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Internationales Jugendsinfonieorchester reißt zu Beifall und Bravorufen hin
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Gezupft und nicht gestrichen

Bärbel Rädisch 10.10.2016 0 Kommentare

Jungsinfoniker
Völkerverständigung pur: Die Mitglieder des Internationalen Jugendsinfonieorchesters kommen aus aller Herren Länder. (Bärbel Rädisch)

“  Daran erinnerte sich Jutta Filikowski vom Kunst- und Kulturverein (Kuk) Bruchhausen-Vilsen am Sonnabendabend vor einem weiteren Auftritt dieses Orchesters. Denn: „Inzwischen ist es Tradition.“ Ort des Geschehens war einmal mehr das Forum der Mensa im Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen.

Polen, Ägypten, Österreich, Norwegen, Schottland, Türkei, Algerien, Lettland, Syrien, Deutschland, Irak und Aserbaidschan – das sind die Heimatländer der jungen Musiker, die in diesem Jahr den Luftkurort mit ihrer Musik begeisterten. Das ist Völkerverständigung pur. Nur eine Woche proben sie jeweils im Bremer Kippenberg-Gymnasium. Ganz, ganz tief muss man sich vor dem Können und der Leistung der Jugendlichen bei der Vorabveranstaltung am Sonnabend verbeugen. Beschämend war, dass 85 Orchestermitgliedern höchstens nur gleich viele Besucher gegenübersaßen. Die zeigten dafür umso herzlicher ihre Wertschätzung mit anhaltendem Applaus nach den Stücken.

Russische Komponisten hatte Dirigent Martin Lentz für den Abend ausgesucht. Zu Beginn Alexander Borodins „Steppenskizzen aus Mittelasien“. Mit einer leisen Melodie lockten die Streicher und Flöten das Publikum in ein fremdes Land, zu Pferde ging die Reise weiter, gezupfte Saiten gaukelten Galopp vor, um mit einem Paukenschlag und dem gesamten Orchester Idyllisches auszuklammern, wehmütig von den Flöten beklagt.

Karsten Schulz, als Solist am Kontrabass für die erkrankte Alise Broka eingesprungen, präsentierte ausdrucksstark Kussewitzkys „Konzert für Kontrabass und Orchester fis-moll op 3“. Er verschmolz förmlich mit dem Instrument und verlieh ihm vieltönend Klang. Mal gab der Bass die Tempi vor und riss das Orchester mit, dann wieder schien es, ein Salonorchester begleite den Solisten.

Die Ouvertüre zu „Romeo und Julia“ von Piotr Iljitsch Tschaikovsky brachte vor der Pause einen weiteren Höhepunkt. Waren bisher schon die Einsätze der einzelnen Instrumente und -gruppen mit Leichtigkeit absolviert worden, wuchsen die Musiker hier über sich hinaus. Selten auch erlebt man die Streicher mit derart vielen Passagen, die gezupft statt gestrichen wurden. Die Fingerspitzen werden am Ende des Konzerts geglüht haben.

Auf der Violine gab Judith Lussa „Schehe-azade“ op 35 von Nikolai A. Rimski-Korsakow die „Stimme“ im Zusammenspiel mit der Harfe. Als Erzählerin der tausend und einen Geschichte kehrte das Thema in allen vier Sätzen des Stücks  wieder. Lyrik, Dramatik, zupfende Streicher, das Fagott zum Dahinschmelzen, Leichtigkeit der Blechbläser – die Aufzählung könnte an dieser Stelle beliebig fortgesetzt werden.

Nicht enden wollten am Schluss Beifall und Bravorufe. Nach dem fulminant in Szene gesetzten „Hummelflug“ als Zugabe, ging ein wunderbares Konzert zu Ende.


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Leserkommentare
kkahle am 21.10.2019 15:04
Achtung, Achtung!
Der kleine Jan hat sich im Internet verlaufen und sucht jetzt seine Mutti.
Wer ihm begegnet, möge ihm den Weg nach ...
suziwolf am 21.10.2019 15:04
Weit weg ... @Jubi ... ist Erdogan.

Nicht nur geografisch, sondern auch
,Ihrer Vorfreude entsprechend‘ 🙀 !

Und, wenn ...