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Ute Eismann stellt in Sudweyhe bemalte Unikate aus
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„Das Ei ist ein tolles Medium“

Sebastian Kelm 28.02.2015 0 Kommentare

Angelika Wieduwilt, Carola Goetz, Ute Eismann Eier-Ausstellung
Stellen gemeinsam in der Sudweyher Wassermühle aus (von links): Angelika Wieduwilt und Carola Goetz zeigen Eierbecher aus ihrer inzwischen über 5000 Stück umfassenden Sammlung, Ute Eismann zeigt eine Auswahl ihrer kunstvoll bemalten Schalen. (Sebastian Kelm)

„Mit meinen Kindern“, erzählt Ute Eismann, „habe ich immer schon gern Ostereier bemalt.“ Dass daraus aber mehr als eine Frühlings-Freizeitbeschäftigung wurde, lag am Aufkommen der Plastik-Imitate. „Da habe ich rebelliert. Es gibt doch so schöne Naturprodukte“, sagt sie. Seit den 1980er-Jahren besorgt sie sich nun unter anderem an speziellen Roheier-Ständen auf Osterausstellungen Material, um es zu verzieren.

Wie viele Eier sie seither bemalt hat, weiß Ute Eismann nicht. 167 hat sie jedenfalls für ihre Ausstellung „Eiertanz“ in der Sudweyher Wassermühle angemeldet. Es dürften bis zum 7. März aber noch einige mehr werden, meint sie. Damit nach Weyhe zu kommen, hat für sie auch eine besondere Bedeutung, war sie doch nach Ende des Zweiten Weltkrieges eben dorthin aus den deutschen Ostgebieten geflohen. Sechs Jahre lebte sie in der Kleinen Heide in Kirchweyhe, besuchte die Grundschule, bevor es für sie weiter ging ins Rheinland. Heute wohnt und arbeitet sie in Zetel bei Wilhelmshaven.

Viele ihrer Eier zieren völkerkundliche Motive. „Ich interessiere mich schon lange für Kulturen, die drohen, verloren zu gehen“, sagt sie und ergänzt: „Das Ei ist einfach ein tolles Medium, um davon zu erzählen.“ So begegnete sie in Kanada der Kunst der Indianer und der Inuit, in London kam sie mit der Kunst der Aborigines, der Ureinwohner Australiens, in Berührung. Andere ihrer Eier zeigen Darstellungen, die inspiriert worden sind von Körperbemalungen, Schnitzereien und Höhlenmalereien aus Afrika.

Irgendwann begann sie dann, alljährlich für den Weltgebetstag ein Ei zu einem vorgegebenen Thema zu bemalen. Angetan haben es ihr auch Frauen-Biografien, etwa die tragische Geschichte der französischen Bildhauerin Camille Claudel. Einst verkannte Partnerin des berühmten Auguste Rodin, verbrachte sie den Rest ihres Lebens in einer Nervenheilanstalt. Ihr hat Ute Eismann eines ihrer ersten „Fraueneier“ gewidmet.

Zu einigen Eiern entwickelt sie eine enge Bindung. „Ich sage dann immer: Da ist noch die Nabelschnur dran“, erzählt sie, wie sie Kaufinteressierte vertröstet. Zum Verkauf stehen die Arbeiten, die in Sudweyhe ausgestellt werden, übrigens auch nicht. Für das Wochenende vor Ostern, 28. und 29. März, ist aber eine Veranstaltung geplant, bei der einige erstanden werden können. Ein Afrika-Straußenei liege bei über 200 Euro, ein kleineres mit Frauenmotiv bei etwa 50 Euro.

Auch an Schildkröteneier hat sie sich schon versucht. Eine knifflige Angelegenheit – aber gar nicht mal, weil die zu klein sind zum Bemalen: „Von zehn Stück bekomme ich vielleicht vier ausgeblasen.“ Zumindest in Schildkrötenform finden sich auch Exemplare in der Eierbecher-Sammlung von Angelika Wieduwilt und Carola Goetz. „Pferde, Hühner, wir haben fast alles“, sagt Letztere.

Die beiden Weyher Sammlerinnen werden mit Exemplaren aus ihrem zusammen inzwischen mehr als 5000 Stück umfassenden Fundus die Ausstellung „Eiertanz“ ergänzen. „Es geht aber hauptsächlich um die Eier, wir wollen dazu keine Konkurrenz sein“, betont Carola Goetz. „Die Eier sind eben sehr klein, die Wassermühle ist recht groß, da bot es sich an, die Becher dazuzunehmen“, erklärt Weyhes Kulturbeauftragte Hedda Stock die Idee hinter dieser durchaus stimmigen Verbindung. Und wie bei Ute Eismanns Eiern sollen auch die Becher etwas zu erzählen haben. Angelika Wieduwilt: „Das ist schließlich ein bisschen Porzellangeschichte.“

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonnabend, 7. März, um 16 Uhr in der Sudweyher Wassermühle, Im Mühlengrunde 15. Zu sehen sind Eier und Eierbecher dann bis zum 19. April sonnabends von 15 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr.


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