Einsätze in Weyhe und Syke

Sturm hinterlässt Bild der Verwüstung

Zahlreiche, umgestürzte Bäume und blockierte Straßen haben am Wochenende für einen Dauereinsatz der Feuerwehren in Weyhe und Syke gesorgt. Unter anderem war ein Baum auf das Dach des Kreismuseums gefallen.
24.08.2020, 14:45
Lesedauer: 5 Min
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Von Tobias Denne und Esther Nöggerath
Sturm hinterlässt Bild der Verwüstung

In der Gemeinde Weyhe wurde durch den Sturm unter anderem ein großer Baum entwurzelt, der auf das Dach eines Hauses fiel.

Nonstopnews/Kai Strömer

Weyhe/Syke. Nachdem die Weyher Feuerwehr bereits Anfang der Woche aufgrund von Unwettern mitsamt Blitzeinschlägen und überschwemmten Kellern und Straßen mehrfach ausrücken musste, hat nun auch dieses Wochenende mit einem Dauereinsatz für die Kräfte begonnen. Innerhalb von nur wenigen Minuten hinterließ am Freitagabend gegen 19.40 Uhr eine Sturmböe mitsamt Starkregen ein Bild der Verwüstung in der Gemeinde.

„In den Ortsteilen Kirchweyhe, Lahausen und Sudweyhe waren teilweise zahlreiche Straßen nicht mehr passierbar“, berichtet Marcel Balk, stellvertretender Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Weyhe. Neben Überflutungen waren auch etliche Bäume auf Straßen und teilweise auch auf Gebäude gestürzt. Die meisten Einsätze ereigneten sich im Gemeindegebiet laut Feuerwehr im Ortsteil Lahausen.

Befehlsstelle in Leester Feuerwehrhaus

Da in kürzester Zeit Unmengen an Einsätzen bei der Rettungsleitstelle in Diepholz eingingen, wurden gleich alle sieben Ortsfeuerwehren und zusätzlich die Einsatzleitung Ort (ELO) in Weyhe alarmiert. Letztere richtete im Feuerwehrhaus Leeste eine Befehlsstelle ein, die von der Leitstelle alle eingehenden Einsätze übermittelt bekam. „So wurden dann die verschiedensten Einsätze von der ELO nach Prioritäten eingeteilt und an die verfügbaren Einsatzfahrzeuge verteilt“, erklärt Balk.

Im Laufe des Abends wurden außerdem noch die Ortsfeuerwehr Barrien und die Drehleiter aus Syke zur Unterstützung angefordert. Zudem waren der Bauhof der Gemeinde Weyhe und die Polizei mit mehreren Kräften vor Ort im Einsatz und unterstützten die Feuerwehr bei den vielen notwendigen Absperrungen und Erkundungsfahrten.

Erst gegen 1 Uhr in der Nacht waren schließlich die letzten Einsätze vorerst abgearbeitet. Bereits um kurz nach 6 Uhr am Sonnabend ging es dann aber auch schon wieder mit den ersten Einsätzen los, weil diverse Einsatzstellen, die im Dunkeln nicht erkennbar waren, nun erst gemeldet wurden. Nach und nach wurden die Ortsfeuerwehren alarmiert, sodass zur Mittagszeit bereits wieder vier Ortsfeuerwehren im Einsatz waren, um Sturmschäden zu beseitigen. Gegen 16 Uhr waren die letzten Einsätze abgearbeitet. Insgesamt mussten über 60 Einsatzstellen von den Einsatzkräften bewältigt werden.

Auch die Syker Feuerwehr ist am Freitagabend durch den wenige Minuten andauernden Sturm in Atem gehalten worden. Los ging es dort bereits um 19.25 Uhr, als ein kurzer, aber, wie Feuerwehrsprecher Torben Schmidt mitteilt, heftiger Starkregen mitsamt extremen Windböen auf das Syker Stadtgebiet niederging. So dauerte es nur fünf Minuten, ehe um 19.30 Uhr der erste Notruf von insgesamt 30 in der Leitstelle in Diepholz einging. Auf einen Einsatz im Syker Ortskern folgten zeitnah Einsätze in Barrien und Gessel-Ristedt.

Bei dem Sturm ist auch ein Baum auf das Kreismuseum in Syke gestürzt. Dabei beschädigte er das Dach so stark, dass Wasser in das Gebäude eindringen konnte. Mit Kettensäge wurde der Baum abgetragen, während weitere Kräfte Ausstellungsstücke in Sicherheit brachten.

Bei dem Sturm ist auch ein Baum auf das Kreismuseum in Syke gestürzt. Dabei beschädigte er das Dach so stark, dass Wasser in das Gebäude eindringen konnte. Mit Kettensäge wurde der Baum abgetragen, während weitere Kräfte Ausstellungsstücke in Sicherheit brachten.

