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In Leester Marsch entsteht neues Biotop in Form eines Auwaldes / Kompensation für Deichverstärkung
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„Eine echte Perle für die Gemeinde“

Annika Lütje 29.11.2014 0 Kommentare

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Wer in letzter Zeit auf der Weidenstraße durch die Leester Marsch geradelt ist, wird seit diesem Monat bei der Ochtumbrücke geschäftiges Treiben beobachtet haben. Denn direkt neben der Straße und der Brücke wird ein zwei Hektar großes Biotop angelegt.

Der Grund ist eine Deichverstärkung, die der Bremische Deichverband im Rahmen des Generalplans Küstenschutz Niedersachsen/Bremen vorgenommen hat. Doch da der Deich an der Senator-Apelt-Straße nicht nur höher, sondern auch breiter geworden ist, musste ihm ein zwei Hektar großer Auwald weichen, wie Anja Tarner vom Deichverband erklärt.

Für diesen Wald muss nun eine Kompensationsfläche geschaffen werden. Doch diese Flächen sind knapp – nicht nur in Bremen. Fündig wurde der Deichverband in der Leester Marsch. Er kaufte dem Mittelweserverband die ebenfalls zwei Hektar große Fläche westlich der Weidenstraße und der Ochtumbrücke ab, um dort einen neuen Auwald anzulegen.

Gut für die Gemeinde Weyhe: Es entsteht nun ein Biotop auf ihrem Gebiet, doch die Finanzierung bleibt komplett beim Bremischen Deichverband. „Das ist eine ökologische Aufwertung der Leester Marsch“, sagt Bürgermeister Andreas Bovenschulte. Und der Weyher Umweltbeauftragte Ulf Panten fügt hinzu: „Hier entsteht eine echte Perle in der Gemeinde. Wer die Leester Marsch von früher und heute kennt, weiß, dass sie inzwischen ganz schön ausgeräumt ist. Da kommt so ein Biotop gerade recht.“

Die Baustelle selbst und eine behelfsmäßige Zufahrtstraße, die von der Arster Heerstraße über Ausweichstellen und eine extra angelegte Überführung neben der Ochtumbrücke zu der Fläche führt, sind bereits angelegt worden. Nun kann die eigentliche Arbeit beginnen.

Da ein Auwald „nasse Füße“ benötigt, wie der Landschaftsarchitekt Rainer König von der involvierten Planungsgruppe Grün erklärt, muss auf der ehemaligen landwirtschaftlichen Fläche erst einmal ein sumpfiger Untergrund entstehen. Dafür werden im Mittel zwei Meter Boden abgetragen und Zuläufe von der Ochtum geschaffen, damit das Wasser auf die Fläche fließen und sich dort sammeln kann, so König.

Es soll aber keine gleichmäßige Wasserfläche entstehen. Stattdessen sollen sowohl kleine Inseln als auch Senken angelegt werden, damit sich verschiedene Feuchtigkeitsgebiete entwickeln – in Form von Sumpfgebieten und Verlandungen. Auf diese Weise erhält auch der entstehende Auwald Höhen und Tiefen (siehe Grafik: Weiden-Auwald und Flachwasserzone).

Doch bevor die kleinen Erlen und Weiden angepflanzt werden können, müssen rund 30 000 Kubikmeter Boden bewegt werden. Damit soll am kommenden Montag begonnen werden. Die Pflanzarbeiten sollen im Februar oder März 2015 starten. Dann sollen auch Schilfgras und Landröhricht im westlichen Bereich der Fläche angepflanzt werden (Grafik: Gras- und Staudenflur). In dieser kleineren Zone soll laut König das Wasser auch die Möglichkeit haben, stehen zu bleiben und nach Überschwemmungen nicht wieder in die Ochtum abzufließen (Grafik: Kleingewässer).

Bis Ende März des kommenden Jahres soll das Biotop fertig angelegt sein, kündigt Anja Tarner an. Die Kosten betragen rund 750 000 Euro. Das gesamte Projekt, inklusive der Deichverstärkung, der Planung, der Einrichtung der Baustelle samt Zufahrt und allen anderen Leistungen kostet den Bremischen Deichverband rund drei Millionen Euro.

Für die Weyher biete das neu entstehende Biotop eine beinahe einmalige Gelegenheit, sich mit der Natur zu beschäftigen, meint Steffen Nadrowski, Leiter des Fachbereichs für Bau, Planung und Umwelt. „Da die Fläche so nah am Radweg liegt, kann man toll beobachten, wie so ein Biotop angelegt wird, aber auch, wie es sich dann im Laufe der Jahre verändert“, sagt er. „So steht die Natur mal im Blickpunkt der Öffentlichkeit“, schließt er ab.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...