Einen Pinsel braucht er nicht: Johann Büsen zeigt seine Digitale Malerei in der Galerie des Hotels Village

Surreal anmutende virtuelle Bildwelten

Auf den Pinsel verzichtet Johann Büsen bei seinen Kunstwerken. Vielmehr bedient er sich für seine Leinwandbilder aus einer Fülle von Fotografien, Zeitschriften und Filmen, die er aus den Medien und dem Internet auf seinem Computer sammelt und zu surreal anmutenden Bildwelten neu zusammenfügt. Seine Bilder leben von einem ähnlichen Detailreichtum wie die Wimmelbilder für Kinder. Unter dem Titel "Hide and Seek" zeigt der Neue Kunstverein Worpswede ab Sonntag eine Ausstellung, in der sich der Besucher durch die Bildwelten von Johann Büsen suchen und entdecken kann.
06.04.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Cornelia Hagenah
Surreal anmutende virtuelle Bildwelten

Auf den Pinsel verzichtet Johann Büsen bei seinen Kunstwerken. Vielmehr bedient er sich für seine Leinwandbilder aus einer Fülle von Fotografien, Zeitschriften und Filmen, die er aus den Medien und dem Internet auf seinem Computer sammelt und zu surreal anmutenden Bildwelten neu zusammenfügt. Seine Bilder leben von einem ähnlichen Detailreichtum wie die Wimmelbilder für Kinder. Unter dem Titel "Hide and Seek" zeigt der Neue Kunstverein Worpswede ab Sonntag eine Ausstellung, in der sich der Besucher durch die Bildwelten von Johann Büsen suchen und entdecken kann.

Worpswede. Fast wie ein Wirbelsturm fegen die einzelnen Motive seiner Bilder durch die Wahrnehmung des Betrachters. Einige setzen sich im Gedächtnis fest, andere verschwimmen in einer Flut an Details und erreichen den Galeriebesucher eher unterbewusst: Schweben hier zwischen einem Windrad und einer Pyramide zwei menschliche Figuren, umgeben von verstreut durch die Luft fliegenden riesigen Sandkörnern, so taucht auf einem anderen Bild ein Pottwal aus einem fluoreszierenden Meer auf und schaukelt ein kleines Boot in den hohen Wellen. Diese von Johann Büsen geschaffenen Welten verbinden Wirklichkeit und Fantasie, Zeitgeist und Geschichte miteinander.

Unter dem Titel "Hide and Seek" zeigt Johann Büsen, der den Worpswedern noch als Nachwuchspreisträger des ersten Paula-Modersohn-Becker-Kunstpreises 2010 in Erinnerung sein dürfte, neue Arbeiten in der Ausstellung des Neuen Worpsweder Kunstvereins Worpswede, die im Hotel Village an der Bergstraße zu sehen ist. Der in Paderborn geborene Künstler hat sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Bremen 2010 abgeschlossen. Jetzt lebt er in Bremen und Berlin.

Mit seinen Werken hat Büsen die auf zwei Etagen befindlichen Galerieräume des Hotels in ein Farbenmeer verwandelt. Seine unterschiedlichen Themenbereiche und seine Vorliebe für grelle Farben sorgen für ein besonderes Kunsterlebnis. Dabei verzichtet der Künstler auf den Gebrauch von Pinsel oder Sprühdose. Seine Arbeiten entstehen am Computer, Digitale Malerei heißt das im Fachjargon. Büsen legt am PC große Archive mit unterschiedlichen Bildmaterialien an.

"Ich sammle, was ich sehe", sagt der Künstler, der im Internet, in Filmen und Nachrichten nach Motiven Ausschau hält und sie dann zu eigenständigen, oft völlig verfremdeten Bildwelten zusammenfügt. Die gesammelten Fotografien, Filmausschnitte und Nachrichtenbilder oder wissenschaftlichen Zeichnungen werden bearbeitet und in andere Kontexte gestellt. "Ich arbeite immer zeitgleich an mehreren Bildern, es ist ein ständiger Prozess", erläutert der Einunddreißigjährige. Er bewegt die Motive auf dem Bildschirm, entwickelt daraus das Thema des Bildes, fügt Strukturen und Muster ein. Erst wenn die Formen angelegt sind, widmet er sich der Farbgestaltung. Malerische Elemente tauchen auf, aber auch Farbtupfer wie aus dem Siebdruck, dazu hinterlegt er auch Strukturen von Tapetenmustern und Ornamente.

Für den Betrachter entsteht so der Eindruck von Wimmelbildern für Kinder. Dementsprechend nennt er seine Ausstellung auch "Hide and Seek", was aus dem Englischen übertragen so viel wie "Versteck spielen" bedeutet. "Ich mag es, auf Entdeckungsreise zu gehen, und auf den Bildern gibt es viel zu sehen, zu suchen, zu entdecken", erklärt Büsen und lässt den Blick über seine Bilder schweifen. Das Verschlüsseln von Details und die Variation von Größenverhältnissen verleihen den Bildern einen surrealen Charakter, während die Farbgestaltung eine gewisse Nähe zur Pop-Art aufweist, aber auch Elemente der Street-Art in sich vereint. Jedoch sind Büsens Leinwandbilder, zu denen auch ein aus vierzehn Teilen zusammengesetztes Monumentalbild gehört, allesamt Originale: "Die per Pigmentdruckverfahren hergestellten Kunstwerke sind als Unikate festgelegt", so Büsen.

Eröffnet wird die Ausstellung im Hotel Village an der Bergstraße 22 am Sonntag, 7. April, um 12 Uhr. Bis zum 12. Mai ist die Ausstellung täglich in der Zeit von 10 bis 20 Uhr zu besichtigen.

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