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Fastenbrechen
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Die Welt rückt ein Stück zusammen

DAGMAR VOSS 29.05.2019 0 Kommentare

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: BBS-Schüler kochen mit den Menschen von Intakt. Die Initiatoren Matthias den Hartog (hintere Reihe, von links), Alexandra Herbst und Melina Dierks schauen, dass alles reibungslos funktioniert.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: BBS-Schüler kochen mit den Menschen von Intakt. Die Initiatoren Matthias den Hartog (hintere Reihe, von links), Alexandra Herbst und Melina Dierks schauen, dass alles reibungslos funktioniert. (Michael Braunschädel)

Syke. Beim Verein Intakt, der Begegnungs- und Beratungsstelle des Welthauses Barnstorf an der Bahnhofstraße, trafen sich jüngst einige regelmäßige Besucher mit drei Schülern der BBS (Berufsbildenden Schulen Syke), um gemeinsam ein Fastenbrechen zu begehen. Also zunächst gemeinsam zu kochen und dann die Resultate in geselliger Runde zu verspeisen. Fastenbrechen ist während des Ramadan, des heiligen, rund vierwöchigen Fastenmonats des Islam, eine alltägliche Angelegenheit. Denn jeden Tag nach Sonnenuntergang wird getrunken und gegessen, bevor die Sonne wieder aufgeht, und das Fasten wieder beginnt. Tagsüber sind Getränke und Mahlzeiten tabu.

Das Ungewöhnliche an diesem Treffen war, dass es sich um eine Premiere handelte. Die Idee dazu kam von Melina Dierks, Alexandra Herbst und Matthias den Hartog, die dieses als ihr Projekt unter dem Oberthema „Prävention für benachteiligte Gruppen“ im BBS-Fachbereich Gesundheit und Pflege ausgewählt hatten. „Wir haben ein bisschen recherchiert und sind dann auf Intakt gekommen, die sind ja außerdem quasi Nachbarn unserer Schule“, meinte Melina. Zur Freude der Intakt-Leiterin Manuela Wiese trafen sich die jungen Leute ganz unkompliziert – so wie es sein soll in dieser Begegnungsstätte.

Im Februar startete dieses Projekt im zwölften Jahrgang und die Idee der drei 18-Jährigen: das gemeinsame Kochen und Essen für Einheimische und Mehrheimische. Die Rezepte dazu holten sie sich aus dem Internet und dann wurde eingekauft. Es sollte ein Drei-Gänge-Menü werden mit Tomatensuppe als Einstieg, dann Spargel mit Hollandaise-Soße, Kartoffeln und Rührei und zum Schluss Joghurt mit Erdbeeren und Äpfeln. „Dass wir dabei auch ein Fastenbrechen machen würden, wussten wir nicht. Das war Zufall“, meinte Matthias den Hartog.

Eingeplant hatten die Schüler insgesamt zehn Portionen, aber es waren mehr gekommen. Wie Sossi schmunzelnd meinte: „Wir Intakt-Leute sind eben sehr spontan.“ Und plötzlich saßen zehn junge Menschen aus aller Herren Länder gemeinsam mit den drei Schülern am Tisch und schnibbelten eifrig drauflos: Tomaten, Zwiebeln, Sellerie, Kartoffeln, Spargel – alles kam unter die Messer. Wobei die Ideengeber eher versuchten, den Überblick zu behalten, damit das mit der Reihenfolge auch rechtzeitig klappte.

Zuvor hatte Arjeta Asani, FÖJlerin bei Intakt, noch eine Erklärung zum Fastenbrechen und Ramadan für alle Gäste gegeben. Einige der anwesenden Muslime meinten, dass sie das eher locker sehen mit dem Essen tagsüber, vor allem wenn sie arbeiten. Arjeta selbst beginnt das Fastenbrechen traditionell mit einem Glas Wasser und einer Dattel. Dass es dann am Ende des Ramadan noch mal beim Zuckerfest richtig zur Sache geht und die Muslime dann drei Tage schlemmen, das erfuhren die Gäste ebenfalls.   

Ein beruhigender Anblick war das für Lehrer Jochen Geiß, der diesem Projekt, genau wie den anderen vier, einen Besuch abstattete. Schließlich soll es zusammen mit einer Dokumentation in die Benotung einfließen. „Das ist hier eine gute Atmosphäre“, war sein Resümee, „und geschmeckt hat es mir auch gut". Das konnte er allerdings erst gegen Ende beurteilen, denn tatsächlich hielten sich alle an die Vorgabe, wonach erst um 21.29 Uhr – so hatte es Arjeta erklärt – gegessen werden durfte.

Also tranken alle zunächst ein Glas Wasser. Sie selbst fand es spannend, was da passierte: „Wir haben nur deutsches Gemüse geschnibbelt und es entwickelte sich irgendwie das Gefühl, die Welt rückt hier bei Intakt zusammen.“ Darüber kamen alle ins Gespräch und so endete der Abend erst weit nach 23 Uhr.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
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Bremen99 am 21.10.2019 20:41
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