Foto: NonstopNews / Kai Strömer

Gegen 20.45 Uhr wurde Stadtalarm ausgelöst, sodass alle neun Ortsfeuerwehren hinzugezogen wurden. Der aufwendigste Einsatz ergab sich am Kreismuseum in Syke: "Hier war ein Baum auf ein Gebäudeteil
gestürzt und beschädigte dieses massiv", teilt Schmidt mit. Ein Baum im unteren Bereich war abgeknickt und auf dem Flachdach eines der Museumsgebäude gelandet. Dabei beschädigte er das Dach so stark, dass Wasser in das Gebäude eindringen konnte. Mit Motorkettensäge wurde der Baum abgetragen und vom Dach entfernt, während weitere Kräfte teilweise Ausstellungsstücke in Sicherheit brachten und im Gebäude Decken und Wände kontrollierten, um Wassereintrittsstellen zu suchen. "Da tatsächlich Wasser in das Gebäude eindringen konnte, wurden vorsichtshalber Gegenstände in Sicherheit gebracht", berichtet Schmidt weiter und ergänzt: "Glücklicherweise war hauptsächlich 'nur' der Verwaltungs- und Bürotrakt betroffen." Auch das technische Hilfswerk unterstützte die Feuerwehr. Um das Gebäude abzudichten, wurde noch am späten Abend eine provisorische Abdeckung des Gebäudeteils befestigt.

Mehrere große Bäume waren außerdem zwischen der Bundesstraße 6 und dem Feuerwehrhaus Syke auf die Landesstraße 340 gefallen und blockierten den Weg – sowohl für den privaten Straßenverkehr als auch für alle Einsatzkräfte, die vom Syker Feuerwehrhaus aus ausrücken und dieses als zentrale Anlaufstelle anfahren wollten. „Deshalb wurde auch diesem Einsatz eine hohe Priorität zugeteilt, und gleich Einsatzkräfte aus drei Ortsfeuerwehren sowie der Bauhof kümmerten sich um die Räumung dieser Straße“, teilt Schmidt mit.

In Barrien wurde die Ortsfeuerwehr zur Straße Krusenberg gerufen, wo ein Baum auf ein Wohnhaus gefallen war. Durch einen Bruch im Wurzelbereich kippte der Baum auf das Hausdach und beschädigte es schwer. Die Einsatzkräfte kontrollierten den Dachstuhl von innen und trugen den Baum dann Stück für Stück ab. „Zu Personenschäden kam es auch hier zum Glück nicht.“

Entspannter wurde es für die Feuerwehr gegen 22 Uhr, als sich so langsam das Einsatzaufkommen verringerte und die ersten Kameraden entlassen werden konnten. „Zu diesem Zeitpunkt waren einige größere Einsätze noch nicht abgearbeitet, darunter auch der beim Kreismuseum. Diese werden wahrscheinlich auch noch einige Zeit andauern“, befürchtet Schmidt. Rund 160 Einsatzkräfte waren am Freitagabend in Syke aktiv.

Tageslicht zeigt weitere Schäden

Mit Beginn des Sonnabends zeigte sich, dass die Feuerwehren wieder ausrücken mussten. Torben Schmidt berichtet wie folgt: Gegen 7.30 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Gessel-Ristedt zur Syker Straße gerufen. Mehre Bäume waren auf einen öffentlichen Seitenweg heruntergefallen oder drohten, noch zu fallen. Die Kräfte der Syker Ortswehr rückten um 8.35 Uhr zur Schloßweide aus. „Ein Baum war auf ein Buswartehäuschen gestürzt. Da keine weitere Gefahr von dem Baum ausging, wurde der Bereich abgesperrt“, erzählt Schmidt. Mit einer Kettensäge entfernten die Einsatzkräfte gegen 8.50 Uhr auch einen Ast, der auf die Berliner Straße gefallen war und den Weg blockierte. „Da der Ast ein Auto beschädigt hatte, wurde die Polizei hinzugezogen“, lässt der Feuerwehrsprecher wissen.

Auf dem Gelände des Schulzentrums an der La-Chartre-Straße waren mehrere Bäume umgestürzt oder Äste abgebrochen, die herunterzufallen drohten. Mehrere Wege und der Schulhof der Realschule wurden deshalb gegen 10.15 Uhr abgesperrt. Beim Waldstadion waren zwei Bäume auf einen Forstwirtschaftsweg gestürzt, zwei weitere drohten ebenfalls herunterzufallen. Die Feuerwehr sperrte die Stelle gegen 13.20 Uhr ab, um eine weitere Gefahr für Personen zu vermeiden. Die Bäume werden durch den zuständigen Forstbetrieb entfernt.

„Alle Einsätze waren technische Hilfeleistungen, bei denen zum Beispiel Bäume auf Straßen und Dächern zum Erliegen gekommen sind. Glücklicherweise war nicht das ganze Stadtgebiet betroffen. Die Einsätze konzentrierten sich vor allem auf das Gebiet westlich der Bundesstraße 6 und die Gemeinde Weyhe“, berichtet Schmidt weiter. Da das Einsatzaufkommen nicht abnahm, wurde wenig später auch in Syke die Einsatzleitung Ort (ELO) der Ortsfeuerwehren der Stadt Syke alarmiert. Diese hatte die Aufgabe, alle weiteren Einsätze zu koordinieren und die Leitstelle in Diepholz zu entlasten. Das habe sich schon bei Sturmtief Sabine im Februar als effektiv erwiesen, erklärt Schmidt.

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