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Hof Holste
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Betrieb für Sonderkulturen

Micha Bustian 28.05.2018 0 Kommentare

Sie haben ihre Wurzeln in Martfeld: Anja und Henning Holste machen mit beim "Tag des offenen Hofes".
Sie haben ihre Wurzeln in Martfeld: Anja und Henning Holste machen mit beim "Tag des offenen Hofes". (Regine Suling)

Martfeld. „1981 haben wir den ersten Spargel gepflanzt. Den habe ich dann zusammen mit meinem Vater gestochen“, erinnert sich Henning Holste. Aus dem klassisch-landwirtschaftlichen Hof wurde im Laufe der Zeit ein Betrieb für Sonderkulturen. „Ich wollte auf den Flächen, die uns zur Verfügung stehen, eine möglichst hohe Wertschöpfung erreichen“, begründet der Landwirt. „Außerdem macht mir das Spaß.“ Am Sonntag, 17. Juni, öffnen Anja und Henning Holste von 11 bis 18 Uhr ihren Betrieb und machen beim niedersachsenweiten „Tag des offenen Hofes“ mit, zu dem das Landvolk Niedersachsen und der Radiosender NDR1 Niedersachsen einladen.

Wie Regine Suling, Pressesprecherin des Landvolks Mittelweser, mitteilt, wird es für die Gäste Touren mit dem Planwagen zu den Erdbeer- und Himbeertunneln und zu den Hühnermobilen geben, darüber hinaus ein Einblick in die Spargelsortierung. Die Hoflieferanten bauen Marktstände auf, die Band Stegis Happy Polka sorgt für Musik. Eine Hüpfburg bringt die Kinder in Bewegung, Zaubervorführungen lassen staunen, in der Scheune werden Kaffee und Kuchen serviert.

Zusammen mit seiner Frau Anja bewirtschaftet Henning Holste den 74 Hektar großen Betrieb. Sie bauen Spargel, Erdbeeren, Möhren, Erbsen, Bohnen, Heidelbeeren, Himbeeren, Kartoffeln, Getreide und Mais an. Der Verkauf über den Großmarkt ist laut Regine Suling ein Standbein des Betriebs, das andere der Verkauf über den nach und nach immer weiter gewachsenen Hofladen. „Ganz am Anfang hat meine Mutter aus der Waschküche heraus verkauft“, erzählt Henning Holste. Dann zog der Hofladen in die Garage um, und 2012 dann in den einstigen Schweinestall. Anja Holste kümmert sich um den Laden und baute ihn sukzessive weiter aus. Sie fand weitere Lieferanten aus der Region, entwickelte das Geschäft immer weiter, sodass die Kunden heute von weit her kommen.

Schönster Hofladen Deutschlands

Aus dem Rhabarberkuchen, mit dessen Verkauf sie 2014 anfing, entwickelte sich der gastronomische Zweig des Hofladens: mit einem Hofcafé, in dem Gäste selbst gebackene Torten oder auch ein Frühstücksbüfett genießen können. Als sie 2008 aufhörte, selbst auf den Wochenmarkt zu fahren, war für Anja Holste (53) nämlich klar: „Ich möchte einen schönen Hofladen.“ Den hat sie zweifellos – und der wurde im vergangenen Jahr auch zum schönsten Hofladen Deutschlands gekürt (wir berichteten).

Zusammen mit einem Team von elf Mitarbeitern kümmert sie sich um das Geschäft, während rund 25 Erntehelfer in der Saison auf den Feldern im Einsatz sind. Zum Beispiel, um die ersten Frühkartoffeln Deutschlands zu ernten (wir berichteten). „Die Leute wollen zur Spargelsaison lieber regionale Frühkartoffeln. Außerdem hatte ich keine Lust auf Frostschutzbewässerung mehr“, begründet Henning Holste, warum er vor drei Jahren das Experiment startete, durch eine ausgeklügelte Methode rund 14 Tage vor allen anderen seine Kartoffeln zu ernten.

„Das ist viel Arbeit“, sagt er. Aber die lohnt sich: Dadurch, dass die Kartoffeln unter Folie wachsen, erwärmt sich die Erde besser, speichert die Wärme und kühlt auch nachts nicht so schnell aus. „Als wir neulich minus 12 Grad hatten, habe ich schon schlaflose Nächte gehabt“, sagt Henning Holste. Aber alles ging gut, keine Kartoffel ist verfroren – und er konnte planmäßig mit der Ernte starten. Verkauft werden die Frühkartoffeln sowohl über den eigenen Hofladen als auch über den Großmarkt. „Das ist ein echter Wettbewerbsvorteil“, sagt der 56-Jährige. Hat er nicht Angst, dass ihm andere Berufskollegen seine Idee klauen? „Das ist nicht ganz so leicht nachzumachen“, gibt sich Henning Holste gelassen.

Ihm ist es wichtig, dass die Landwirte an ihrem Image arbeiten. „Ich habe jedes Maisfeld mit einem Blühstreifen umrandet, das kommt gut an“, sagt er. Der Maxime „höher, schneller, weiter“ folgen er und seine Frau nicht. „Wir wollen eine immer bessere Qualität produzieren. Das ist unser Anspruch, da sind wir dran“, unterstreichen beide. Welche Pläne die beiden noch für die Zukunft haben? „Bislang haben wir jedes Jahr etwas Neues gemacht“, sagt Anja Holste. In diesem Jahr wollen sie es etwas gelassener angehen. Den nächsten Plan, die Umgestaltung des Hofbereiches, haben sie aber schon ins Visier genommen.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
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