Sudweyher Bahnhof

Ja-Wort an den Gleisen

Der Sudweyher Bahnhof ist am Mittwoch offiziell zum Trauort gewidmet worden und somit nun der vierte Nebenstandort des Standesamtes in Weyhe. Eine erste Hochzeit ist auch bereits angemeldet worden.
02.07.2020, 17:23
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Ja-Wort an den Gleisen
Von Esther Nöggerath
Ja-Wort an den Gleisen

Im Sudweyher Bahnhof können sich Verliebte ab sofort das Ja-Wort geben.

Michael Galian

Weyhe-Sudweyhe. Für die Meisten ist es der wohl schönste Tag im Leben: Wenn sich Verliebte das Ja-Wort geben, geht es dabei oft auch um viel Romantik und dafür soll natürlich auch die Umgebung entsprechend stimmungsvoll sein. Nun können Brautpaare an einem weiteren Ort in der Gemeinde Weyhe heiraten: Am Mittwoch ist der Sudweyher Bahnhof offiziell als Trauort gewidmet worden, seitdem dürfen dort Hochzeiten abgehalten werden. Eine erste Anmeldung gibt es auch bereits, allerdings erst für Februar 2021. „Das Paar lebt in Hamburg, kommt aber aus Weyhe“, erzählt Christine Burda, Vorsitzende des Vereins Sudweyher Bahnhof, der dort nicht nur das Kulturcafé betreibt, sondern künftig auch bei den Trauungen Empfänge anbietet.

1910 ist das Gebäude gebaut worden und feiert in diesem Jahr seinen 110. Geburtstag. Nachdem das Haus zuletzt leer stand und zunehmend verfallen war, hat sich der Verein 2017 dem Bahnhof angenommen und ihn zu einem Begegnungsort umgestaltet. Gut ein Jahr ist es jetzt her, dass der Verein im Sudweyher Bahnhof nach umfangreicher Sanierung mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde und gefördert durch das Land Niedersachsen das Kulturcafé eröffnet hat. Inzwischen hat es sich als Treffpunkt für die Anwohner etabliert.

Für die Trauungen ist dort künftig für das Brautpaar, Trauzeugen und Standesbeamte sowie 37 weitere Gäste an Tischen Platz. Alternativ ist auch eine Kinobestuhlung, also eine Reihung der Stühle, denkbar, dann finden dort sogar bis zu 60 Menschen Platz. Derzeit ist allerdings mit Tischen aufgrund der Abstandsregeln durch die Corona-Pandemie nur Platz für 27 Gäste.

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir hier auch gern Trauungen anbieten würden“, erzählt Burda. Man habe überlegt, was man in dem Begegnungsort alles machen könne, und weil der Bahnhof ja auch ein besonderes Gebäude mit Ambiente ist, kam die Idee zu den Hochzeiten. Nun sind dafür auch die formellen Voraussetzungen gegeben.

Neben dem Rathaus, der Wassermühle Sudweyhe, dem Martha-Schubert-Haus und dem Weyher Theater ist der alte Sudweyher Bahnhof nun der fünfte Standort in der Gemeinde Weyhe, an dem Paare heiraten können. Von der neuen Trau-Location zeigt sich auch Detlef Plate vom zuständigen Fachbereich Ordnung und Soziales der Gemeinde (und selbst Standesbeamter) begeistert. „Wir haben in der Gemeinde ja kein Schloss oder so, der Sudweyher Bahnhof ist nun mit einer der schönsten Räume für Trauungen.“

Denkbar ist für die Hochzeit im Bahnhof auch eine kleine Rundfahrt in der Museumseisenbahn Pingelheini, an dessen Strecke die Station liegt. „Das ließe sich sicherlich mit einer Trauung kombinieren“, sagt Burda, deren Verein auch mit den Verantwortlichen des Pingelheini bei Veranstaltungen an Nikolaus oder Muttertag kooperiert.

Und auch die Hochzeitsnacht können Brautpaare künftig gleich mit im Sudweyher Bahnhof verbringen, wenn sie möchten. Der Verein ist derzeit dabei, im Obergeschoss des Hauses ein Gästezimmer mit anschließendem Badezimmer und kleiner Küchenzeile herzurichten, in dem künftig Besucher für 50 Euro pro Nacht unterkommen können. „Beim Gästezimmer sind wir jetzt in den letzten Zügen“, erzählt Burda. Bereits am Sonntag sollen dort erstmals Gäste übernachten.


Eheschließungen im Sudweyher Bahnhof können nach Terminabsprache vorgenommen werden, sollen sich aber vorwiegend aufs Wochenende konzentrieren. Freitags können dort Trauungen ab 14 Uhr erfolgen. Terminwünsche und weitere Modalitäten sollten direkt mit dem Vorstand des Vereins besprochen werden. Er ist unter 0 42 03 / 8 04 19 55 oder per E-Mail an info@sudweyher-bahnhof.de erreichbar. Zudem ist eine Anmeldung der Ehe bei der Gemeinde erforderlich. Möglich ist dies bei den Standesbeamten Susanne Grubba unter 0 42 03 / 7 11 29 oder per E-Mail an grubba@weyhe.de sowie Tobias Cordts unter 0 42 03 / 7 11 30 und an cordts@weyhe.de.

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