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Zwölf Maler und Bildhauer machen beim vierten Kunstsymposium auf dem Heiligenberg mit
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Galerie unter freiem Himmel

Karin Neukirchen-stratmann 23.07.2012 0 Kommentare

Sprüht das erste Graffito für die Open-Air-Galerie am Heiligenberg: der Bremer Künstler Siko Ortner.
Sprüht das erste Graffito für die Open-Air-Galerie am Heiligenberg: der Bremer Künstler Siko Ortner. (Meissner)

Heiligenberg. Das Kunstsymposium des Vereins Art-Projekt fand am Wochenende zum bereits vierten Mal statt, und Jahr für Jahr wächst die Open-Air-Galerie am Heiligenberg um einige Ausstellungsstücke. Vereinsvorsitzender Gert Schröder spricht von der "größten Open-Air-Galerie Norddeutschlands". Bruchhausen-Vilsens Fleckenbürgermeister Peter Schmitz griff diesen Gedanken später auf, versuchte sich aber zunächst an der Interpretation des Begriffes "Symposium". "Was ist überhaupt ein Symposium?", stellte er als Frage unter freiem Himmel in den Raum. Er habe recherchiert und sei auf die altgriechische Bedeutung "gemütliches Beisammensein, Trinkgelage" gestoßen. "Haben wir irgendwas falsch gemacht? Sie stehen doch hier unter immensem Zeitdruck, ein Kunstwerk in zwei Tagen fertig zu bekommen", meinte er daraufhin. Vom Ergebnis des Symposiums, so Schmitz weiter, "profitieren wir alle". Gemeint ist damit die ständig wachsende Ausstellung auf der Wiese zwischen der Klostermühle und dem Forsthaus.

Als prominenten Gastkünstler konnte Art-Projekt den Bremer Graffiti-Dozenten Siko Ortner gewinnen. Ortner arbeitete an den beiden Symposium-Tagen am ersten Graffito für die Open-Air-Galerie. Der Kontakt zum Verein Art-Projekt sei während einer Ausstellung im Bremer Kulturzentrum Schlachthof entstanden, erklärte Siko Ortner. "Da habe ich Gert Schröder kennengelernt. Wir sind in Kontakt geblieben." Für ihn sei es "eine Ehre" als erster Graffiti-Künstler am Kunstsymposium teilnehmen zu dürfen. Seit über 20 Jahren arbeitet Siko Ortner als Graffitidozent und Künstler, vornehmlich in Bremen, ab und zu auch in Hamburg. An öffentlichen Schulen und in Jugendeinrichtungen bringt er jungen Menschen Graffitis näher.

Sein Graffiti für die Open-Air-Galerie hat eine Kindergruppe von acht Kindern als Hauptmotiv. "Es geht um die Einflüsse auf die junge Generation", erklärte Ortner, dessen Graffiti auch diesen Titel tragen wird. Umwelt, Computer, Weltwirtschaftskrise, er sei froh, in den späten 1960er-Jahren geboren zu sein und nicht heute. Sein Werk sei "ein wenig gesellschaftskritisch". Die Kindergruppe blickt daher auch eher geschockt, weniger mit lustigem Gesichtsausdruck. Gleich nebenan malt "Bafuß" aus Twistringen an seinem Bild, das die Klostermühle Heiligenberg und die Ausstellungswiese zeigt. Begonnen hat er es schon vor zwei Jahren beim damaligen Symposium, jetzt "wächst" das Motiv von Jahr zu Jahr um weitere Elemente. Im vergangen Jahr schrieb er noch "Ail bi bäck in 2012", das Datum wird er nun für kommendes Jahr ändern müssen. Mitgebracht hatte Bafuß seinen erst vierjährigen Sohn Lasse, der sich ebenfalls schon an der Staffelei versuchte. "Ich überlege schon, ob wir dieses Bild nicht in die Galerie hängen sollen", meinte Gert Schröder beim Blick auf das kleine Kunstwerk.

Bildhauer ergänzten das sommerliche Symposium und arbeiteten an verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen Techniken vor Ort. Bildhauerin Bahu Sawade aus Groß Ippener schuf eine Sandsteinskulptur, die auf den ersten Blick an eine Sonne oder Blume erinnerte. Aber weit gefehlt. "Schließen Sie mal Ihre Augen", forderte die Bildhauerin auf. "Was hören Sie?" "Das Mühlrad!" "Genau, und das stelle ich dar." Die Arbeit im Freien, zusammen mit vielen Kollegen, findet Bahu Sawade inspirierend. "In Sudweyhe machen wir ja schon seit acht Jahren unter freiem Himmel ein Bildhauersymposium, das macht auch viel Spaß". Inzwischen sei man auch am Heiligenberg schon "eine kleine Familie" geworden.

Musikalisch wurde das Kunstsymposium wie auch in den Vorjahren durch den Saxofonisten Roman Rösner aus Heiligenfelde begleitet. Neben Bahu Sawade (Groß Ippener), Siko Ortner, Bafuß und Gert Schröder nahmen auch Angelika Lepinat (Delmenhorst), Ruth E. Cordes (Syke), Nadya Hauswald (Walsrode), Regine Wanek (Ammerland), Friedel Schünemann (Staffhorst) und Stefan Vogt (Leeste) am Symposium auf dem Heiligenberg teil, das mit Unterstützung der Kreissparkasse Syke veranstaltet wurde.


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Leserkommentare
cklammer am 23.10.2019 09:05
Na, wir wissen ja, wie das geht: etwas gleichartiges wird ja am Weserstadion schon beim jedem Heimspiel von Werder umgesetzt.

Da wird ...
oharena am 23.10.2019 09:04
wen soll man jetzt mehr "lieben" - die Polizei, de Anschläge verhindert hat - oder die "lieben" Terroristen, die keine Anschläge verübt haben?