Großangelegte Baumpflanzaktion

Syke ist um 4,5 Hektar Ahornwald reicher

Syke. Das Syker Friedholz unterzieht sich einer beispiellosen Pflanzaktion. 2500 Bergahorne werden dort gesetzt. Insgesamt 45 000 Quadratmeter Wald unterziehen sich einer Schönheitskur.
11.04.2010, 17:00
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Von Eckehard Schörken

Syke. 'Lasst uns die Spaten schärfen und loslegen', forderte Hans-Heinrich Ehlen die kleine Schar von Männern und Frauen auf und schritt zur Tat. Niedersachsens Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz war Sonnabendmittag auf dem Heimweg von einer Imkertagung in Löningen nach Syke gekommen, um einen von 2500 Bergahornsetzlingen zu pflanzen. Der Termin im Friedeholz galt einer landesweit angelegten Pflanzaktion, die unter dem Motto 'Vielfalt schaffen - Vielfalt ernten' von 25 Forstämtern mit 260 Revierförstereien organisiert wird.

'Im internationalen Jahr der Biodiversität 2010, also im Jahr der biologischen Vielfalt, pflanzt jedes Forstamt eine andere Baumart, um die vielfältigen Waldstrukturen zu verdeutlichen', erklärt Rainer Städing, der regionale Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Der Vizepräsident der Landesforsten, Klaus Jänich, ergänzte: 'Das Friedeholz ist beispielhaft für seine Artenvielfalt.' Er erinnerte daran, dass 1972 ein Orkan in diesem Waldgebiet großflächig Bäume entwurzelt hatte. Unter der Leitung des verstorbenen Forstamtsleiters Willi Kramer sei die Wiederaufforstung vorbildlich vorangetrieben worden.

Platz für die Setzlinge

Diese Vielfalt aus Buchen, Weißtannen und anderen Baumarten wird nun durch das Pflanzen von Bergahorn bereichert. Auf einer Fläche von 4,5 Hektar hatten Revierleiter Heinz-Dieter Tegtmeier und seine Mitarbeiter im Buchenbestand Platz für die Setzlinge geschaffen. Im Abstand von etwa einem Meter wurden die noch mickrigen Ahorne in den lockeren Sand-Lösboden gepflanzt. Die Mischung verschiedener Arten, mache den Wald schön, und widerstandsfähig, vor allen Dingen aber wertvoll für eine nachhaltige Nutzung, sagten alle Festredner, darunter Landrat Gerd Stötzel. Er berichtete den Zuhörern auch, dass es, 'als ich Bürgermeister oder Stadtdirektor in Bassum war, ich weiß es nicht mehr genau', Widerstand gegen den ersten Waldkindergarten im Landkreis Diepholz gegeben habe. Inzwischen habe man begriffen, dass solche Einrichtungen einen wertvollen Beitrag zur Umweltbildung des Nachwuchses leisteten.

Die landesweiten Pflanzaktionen setzen nach den Worten des Ministers ein Zeichen für die biologische Vielfalt von Arten und Lebensräumen und träfen damit genau das, was die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 'global denken - lokal handeln' gefordert habe. 'Unser Ziel ist eine multifunktionale und nachhaltige Forstwirtschaft. Ehlen bezeichnete die Aktion als Baustein für die ökologische Vielfalt, der man auch im Alltag begegne, sei es, wenn man zum Papiertaschentuch oder zum Musikinstrument greife, schließlich sei Holz Grundstoff für diese und andere unzählige Produkte. Zuvor berichtete Vizepräsident Jänich davon, dass es durch thermische Behandlung gelungen sei, Buchenholz witterungsbeständig zu machen. 'Wenn Sie sich im Baumarkt umsehen und auf Buchen-Thermoholz stoßen, können Sie es für Ihre Terrasse verwenden, statt Tropenholz zu nehmen.'

Mit dem Spruch 'Wer einen Baum pflanzt, tut das nicht, um sich in dessen Schatten auszuruhen, sondern tut es für die Zukunft seiner Kinder', schritt Minister Hans-Heinrich Ehlen zur Tat und eröffnete damit die Pflanzaktion. Allerdings hatten die vielen freiwilligen Helfer schon eine halbe Stunde vor dem Eintreffen des Ministers damit begonnen, die Setzlinge an die mit roter Farbe gekennzeichneten Stellen einzugraben. Schließlich sollten nach Möglichkeit alle 2500 Ahorne in den Boden.

Junge Ahorne wachsen anfangs sehr schnell. Das Wachstum lässt jedoch bereits schnell nach, sodass sie von der Buche überholt werden. In der Forstwirtschaft ist der Bergahorn der wichtigste Vertreter der Ahorne, denn neben seiner ökologischen Bedeutung liefert der Edellaubbaum, der bis zu 600 Jahre alt werden kann, das hellste einheimische Holz, das vor allem für die Fertigung von Möbeln, Parkett und im Innenausbau von Häusern verwendet wird.

Übrigens, in der Mythologie wurde dem Bergahorn in einigen Regionen antidämonische Wirkung zugesprochen. Die Frage, ob die gedrechselte Ahornschale, die dem Minister als Erinnerung an Syke überreicht wurde, Hexen und Dämonen von dem Politiker fernhält, konnte oder wollte keiner aus der Forstverwaltung beantworten.

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