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Landsitz Wachendorf
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Aquarell als Trend und Gratwanderung

Rita Behrens 13.05.2019 0 Kommentare

Künstlergespräch: Liane Gerull (l.) und Karin Altrogge tauschen sich zu Venedig-Bildern aus.
Künstlergespräch: Liane Gerull (l.) und Karin Altrogge tauschen sich zu Venedig-Bildern aus. (Rita Behrens)

Syke-Wachendorf. Bereits zum dritten Mal seit 2017 findet auf dem Landsitz Wachendorf, unterstützt von René Rameil und Sabine Greulich, eine gemeinsame Ausstellung von 15 Künstlern des Vereins Kunst in der Provinz statt. An vier Sonntagen im Mai sind Kunstwerke zu sehen, Aquarelle und Installationen.

„Jeder will Aquarellmalerei ausüben.“ In seiner Begrüßungsrede äußerte sich Rameil verwundert darüber, dass viele, gerade diejenigen, die kreativ werden wollen und erst beginnen, diese bevorzugten. Dabei verbinde sich doch mit der Aquarelltechnik immer eine Gratwanderung, denn das Resultat bliebe gewissermaßen unvorhersehbar, es ergebe sich anders als vorgestellt. Erst in späteren Phasen kämen wohl annähernde Übereinstimmungen zustande. Andererseits sei alles Entstandene als Teil des Schaffenden zu werten, ein Teil seiner Seele, folglich nichts zum Wegwerfen. Offenkundig akzentuierte Rameil hiermit sein kunstpädagogisches Anliegen. Außerdem widersprach er der Kunstauffassung „Schwarz im Aquarell, das tut man nicht“, gegen die er sich aufgrund seines langjährigen Aufenthaltes auf Lanzarote abgrenzte.

Rameils Anliegen als Kurator sei es, aus den unterschiedlichen Kunstwerken ein „schönes Ganzes“ zusammenzustellen. Gleichwohl verständigten sich auch alle Beteiligten darüber, was wohl zusammenpasse. Greulich wirft charmant ein häuslich relevantes Auswahlkriterium ein: Das Werk müsse in ihr „Wohnzimmer passen“, denn schließlich müssten sie wochenlang mit den Kunstwerken in ihren Privaträumen leben. Karin Peters dankte im Namen der Ausstellenden den Initiatoren sowie dem Weser-Hunte-Landschaftsverband für die finanzielle Unterstützung.

Worauf dürfen sich nun Kunstinteressierte unter anderem freuen? Schon beim ersten Eintreten in die Ausstellung werden die Besucher mit dem Schriftzug „Was ein Glück … Du bist da“ empfangen und des Weiteren von den „Reisebildern“ des Hausherrn aus verschiedenen Entstehungszeiten und –orten begleitet – wie etwa dem Motiv der Meteora-Klöster aus Griechenland. Im Treppenhaus begegnen einem etwa im Kontrast dazu die „Räderwerke“ I bis III von Ute Elbe in einer jeweils sehr harmonischen Abstimmung der Farben: Gelb-Grüntöne, das Farbspektrum der Sonne, von gelblich bis Orangerot und kombiniert mit Blau und Grün sowie in unterschiedlicher Intensität. Auch Karin Altrogge ist hier unter anderem mit einem Aquarell vertreten, das den Greetsieler Binnenhafen effektiv wiedergibt. Zudem gehört Venedig in dieser Ausstellung zu ihren favorisierten Motiven. Sie male gerne direkt vor Ort, führte sie aus, und nutze das kreative Potenzial, das sich dort speziell für sie als Künstlerin ergebe.

Im Flur der oberen Etage gehen die Besucher direkt auf Henner Schneiders elektrisch betriebene Installation „Einmal noch Venedig sehen“ zu. Für ihn ist es „der Versuch, Bewegung in ein Bild zu bringen“. Inspirieren ließ er sich hierzu von mehreren Besuchen in der Lagunenstadt. Wie er erklärte, entspreche die aktuelle Diskussion über die Besucherströme seiner eigenen Erfahrung. Auch aus der Perspektive der Betrachter wird die Unaufhörlichkeit des Andrangs mittels des sich stetig bewegenden verketteten Kreislaufs und der daran befestigten Playmobilfiguren deutlich. Liane Gerull stellt wiederum naturgemäße Aquarelle aus, Tulpen und Sonnenblumen aber auch andere Naturmotive. Der blassgelbe, reife Maiskolben gehört hier zu ihren Lieblingsbildern. Eigentlich möchte sie es gar nicht verkaufen, gab sie am Eröffnungstag im Gespräch preis.

Auffallend, wenn sie denn erst einmal entdeckt wurden, sind die Miniatur-Modellfiguren, die Rainer Benk in seine ausgewählten Motive in Aquarelltechnik einfügt. Deren Verwendung ist vielfältig. Das kann ein Mensch in einer Gebirgslandschaft am Rande eines Abgrundes sein oder jemand, der seine Staffelei am Wegesrand aufgestellt hat. Für René Rameil hat Kunst auch immer einen moralischen Charakter. Seine Installation zum Grenzzaun USA-Mexiko greift die Problematik menschenunwürdiger Politik auf. „Es bräuchte in einer menschwürdigen Welt keine Grenzen, Mauern und Zäune. Da wären auch Drogenhändler arbeitslos. Niemand bräuchte dann Drogen, um sich etwas zurechtzukiffen beziehungsweise zurechtzuspritzen“. Die Umweltverschmutzung durch Müll und das Wissen um die eigene Rolle als Verbrauchers thematisiert der Künstler gleichfalls plakativ in seinen aktuellen Werken.

Am letzten Ausstellungstag am 26. Mai wird es eine Fahrradtour mit der Syker Gästeführung zum Landsitz Wachendorf geben. Anmeldungen sind bis zum 22. Mai möglich unter 0 42 42 / 16 43 14 oder E-Mail an buergerbuero@syke.de.


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technokraat am 23.10.2019 16:06
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K_ter_Lysator am 23.10.2019 15:54
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