Worpsweder schreibt an Landeskirche Superintendentin Rühlemann soll abgesetzt werden

Worpswede. Ein Mitglied der Worpsweder Kirchengemeinde hat das Landeskirchenamt aufgefordert, Superintendentin Jutta Rühlemann 'mangels gedeihlichen Wirkens' abzusetzen. Das bestätigten die Landeskirche und die Superintendentin.
19.03.2010, 17:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Michael Wilke

Worpswede. Ein Mitglied der Worpsweder Kirchengemeinde hat das Landeskirchenamt aufgefordert, Superintendentin Jutta Rühlemann 'mangels gedeihlichen Wirkens' abzusetzen. Das bestätigten die Landeskirche und die Superintendentin. Informationen der Redaktion deuteten darauf hin, dass ein Mitglied des Kirchenvorstands den Brief geschrieben haben könnte, nicht als Vorstandsmitglied, sondern als Gemeindemitglied. Der Vorstandsvorsitzende Ulf Franzke zeigte sich gestern überrascht: 'Ich weiß da überhaupt nichts von. Wenn es aus dem Kirchenvorstand käme, wüsste ich das', sagte Franzke.

'Hier liegt ein Schreiben vor, die Superintendentin mangels gedeihlichen Wirkens ihres Amtes zu entheben', erklärte gestern Pastor Johannes Neukirch, Sprecher des Landeskirchenamts. Die Superintendentin Jutta Rühlemann bestätigte das. Der Brief sei von einer 'Einzelperson' geschrieben worden; sie selbst könne dazu 'nicht viel sagen'. Der Vorgang werde geprüft, erklärte Rühlemann. 'Ich denke, dass das Landeskirchenamt seine Arbeit gut macht. Es wird die Dinge ordentlich prüfen und eine Entscheidung fällen.'

Begründet wird die Aufforderung an die Landeskirche nach Informationen der Redaktion damit, dass Rühlemann ihren Aufgaben und ihrer Führungsrolle nicht gerecht werde. Insider räumen dem Vorstoß wenig Chancen ein. Sie rechnen fest damit, dass die Superintendentin im Amt bleibt.

Im Dezember 2009 hatte der Pennigbütteler Eckart Richter das Landeskirchenamt aufgefordert, den Worpsweder Kirchenvorstand 'mangels gedeihlichen Wirkens' seines Amtes zu entheben und Pastor Ewald Dubbert zu versetzen. Richter, der Vorsitzender des Kirchenkreistags und Mitglied der Landessynode ist, hatte seinen Vorstoß auch mit Mobbing gegenüber Mitarbeitern begründet. Er hatte seinen Antrag als Kirchenmitglied gestellt, aber Rückendeckung von der Superintendentin und vom Kirchenkreisvorstand bekommen. Nach Rühlemanns Worten hat der Kirchenkreisvorstand Richters Antrag einhellig gebilligt. Zudem erklärte die Superintendentin, dass der Kirchenkreisvorstand schon im November 2009, also vor Richters Vorstoß, das Landeskirchenamt aufgefordert hatte, die Vorgänge in Worpswede zu überprüfen.

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