von den Plänen, die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung für Strom bei Freiland-Anlagen zu streichen, sind die so genannten Konversionsflächen - also ehemalige Militärliegenschaften - ausgenommen. Selbst wenn die Vergütung wie geplant zum Ende des Jahres gesenkt wird, rentiert sich laut Tienken die Investition. 'Das ist ein einfaches Rechenexempel', so der Diplom-Ingenieur.

Eckpfeiler der Planungen stehen bereits fest

Auch wenn im Detail noch einiges zu klären ist, so stehen die Eckpfeiler der Planungen bereits fest. Demnach sollen acht Hektar des früheren Bundeswehrgeländes für die Fotovoltaik-Anlage genutzt werden, auf dem Rest kann sich die Natur weiter frei entfalten. Die Module sollen auf so genannten Tischen in etwa drei bis vier Meter Höhe installiert werden, die in Reihen aufgestellt werden. Sonnenkollektoren kommen aber auch auf die Dächer der vorhandenen Gebäude. Im Maximum wird die Fläche der Module am Ende in der Summe etwa 32 000 Quadratmeter groß sein.

Zwischen den Solarmodulen am Boden sollen Schafe dafür sorgen, dass das Grün kurz gehalten wird. Das ehemalige Mannschaftswohngebäude soll so umgebaut werden, dass dort künftig ein Betriebsleiter wohnt. Seine Anwesenheit soll auch vor Vandalismus und Diebstahl auf dem abgelegenen Gelände schützen. Ehemalige Garagen sowie andere Lager- und Technikgebäude sollen je nach Bedarf weiter genutzt werden, die künstlichen Erhebungen auf dem Gelände sollen eingeebnet werden. Die Anbindung soll über den Garlstedter Kirchweg erfolgen.Viel Verkehr wird dort allerdings nicht erwartet.

Am Dienstag, 13. April wird sich der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung ab etwa 16.35 Uhr in öffentlicher Sitzung im Rathaus mit dem Vorhaben beschäftigen. Schließen sich die Ratspolitiker dem Vorschlag der Verwaltung an, soll an diesem Tag derBebauungsplan-Entwurf für die Fotovoltaikanlage auf den Weg gebracht werden, ebenso der Flächennutzungsplan, der für den neuen Zweck geändert werden soll. Vorgesehen ist, dass das Gelände künftig als Sondergebiet für 'regenerative Energien' ausgewiesen wird. Über Einzelheiten zur Planung sollen die Bürger und andere Behörden im Zuge eines frühzeitigen Beteiligungsverfahrens noch informiert werden.

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